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Tag des Artenschutzes: Doppelmoral im Wildtierschutz

03.03.2026

Der Storch bringt die Babys, der Wolf den Tod?

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© Andrea Bohl auf Pixabay / Wolf

Wien – Zum Welttag des Artenschutzes am 3. März kritisiert der Österreichische Tierschutzverein die Doppelmoral im Umgang mit geschützten Wildtieren. Während Störche als Glücksbringer gefeiert werden, landen Wolf, Biber, Graureiher oder Otter immer öfter auf der Abschussliste. Mehrere Bundesländer haben via Verordnungen dafür Ausnahmen vom strengen EU-Schutz geschaffen, oft ohne Einzelfallprüfung.

Sobald Wildtiere die wirtschaftlichen Interessen von Jägern, Landwirten oder Teichwirten beeinträchtigen, werden sie schnell als „Schädlinge“ abgestempelt. Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins, kritisiert: „Bundesländer wie Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg haben die gesetzlichen Schutzbestimmungen aufgeweicht und eigene Abschusspläne beziehungsweise -verordnungen erlassen. Diese ermöglichen das präventive oder planmäßige Töten geschützter Wildtiere, meist ohne eine individuelle Einzelfallprüfung.“

 

Storch geliebt, Graureiher gejagt
 

Ein Beispiel für Doppelmoral im Umgang mit Wildtieren ist der Vergleich zwischen Storch und Graureiher: Beide jagen ähnliche Beute. Doch während der Storch als romantischer „Babybote“ gilt und selbst Bahngleise blockieren darf, wird der Graureiher vielerorts bejagt, weil er an künstlichen Fischteichen wirtschaftliche Interessen stört. Dabei stabilisiert er Feuchtgebiete, reguliert Bestände und trägt zur Gesundheit der Ökosysteme bei. In den Roten Listen von Salzburg und Oberösterreich gelten die Vögel als gefährdet. Dennoch sieht das Abschusskontingent für Graureiher im Land Salzburg für 2026/27 bis zu 106 Vögel vor.

 

Geschützte Wildtierarten auf der Abschussliste
 

Geschützte Arten wie Wolf, Biber oder Fischotter geraten zunehmend ins  Fadenkreuz:  Schutzbestimmungen werden gelockert, Ausnahmegenehmigungen ausgeweitet. Alexios Wiklund: „Besonders brisant war Anfang Februar in Kärnten der Abschuss eines mit GPS-Halsband ausgestatteten Forschungswolfs der Universität Udine – ein Vorfall, der diese aktuelle Entwicklung auf alarmierende Weise sichtbar macht und die Frage nach dem Stellenwert wissenschaftlich fundierten Artenschutzes neu aufwirft.“

 

• Wölfe: Einst ausgerottet, regulieren sie Reh- und Hirschbestände, verhindern Überweidung und fördern die Waldverjüngung. Trotz EU-Schutzstatus werden in Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Niederösterreich sogenannte „Schad- oder Risikowölfe“ intensiv bejagt.

• Biber: Als „Ökoingenieure“ schaffen sie Feuchtgebiete, verbessern die Wasserqualität und dämpfen Hochwasser wie Dürre. Dennoch sind allein in Oberösterreich 158 der streng geschützten Tiere zum Abschuss freigegeben.

• Fischotter: Sie entnehmen vor allem kranke oder schwache Fische und stärken so Populationen. In der Steiermark dürfen dennoch jährlich 40 der streng geschützten Tiere getötet werden – vor allem zum Schutz der Teichwirtschaft.

• Kormorane: Kormorane wurden ausgerottet und wiederangesiedelt - als (stark) gefährdet und stehen in der Roten Liste des Umweltbundesamts. Sie regulieren Fischbestände und deuten auf gute Wasserqualität hin, etwa in Donauauen, am Neusiedler See oder Bodensee. Heuer sind in Vorarlberg 300 Abschüsse genehmigt.

 

Die Forderungen des Österreichischen Tierschutzvereins:
 

Natur und Wirtschaft gegeneinander auszuspielen, schadet beiden Seiten. Der Österreichische Tierschutzverein fordert professionelles Konfliktmanagement, faire Entschädigungen und eine sachliche Debatte statt populistischer Abschuss-Verordnungen.

 

• Strenge, wissenschaftlich fundierte Schutzgesetze ohne populistische Ausnahmen.
• Stopp von Massenabschüssen und Fokus auf Koexistenz (Herdenschutz, Vergrämung) reduzieren Konflikte nachhaltig, ohne Ökosysteme zu schädigen.
• Entscheidungen auf wissenschaftliche Erkenntnis und nicht auf Bauchgefühl.
• Offene, sachliche Debatte über das Zusammenleben von Menschen und Wildtieren. Das stärkt Akzeptanz und verhindert Polarisierung zwischen Naturschutz und Wirtschaft.

 

Gefährdete Arten mit aktuellen Daten besser schützen
 

Der Welttag des Artenschutzes mahnt zur Verantwortung für stabile Ökosysteme und kommende Generationen. Alexios Wiklund betont: „Das gelingt nur mit wirklich aktuellen Roten Listen. Sie machen Gefährdungen sichtbar und schaffen eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für wirksame Schutzmaßnahmen.“ Doch rund zwei Drittel der Roten Listen in Österreich sind veraltet – so stammt etwa die Rote Liste der Säugetiere noch aus dem Jahr 2005.

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