Studie: Rückwärtsfahrt der US-Klimapolitik kostet fast 470.000 Arbeitsplätze und Milliardeninvestitionen
Milliardenverluste für Wirtschaft und öffentliche Haushalte
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die gestrichenen Projekte während ihrer Bauphase ein zusätzliches Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 91 Milliarden US-Dollar geschaffen hätten. Nach ihrer Fertigstellung wären jährlich weitere 55 Milliarden US-Dollar an Wirtschaftsleistung entstanden.
Neben den 68 Milliarden US-Dollar an verlorenen Bauinvestitionen entfallen auch jährlich rund 48 Milliarden US-Dollar an Betriebsausgaben, die ansonsten in regionale Wirtschaftskreisläufe geflossen wären. Arbeitnehmer verlieren dadurch geschätzte 53 Milliarden US-Dollar an Löhnen während der Bauphase sowie weitere 31 Milliarden US-Dollar pro Jahr im späteren Betrieb.
Auch die öffentlichen Haushalte sind betroffen: Laut den Berechnungen entgehen Bund, Bundesstaaten und Gemeinden fast 20 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen aus der Bauphase sowie weitere 12 Milliarden US-Dollar jährlich nach Inbetriebnahme der Anlagen.
Die abgesagten Projekte hätten das US-Stromnetz um mehr als 20 Gigawatt erweitert: etwa 10 Gigawatt Solarenergie, 3,75 Gigawatt Windkraft und 9 Gigawatt Batteriespeicher. Diese Kapazität hätte ausgereicht, um rund drei Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Gerade angesichts steigender Strompreise und des wachsenden Energiebedarfs durch Rechenzentren, Industrie und Elektromobilität sehen die Studienautoren darin einen erheblichen Rückschlag.
Die größten Arbeitsplatzverluste entfallen auf Batteriespeicherprojekte mit mehr als 42.000 entfallenen Bauarbeitsplätzen. Es folgen Solarprojekte mit knapp 33.000 sowie Projekte im Bereich Elektromobilität mit rund 28.000 verlorenen Stellen während der Bauphase.
Langfristig trifft es vor allem die Elektrofahrzeugindustrie: Hier entfallen fast 255.000 dauerhafte Arbeitsplätze. Weitere 64.000 langfristige Stellen gehen im Batteriespeichersektor und rund 19.000 Arbeitsplätze im Solarsektor verloren.
E2 führt die Entwicklung auf die energiepolitische Neuausrichtung der Trump-Regierung zurück. Neben der Rücknahme von Steuervergünstigungen für saubere Energien werden unter anderem strengere Genehmigungsverfahren für Solar- und Windparks sowie Einschränkungen bei Offshore-Windprojekten als Gründe für die Investitionsrückgänge genannt.
E2-Geschäftsführer Bob Keefe warnt vor den immensen Folgen: Erschwerte Investitionen in saubere Energie bedeuteten nicht nur weniger Arbeitsplätze und geringere Investitionen, sondern auch eine schwächere Stromversorgung und entsprechend sinkende Steuereinnahmen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen reichten weit über die direkt betroffenen Unternehmen hinaus und träfen Zulieferer, Bauwirtschaft und zahlreiche regionale Betriebe.
Die Analyse basiert auf den Wirtschaftsmodellen IMPLAN und JEDI und berücksichtigt neben den direkten auch die indirekten und induzierten Effekte der abgesagten Projekte auf Beschäftigung, Wertschöpfung und regionale Wirtschaftsentwicklung.