Tschechien: Tykač-Konzern plant Schließung mehrerer Kohlekraftwerke ab 2027
Hintergrund der Entscheidung sind vor allem die stark gestiegenen Preise für Emissionszertifikate, die die Rentabilität der Kohleverstromung zunehmend untergraben. Laut Informationen von Hospodářské noviny sollen die Beschäftigten der Werke noch diese Woche informiert werden. Lediglich der Kohleabbau im Steinbruch Vršany sowie das modernere Heizkraftwerk in Zlín sollen weiterhin betrieben werden.
Wie das Portal iROZHLAS.cz berichtet, hat Sev.en den staatlichen Netzbetreiber ČEPS bereits informell über mögliche Stilllegungen in Kenntnis gesetzt. ČEPS muss prüfen, ob die Kraftwerke für die Stabilität des Stromnetzes notwendig sind. Erste Szenarien deuten jedoch darauf hin, dass das tschechische Netz den Wegfall verkraften kann.
Die strategische Neuausrichtung reiht sich in den allgemeinen Trend ein: Die tschechische Regierung hat das Ende der Kohleverstromung bis 2033 angekündigt, andere Versorger wie ČEZ streben sogar bis 2030 oder früher an. Sev.en selbst weist seit Jahren sinkende Erträge aus – 2024 verzeichnete die Gruppe einen Nettoverlust von 2,1 Milliarden Kronen, bei einem Umsatzrückgang von 26 Prozent.