Südaustralien: 100 % erneuerbarer Strom aus Sonne und Wind bis 2027
Südaustralien, mit 983.000 Quadratkilometern und rund 1,8 Millionen Einwohnern der viertgrößte Bundesstaat Australiens, hat einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Vorreiterrolle erreicht. Der Bundesstaat erhielt im Rahmen des Abkommens zur Transformation erneuerbarer Energien Fördermittel des australischen Bundes, um sein Ziel von 100 % Strom aus erneuerbaren Energien bis 2027 zu beschleunigen. Damit ist Südaustralien das erste Land weltweit, das dieses Niveau erreicht und dabei kein Wasserkraftnetz nutzt.
Die Vereinbarung fördert mindestens 1 Gigawatt neue Wind- und Solarenergie – genug, um rund 700.000 Haushalte mit Strom zu versorgen – sowie 400 Megawatt Batteriespeicher, die in Spitzenzeiten etwa 280.000 Haushalte für eine Stunde mit Strom versorgen könnten. Diese Projekte, kombiniert mit der geplanten Übertragungsverbindung „Project Energy Connect“ ins benachbarte New South Wales, werden Südaustralien helfen, Angebot und Nachfrage im Stromsektor auszugleichen und sein Ziel von 100 % erneuerbarer Energie zu erreichen.
Südaustralien ist bereits weltweit führend bei der Nutzung erneuerbarer Energien: Im vergangenen Jahr deckten Wind- und Solarenergie rund 70 % des Strombedarfs des Bundesstaates – ein Wert, der von keinem anderen großen Stromnetz weltweit ohne Wasserkraft erreicht wird. Mit dem Ziel, 100 % erneuerbare Energien zu nutzen, entspricht die jährliche Gesamtproduktion aus Wind-, Solar- und gespeicherter Energie dem Stromverbrauch des Bundesstaates, auch wenn Importe, Exporte und gelegentlicher Einsatz von Gaskraftwerken derzeit noch eine, wenn auch untergeordnete, Rolle beim Netzausgleich spielen werden.
Premierminister Peter Malinauskas betonte, dass das Ziel von 100 % erneuerbarer Energie nicht nur für den Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch für die Schaffung von Arbeitsplätzen, das Anziehen von Investitionen und den Beweis, dass eine moderne Wirtschaft zuverlässig mit Wind-, Solar- und Speicherenergie betrieben werden kann, unerlässlich sei. Das ursprünglich für 2030 geplante Ziel wurde dank rasanter technologischer Fortschritte und starker politischer Unterstützung um drei Jahre vorgezogen. Malinauskas bezeichnete dies als „Wendepunkt für Energieunabhängigkeit und Klimaverantwortung“.
Spannend ist, dass sich gerade die Region rund um die Stadt Port Augusta, die einst besonders stark von Kohle abhängig war, sich immer mehr zu einem Zentrum für erneuerbare Energien entwickelt. So liegt z.B. der Solarpark Bungala mit 275 MW statt nur rund 15 km nordöstlich der Stadt. Er besteht aus ca. 840.000 Photovoltaikmodulen, produziert jährlich ca. 570 GWh Strom und versorgt damit mehr als 113.000 südaustralische Haushalte.
Südaustralien hat zwar in den letzten zwei Jahren keine neuen Wind- oder Solarparks ans Netz angeschlossen, doch das wird sich mit Großprojekten wie dem 412-MW-Windpark Goyder South und mehreren Batteriespeichern in Blyth, Hallett, Clements Gap, Templers und Tailem Bend ändern. Gemeinsam werden diese Projekte die Netzstabilität stärken und das Ziel von 100 % erneuerbarer Energie weiter voranbringen.
Der Boom erneuerbaren Energien in Südaustralien schafft nicht nur tausende Arbeitsplätze, auch die Treibhausgasemissionen des Bundesstaates aus der Stromerzeugung werden nahezu vollständig eliminiert – was Australiens nationale Klimaziele voranbringt.
Energieexperten sehen in dem rapiden Wandel darin ein praktisches Beispiel dafür, dass ein hoher Anteil von PV- und WIndstrom in einem großen Stromnetz technisch und wirtschaftlich problemlos realisierbar ist. Die Kombination aus staatlicher Förderung, privaten Investitionen und öffentlicher Akzeptanz hat die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Wandel geschaffen.
Die Zielerreichung im Jahr 2027, im Strombereich 100 % erneuerbare Energien zu nutzen, ohne Wasserkraft, scheint sehr realistisch, Südaustralien setzt damit weltweit Maßstäbe und beweist dass der Umstieg auf saubere Energie die Versorgungssicherheit erhöht, die Kosten senkt und große wirtschaftliche Chancen schafft. Schon der bisherige Erfolg zeigt, dass der Übergang zu einem CO₂-freien Energiesystem nicht nur möglich, sondern bereits mit rapidem Tempo problemlos umsetzbar ist.