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Studie stellt Atomkraft infrage: „Zu teuer, zu langsam, zu unflexibel für den Klimaschutz“

02.06.2026

Öko-Institut sieht erneuerbare Energien als einzige realistische Grundlage für ein klimaneutrales Stromsystem bis 2050

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Atomkraft © Gerd Altmann pixabay.com
Darmstadt – Kernenergie wird beim Kampf gegen die Klimakrise laut einer neuen Studie des Öko-Instituts allenfalls eine Nebenrolle spielen. Im Auftrag des Umweltbundesamtes untersuchten die Forschenden die Bedeutung der Atomkraft in internationalen Energieszenarien sowie ihre Kosten, Risiken und Einsatzmöglichkeiten. Das Ergebnis fällt deutlich aus: Neue Kernkraftwerke seien keine wirksame Option, um Treibhausgasemissionen schnell und kostengünstig zu senken.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie die tragende Säule eines klimaneutralen Energiesystems sein werden. In den analysierten Szenarien steigt ihr Anteil an der weltweiten Stromerzeugung bis 2050 auf 70 bis 100 Prozent. Der Anteil der Kernenergie bleibt dagegen gering und liegt je nach Szenario zwischen null und neun Prozent.
 

„Die Klimadebatte braucht realistische Optionen“, sagt Dr. Christoph Pistner, Leiter des Bereichs Nukleartechnik & Anlagensicherheit am Öko-Institut. Neue Atomkraftwerke seien teuer, ihre Bauzeiten lang und ihre Integration in ein von Wind- und Solarenergie geprägtes Stromsystem schwierig.
 

Besonders kritisch bewertet die Studie die Kosten der Kernenergie. Die Stromgestehungskosten neuer Atomkraftwerke lagen in Europa bereits 2020 zwischen 15 und 19 Cent pro Kilowattstunde und damit deutlich über jenen von Windkraft oder Photovoltaik. Für die kommenden Jahre erwarten die Forschenden weiter steigende Kosten bei Kernenergie, während erneuerbare Technologien günstiger werden dürften.
 

Zudem eigne sich Atomkraft nur eingeschränkt für ein flexibles Stromsystem der Zukunft. Während Wind- und Solaranlagen wetterabhängig Strom erzeugen, brauche ein klimaneutrales Energiesystem flexible Speicher- und Ausgleichslösungen. Kernkraftwerke seien hingegen auf einen konstanten Betrieb mit hoher Auslastung ausgelegt.
 

Auch politische Ziele, die weltweite Atomkraftkapazität bis 2050 zu verdreifachen, hält die Studie für unrealistisch. Dafür müssten über Jahrzehnte hinweg jährlich neue Reaktoren in historischem Rekordtempo ans Netz gehen – ein Ausbau, der laut den Autoren angesichts der bisherigen Entwicklung kaum erreichbar sei.
 

Das Fazit der Studie ist eindeutig: „Neue Kernkraftwerke sind zu teuer und stünden zu spät bereit, um einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten“, so Pistner. Erneuerbare Energien blieben daher die zentrale Grundlage eines klimaneutralen Stromsystems.

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