TÜV-Report 2026: Gebrauchte Elektroautos fahren in Sachen Sicherheit vorne mit
Selbst wenn einige EU-Mitgliedsstaaten gegen das Verbrenner-Aus ankämpfen, die Zukunft der Fahrzeuge ist elektrisch. Das zeigt sich auch im aktuellen TÜV-Report 2026: Immer mehr E-Fahrzeuge tauchen in der Betrachtung auf, weil eine statistisch relevante Anzahl in den TÜV-Prüfgassen erschienen ist. Insgesamt 18 E-Modelle sind 2026 auf den Mängellisten dabei. Wichtiges Ergebnis: In Sachen Wartung und Haltbarkeit stehen sie den Verbrennern in Nichts nach. Im Gegenteil: Der Fiat 500 E ist sogar Klassenbester bei den Minis. Audi Q4 E-Tron, Mini Cooper SE oder Renault Twingo Z.E. etwa sind auf den obersten Rängen des TÜV-Report 2026 zu finden.
"Die Preise der Elektroautos sinken, wenn auch zuletzt nicht mehr so stark. Dementsprechend zieht der Markt an. Gut zu wissen, dass die Fahrzeuge genauso sicher sind wie die Verbrenner", sagt Jürgen Wolz, Leiter Service Line Mobility bei der TÜV SÜD Division Mobility, und fügt hinzu: "Viele E-Autos sind sogar auf den oberen Rängen zu finden."
E-Wagen-Gebrauchtmarkt zieht an
Der TÜV-Report bietet vor allem den Interessenten eines E-Gebrauchtwagens wichtige Hinweise: Gebrauchtwagenmarkt der Elektrofahrzeuge zieht inzwischen an. Die Gründe: Größeres Vertrauen der Verbraucher in die Technologie und vor allem weiter sinkende Preise.
Qualität untermauert Vertrauen
Der Blick auf die Ergebnisse der E-Fahrzeuge im TÜV-Report 2026 untermauert größtenteils deren hohes Sicherheitsniveau. Ganz vorneweg, der Audi Q4 E-Tron, der bei den zwei bis drei Jahre alten Probanden auf Platz acht landet - mit einer Mängelquote von lediglich 4,0 Prozent erheblicher Mängel bei einer ordentlichen Laufleistung von durchschnittlich 42.000 Kilometern. Hervorzuheben ist hier auch der Klassensieger bei den Minis: Der Fiat 500 E landet bei den Zwei- bis Dreijährigen auf Platz elf - mit einer EM-Quote von 4,2 und einer Laufleistung von 26.000 Kilometern. Zum Vergleich: Nur 2.000 Kilometer mehr werden vom BMW i3 gefahren. Der Münchner landet aber auf Platz 23.
Mängel meist am Fahrwerk und Licht
Der Blick auf die beanstandeten Bauteile bei Elektroautos zeigt: Bemängelt werden hauptsächlich Bauteile, die nichts mit dem Antrieb zu tun haben. Und wie immer natürlich die Beleuchtung. Die wird beim Mini-Sieger Fiat 500 E als einziges überdurchschnittlich bewertet, 1,5 Prozent EM beim Abblendlicht gleich beim TÜV-Debüt. Wegen der schweren Batterien sind Mängel am Fahrwerk bei den E-Modellen vorne mit dabei. Der Opel Corsa E hat erhebliche Mängel von 1,7 Prozent an der Achsaufhängung bereits nach 2 bis 3 Jahren. Der größere Mokka sogar 3,5 Prozent. Zu den Bremsen: Peugeot 208 E fällt auf mit erheblichen Mängeln von 2,7 Prozent bei den Bremsscheiben (2-3 Jahre). AlIe Volkswagenmodelle haben bereits in jungen Jahren Probleme bei der Funktion der Fußbremse. Bei allen anderen Mängelgruppen schließen sie allerdings durchweg überdurchschnittlich gut ab. Ganz anders die Tesla Models 3 und Y: Der Vorvorletzte beziehungsweise Letztplatzierte stechen früh mit Mängeln an den Bremsscheiben und an der Achsaufhängung heraus. Übrigens bleibt die Beleuchtung bei allen Fahrzeugen Mangel Nummer eins. Das gilt auch für die Strombetriebenen. TÜV SÜD-Experte Wolz: "Fahrwerk, Bremsen, Licht: Die Mängellisten zeigen, dass natürlich auch die Elektroautos Wartung brauchen."
Bestes Elektroauto: Der Mini Cooper SE hat 3,5 Prozent erhebliche Mängel nach zwei bis drei Jahren und ist durchschnittlich 27.000 Kilometer gelaufen. Am Ende der Tabelle löst das Tesla Model Y das Tesla Model 3 ab (17,3 Prozent). und 13,1 Prozent. Auch wenn die Teslas auf den hinteren Plätzen landen, bleibt positiv zu erwähnen, dass beide Fahrzeuge nach zwei bis drei Jahren bereits weit mehr als 50.000 Kilometer gefahren worden sind - gerade für ein Elektroauto eine auffällige Reichweite.
In der Klasse "Mini" siegt der Fiat 500 E (4,2 Prozent) als "Bester Kleinwagen "
Der TÜV-Report wird jedes Jahr vom TÜV-Verband veröffentlicht und gilt als einer der wichtigsten neutralen Ratgeber für Autofahrer und Gebrauchtwagenkäufer. In den TÜV-Report fließen die Hauptuntersuchungsergebnisse aller TÜV-Gesellschaften in Deutschland ein - aktuell insgesamt beinahe 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) zwischen Juli 2024 und Juni 2025. TÜV SÜD hat als größter HU-Anbieter mehr als 4,5 Millionen Resultate beigesteuert.
Der TÜV-Report 2026 ist in den TÜV SÜD Service-Centern und im Handel erhältlich.