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Tschechiens Kohlekrise: Stilllegungen zeigen, wie überfällig der Umstieg auf Erneuerbare ist

02.12.2025

Kohlekraftwerke sind nicht mehr wirtschaftlich

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© KIgen. oekonews
Prag - Der milliardenschwere Energieunternehmer Pavel Tykač hat eine politische Debatte ausgelöst: Seine Gruppe Sev.en plant, zwei Kohlekraftwerke – Počerady und Chvaletice – sowie das Heizkraftwerk Kladno stillzulegen. Der staatliche tschechische  Netzbetreiber ČEPS bestätigte den Eingang der offiziellen Mitteilung und muss nun prüfen, ob die Anlagen aus Gründen der Versorgungssicherheit weiterbetrieben werden müssen.

Tykač begründet die Pläne rein wirtschaftlich: Steigende CO₂-Kosten, volatile Strompreise, unsichere Gaspreise und zu langsamer Ausbau von Wind- und Solarenergie ließen den Betrieb unrentabel werden. Die neue Regierung von Andrej Babiš hingegen will weiterhin auf Kohle setzen  -  ganz im Gegensatz zum Vorgängerkabinett, das den Ausstieg bis 2033 angekündigt hatte.

Energieexperten betonen, dass die tschechische Politik jahrelang versäumt habe, Flexibilitäts- und Speichergesetze rechtzeitig einzuführen. Ohne moderne Batteriespeicher, ohne ausreichend erneuerbare Kapazitäten aus Solar- und Wind und ohne  entsprechend  vorhandene Gaskraftwerke sei das Land kurzfristig auf Kohle angewiesen,  selbst wenn diese Kraftwerke  inzwischen  ordentlich Verluste schreiben. Gleichzeitig gehören Počerady und Chvaletice zu den schmutzigsten Kraftwerken des Landes; ihre Abschaltung würde die Emissionen Tschechiens  deutlich senken.

Doch selbst wenn die Stilllegung für die Versorgung kaum problematisch wäre - den derzeit fließt Strom aus diesen Anlagen  ohnehin großteils  in den Export,   droht ein politisches Tauziehen um Entschädigungen, Netzstabilität und industriepolitische Interessen. Beobachter warnen vor einem „Blankoscheck“ für Tykač, sollte die Analyse von ČEPS nicht entsprechend  transparent sein.


Die aktuelle Krise zeigt jedoch vor allem eines:  

Tschechien kann nicht länger darauf hoffen, dass Kohle oder künftige Gaskraftwerke das Energiesystem stabil halten. Andere Länder machen vor, wie es gehen kann:  mit massivem Ausbau erneuerbarer Energien, mit  Großspeichern, Flexibilitätsmärkten und modernisierten Netzen. 

Statt politisch auf das Gestern zu setzen, wäre es klüger, endlich umzudenken: 

Tschechien braucht eigentlich  ein Energiesystem, das tragfähig, sauber und wirtschaftlich ist – und das bedeutet: Erneuerbare Energien plus Speicher, nicht ein Hinausschieben des Endes von Kohlekraft  und eigentlich auch nicht neue Atomkraft, zu der die Entscheidung  leider bereits gefallen ist.  
Beides macht  Strom einfach sauteuer! 

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