Studie: Autobusse schonen Umwelt und "umfahren" hohen Ölpreis
Wer im Autobus reist, tut nicht nur der Natur einen Gefallen, sondern schlägt den Erdölmultis ein Schnippchen. Österreichs Autobusse schlagen in Sachen Energieverbrauch und Umweltverträglichkeit Flugzeuge und Pkw ganz klar – und sogar die Bahn hat über viele Strecken keine Chance gegen den Bus.
Zu diesem Ergebnis kommt eine heute, Dienstag, vom Schutzverband der Autobusunternehmungen sowie vom Fachverband der Autobusunternehmungen in der Wirtschaftskammer Österreich vorgestellte Studie des Heidelberger "Instituts für Energie– und Umweltforschung" (IFEU). Der Bus produziert pro transportiertem Fahrgast deutlich weniger Schadstoffe als die anderen Straßen– und Luftverkehrsmittel und hat sich durch seinen sparsamen Verbrauch zum "Spritkaiser" gemausert.
Welches Verkehrsmittel ist das umweltfreundlichste und verbrennt am wenigsten Treibstoff? Diese Frage beschäftigt nicht nur umweltbewusste Bürger, sondern auch die Busunternehmer. Deshalb beauftragte der Schutzverband der österreichischen Autobusunternehmungen das renommierte deutsche Institut, erstmals eine Ökologie– und Energieverbrauchs–Bilanz der wichtigsten österreichischen Verkehrsmittel zu erstellen. Schutzverbands–Präsident Dr. Robert Blaguss ließ Pkw, Flugzeug, Bahn und Bus miteinander vergleichen: "Wenn der Weltmarkt–Rohölpreis bereits die 60 Dollar–Marke überwindet, drängen sich Gedanken über einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen förmlich auf. Der Maßstab für Umweltfreundlichkeit wird dabei aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch mit dem Energieverbrauch eines Verkehrsmittels in Verbindung gebracht." Diesen Zusammenhängen geht die IFEU–Studie auf den Grund und kommt dabei zum Teil zu überraschenden Ergebnissen.
Aufgrund ihres relativ geringen Gewichtes pro beförderter Person und des sparsamen Diesel–Treibstoffverbrauches gehen die Busse am schonendsten mit der Primärenergie um und sind daher in dieser Disziplin die günstigsten Verkehrsmittel. Genauer gesagt: Busse sind – neben der Bahn – umgerechnet sechsmal umweltfreundlicher als Autos und sogar siebenmal ökologischer als Flugzeuge, erklärt Studienautor DI Christian Reuter vom IFEU–Heidelberg: "Beim Energieverbrauch je befördertem Fahrgast haben Reisebus und Bahn deutlich die Nase vorn."
Eine echte Überraschung liefert die Studie, indem sie den Bus als Spritsparmeister Nr.1 ausweist. Auf vergleichbaren Reisestrecken verbrauchen Busse sogar weniger Primärenergie als die Bahn. Pro 100 Platz–km kommt der Bus mit nur 0,6 l Dieseläquivalenten aus. Reuter: "Anders als die Bahn, überwiegt beim Reisebus der Charterverkehr. Er fährt dann, wenn er tatsächlich benötigt wird. Diese Top–Auslastung spürt man im Energieverbrauch." Bei Fernverkehrsreisen im Autobus sind im Schnitt 3 von 4 Plätzen besetzt, im Flugzeug und in der Bahn nur rund 2 von 4, während im Pkw meist überhaupt 3 von 4 Plätzen leer bleiben.
Die Studie analysiert auch spezielle Öko–Faktoren – etwa, welches Verkehrsmittel am meisten zum Treibhauseffekt bzw. zu jenen Verunreinigungen beiträgt, die dem Klima, dem Menschen oder der Umwelt schaden (z.B. Kohlendioxid). In vielen Fällen ist die Elektro–Bahn besser als der Bus, was sich durch den hohen Anteil an Wasserkraftwerken in Österreich erklärt. Es hängt jedoch vom Land und von der gewählten Reiseroute ab, sagt Komm. Rat Karl Molzer, Obmann des Fachverbandes der Autobusunternehmungen. Molzer ist als Busunternehmer auch in den neuen EU–Staaten unterwegs: "Wir fahren sehr oft die Strecke Wien–Warschau. Hier kommt die Bahn in der Umweltbilanz deutlich schlechter weg, weil der Bahnstrom im benachbarten Ausland vor allem mit Kohlekraftwerken erzeugt wird. Die Bahn benötigt hier nicht nur mehr Primärenergie als der Bus, sondern verursacht auch um etwa 60 % mehr Treibhausgasemissionen."
Die öko–toxische Schadstoffemission der Bahn ist auf diesen Strecken fast doppelt so hoch wie beim Bus. Ein ähnliches Bild ergibt die Untersuchung für Fahrten an die Adria, z.B. nach Kroatien. Bei diesen internationalen Routen ist der Bus schon jetzt Nr. 1, sagt Molzer: "Wenn die österreichische Bahn über keine eigenen Wasserkraftwerke verfügen oder zusätzlich konventionell erzeugten Strom zukaufen würde, hätte der Reisebus beim Thema Treibhauseffekt auch im Inland die Nase vorn!"
