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Trump verlängert illegal Laufzeit von Kohlekraftwerk in Colorado – Stromkosten und Umweltbelastung steigen

03.01.2026

Die US-Regierung unter Donald Trump hat kurz vor Jahresende per „Notverordnung“ die Laufzeit des Kohlekraftwerks Craig Block 1 im US-Bundesstaat Colorado verlängert.

Kohlekraftfossil.jpg
© i jplenio pixabay.com

Denver – Damit zwingt das Energieministerium die beteiligten Energieversorger, den Kraftwerksblock über den von ihnen selbst festgelegten und von den Regulierungsbehörden genehmigten Stilllegungstermin am 31. Dezember hinaus weiter zu betreiben – gegen ihren ausdrücklichen Willen! 
 

Die Maßnahme wird erhebliche finanzielle und ökologische Folgen haben. Expert:innen warnen vor steigenden Stromrechnungen für Haushalte in Colorado und im gesamten Westen der USA sowie vor zusätzlicher Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch das veraltete Kohlekraftwerk. Craig Block 1 gehört den Energieversorgern Tri-State, Xcel, PRPA, PacifiCorp und Salt River Power.
 

Missbrauch von Notstandsrecht 

Rechtsgrundlage der Anordnung ist Abschnitt 202(c) des Federal Power Act, ein Instrument, das historisch bisher ausschließlich bei akuten Extremwetterlagen oder in Kriegszeiten eingesetzt wurde. Nun greift die Trump-Regierung erstmals in großem Stil darauf zurück, um wirtschaftlich längst unrentable Kohlekraftwerke künstlich am Netz zu halten.
 

Bereits im Mai hatte die Regierung ähnliche Anordnungen für das JH-Campbell-Kraftwerk in Michigan sowie das Eddystone-Kraftwerk erlassen. Laut dem Mutterkonzern von Campbell verursachte allein diese Verlängerung Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar. Weitere Anordnungen betrafen gas- und ölbefeuerte Anlagen sowie die Kohlekraftwerke Culley und Schahfer.
 

Der Sierra Club klagt derzeit gegen mehrere dieser Maßnahmen, unter anderem vor dem Berufungsgericht des District of Columbia, da das Energieministerium bislang nicht auf einen Antrag zur Wiederaufnahme des Verfahrens gegen die Campbell-Anordnung reagiert hat.
 

Millionenbelastung für die Stromkund:innen 

Ein aktueller Bericht von Grid Strategies beziffert  allein  die Mehrkosten durch den Weiterbetrieb von Craig Block 1 auf rund 85 Millionen US-Dollar pro Jahr. Diese Kosten würden direkt auf die Stromkund:innen in Colorado und den angrenzenden Bundesstaaten abgewälzt.
 

„Trump betreibt Politik mit der Kohle – und die Menschen in Colorado zahlen die Rechnung“, sagt Margaret Kran-Annexstein, Direktorin des Sierra Club Colorado Chapter. „Kohle ist schmutzig und teuer. Genau deshalb hatten Energieversorger und Regulierungsbehörden beschlossen, dieses Kraftwerk stillzulegen. Die Bevölkerung verdient leistbare, saubere Energie – keine zusätzliche Trump-Steuer auf ihre Stromrechnungen.“
 

Kritik an industriepolitischer Motivation 

Auch Laurie Williams, Kampagnenleiterin der Sierra-Club-Initiative Beyond Coal, übt scharfe Kritik:
„Mitten in einer Krise der Lebenshaltungskosten zwingt Donald Trump die Amerikaner:innen, Millionen Dollar mehr für Strom auszugeben – einzig und allein, um eine sterbende Kohleindustrie zu stützen. Dieses Geld fehlt dann für Miete, Lebensmittel oder Schulmaterial.“
 

Der Sierra Club spricht von „Schein-Notstandsverordnungen ohne faktische Grundlage“, die lediglich den Interessen der Kohleindustrie dienten. „Trump und seine Regierung haben unsere Gemeinden einmal mehr verraten“, so Williams.

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03.01.2026
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