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Studie zu nachhaltigem Outdoorsport zeigt: Wahrnehmung und Verhalten klaffen auseinander

06.04.2026

Nachhaltigkeit ist für viele Bergsportler:innen ein wichtiges Thema – doch zwischen Anspruch und tatsächlichem Verhalten besteht eine deutliche Lücke.

FacT präsentiert Projektstudie zu nachhaltigem Outdoorsport Wahrnehmung und Taten gehen auseinander - 1.jpg
Das AAC-Projekt entwickelt bis August 2026 verschiedene Angebote für einen nachhaltigen, digital-unterstützten Outdoorsport. Dazu gehört unter anderem auch eine Studie zum Nachhaltigkeitsverständnis im Outdoorsport. © SAAC / Luca Jänichen

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Universität Innsbruck, die im Rahmen des Interreg-Projekts „AAC Alpine Awareness Camps“ durchgeführt und nun von F.acT – Zentrum für Tourismus, Forschung & Medien vorgestellt wurde.
 

Seit September 2023 arbeiten Partner aus Bayern und Österreich gemeinsam daran, den alpinen Outdoorsport nachhaltiger zu gestalten. Beteiligt sind neben der Universität Innsbruck unter anderem der Tourismusverband Kaunertal, der Tourismusverband Kitzbüheler Alpen Brixental sowie die Allgäu GmbH.
 

Nachhaltigkeit wichtig – aber nicht immer gelebte Praxis 

Die wissenschaftliche Untersuchung unter der Leitung von Mike Peters zeigt ein klares Bild: Zwar messen die Befragten Nachhaltigkeit eine hohe persönliche Bedeutung bei, doch im Alltag handeln viele anders. Dieses Phänomen ist in der Forschung als „Attitude-Behaviour Gap“ bekannt.
 

Zu den wichtigsten Aspekten von Nachhaltigkeit zählen für die Teilnehmer:innen vor allem:

  • langfristige Nutzung von Produkten
  • Energiesparen
  • Schutz der Landschaft
  •  

Gleichzeitig nehmen viele deutliche Veränderungen im alpinen Raum wahr – etwa beim Landschaftsbild durch Gletscherschwund, beim Winterwetter oder durch steigende Besucherzahlen.
 

Deutliche Unterschiede zwischen Altersgruppen 

Auffällig sind Unterschiede zwischen den Generationen: Jüngere Menschen bewerten nachhaltige Maßnahmen wie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel deutlich höher als ältere. Auch Frauen greifen häufiger auf Öffis zurück als Männer.
 

Ein weiteres Ergebnis: Jüngere Befragte nehmen Veränderungen in der Natur – etwa beim Landschaftsbild – deutlich stärker wahr als ältere Generationen. Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Ländern: Während österreichische Teilnehmer:innen Naturgefahren im Sommer stärker betonen, sehen deutsche Befragte größere Veränderungen beim Winterwetter.
 

Information als Schlüssel zur Veränderung 

Für Studienleiter Mike Peters ist klar, wo angesetzt werden muss: „Nutzer:innen und Institutionen müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen und die Natur respektieren.“
Entscheidend sei vor allem Information, um Bewusstsein zu schaffen und Verhaltensänderungen anzustoßen.

Besonders großes Potenzial sieht er bei Kindern und Jugendlichen – aber auch bei jenen Gruppen, die zwar nachhaltige Absichten äußern, im Alltag jedoch oft anders handeln, etwa bei der Anreise mit dem Auto.
 

Konkrete Maßnahmen bis 2026 geplant 

Das Projekt „AAC Alpine Awareness Camps“ läuft noch bis August 2026 und setzt auf praktische Lösungen. Geplant sind unter anderem:

  • Pilotcamps in den Bereichen Skifahren, Biken und Klettern
  • Schulungen für Bergführer:innen und Guides
  • grenzüberschreitende Veranstaltungen
  • eine digitale Plattform für die Outdoor-Community

Ziel ist es, nachhaltiges Verhalten im Outdoorsport nicht nur zu thematisieren, sondern konkret erlebbar und umsetzbar zu machen.

Die Studie zeigt deutlich: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im alpinen Raum ist vorhanden – doch der Schritt vom Wissen zum Handeln bleibt die größte Herausforderung.

Über F.acT

F.acT ist eine Initiative der Universität Innsbruck und des MCI, welche durch das Land Tirol gefördert wird, und zielt darauf ab, den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die touristische Praxis Tirols zu gewährleisten. Dies erfolgt durch die Kommunikation aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und der daraus resultierenden praktischen Implikationen in die Tourismusverbände und touristischen Betriebe Tirols. F.acT leistet durch faktenbasierte Publikationen und Expertenstatements einen Beitrag zur Versachlichung von Tourismusdebatten. Weitere Informationen unter www.fact.tirol
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