Aufholbedarf hat der Autobus aus heutiger Sicht noch bei den Öko–Faktoren "Humantoxizität" und "Ökotoxizität". Die IFEU–Studie weist aus, dass die Bahn in Österreich außer Reichweite liegt und sich der Bus – je angebotenem Platz – auf dem Niveau der Pkw befindet. Für die Zukunft räumen die Heidelberger Experten dem Autobus aber beste Chancen ein, aufzuholen. Bis 2010 sollen deutliche Verbesserungen spürbar sein, prognostiziert der Fachverbandsgeschäftsführer der Busunternehmer, Mag. Paul Blachnik: "Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine noch stärkere Ökologisierung der Busse sind bereits geschaffen. Neue Grenzwertstufen für Stickoxid– oder Partikelemissionen werden in Europa verpflichtend. Wir erwarten eine Reduktion der Schadstoffe um fast drei Viertel."
(Die Kurzfassung der IFEU–Studie "Umweltverträglichkeit des Autobusses – Analyse der Umweltwirkungen verschiedener Verkehrsmittel in Österreich" finden Sie zum Download auf http://wko.at/bus)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband der Autobusunternehmungen
http://wko.at/bus
*** OTS–ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0063 2005–08–02/10:53
021053 Aug 05
Zu diesem Ergebnis kommt eine heute, Dienstag, vom Schutzverband der Autobusunternehmungen sowie vom Fachverband der Autobusunternehmungen in der Wirtschaftskammer Österreich vorgestellte Studie des Heidelberger "Instituts für Energie– und Umweltforschung" (IFEU). Der Bus produziert pro transportiertem Fahrgast deutlich weniger Schadstoffe als die anderen Straßen– und Luftverkehrsmittel und hat sich durch seinen sparsamen Verbrauch zum "Spritkaiser" gemausert.
Welches Verkehrsmittel ist das umweltfreundlichste und verbrennt am wenigsten Treibstoff? Diese Frage beschäftigt nicht nur umweltbewusste Bürger, sondern auch die Busunternehmer. Deshalb beauftragte der Schutzverband der österreichischen Autobusunternehmungen das renommierte deutsche Institut, erstmals eine Ökologie– und Energieverbrauchs–Bilanz der wichtigsten österreichischen Verkehrsmittel zu erstellen. Schutzverbands–Präsident Dr. Robert Blaguss ließ Pkw, Flugzeug, Bahn und Bus miteinander vergleichen: "Wenn der Weltmarkt–Rohölpreis bereits die 60 Dollar–Marke überwindet, drängen sich Gedanken über einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen förmlich auf. Der Maßstab für Umweltfreundlichkeit wird dabei aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch mit dem Energieverbrauch eines Verkehrsmittels in Verbindung gebracht." Diesen Zusammenhängen geht die IFEU–Studie auf den Grund und kommt dabei zum Teil zu überraschenden Ergebnissen.
Aufgrund ihres relativ geringen Gewichtes pro beförderter Person und des sparsamen Diesel–Treibstoffverbrauches gehen die Busse am schonendsten mit der Primärenergie um und sind daher in dieser Disziplin die günstigsten Verkehrsmittel. Genauer gesagt: Busse sind – neben der Bahn – umgerechnet sechsmal umweltfreundlicher als Autos und sogar siebenmal ökologischer als Flugzeuge, erklärt Studienautor DI Christian Reuter vom IFEU–Heidelberg: "Beim Energieverbrauch je befördertem Fahrgast haben Reisebus und Bahn deutlich die Nase vorn."
Eine echte Überraschung liefert die Studie, indem sie den Bus als Spritsparmeister Nr.1 ausweist. Auf vergleichbaren Reisestrecken verbrauchen Busse sogar weniger Primärenergie als die Bahn. Pro 100 Platz–km kommt der Bus mit nur 0,6 l Dieseläquivalenten aus. Reuter: "Anders als die Bahn, überwiegt beim Reisebus der Charterverkehr. Er fährt dann, wenn er tatsächlich benötigt wird. Diese Top–Auslastung spürt man im Energieverbrauch." Bei Fernverkehrsreisen im Autobus sind im Schnitt 3 von 4 Plätzen besetzt, im Flugzeug und in der Bahn nur rund 2 von 4, während im Pkw meist überhaupt 3 von 4 Plätzen leer bleiben.
Die Studie analysiert auch spezielle Öko–Faktoren – etwa, welches Verkehrsmittel am meisten zum Treibhauseffekt bzw. zu jenen Verunreinigungen beiträgt, die dem Klima, dem Menschen oder der Umwelt schaden (z.B. Kohlendioxid). In vielen Fällen ist die Elektro–Bahn besser als der Bus, was sich durch den hohen Anteil an Wasserkraftwerken in Österreich erklärt. Es hängt jedoch vom Land und von der gewählten Reiseroute ab, sagt Komm. Rat Karl Molzer, Obmann des Fachverbandes der Autobusunternehmungen. Molzer ist als Busunternehmer auch in den neuen EU–Staaten unterwegs: "Wir fahren sehr oft die Strecke Wien–Warschau. Hier kommt die Bahn in der Umweltbilanz deutlich schlechter weg, weil der Bahnstrom im benachbarten Ausland vor allem mit Kohlekraftwerken erzeugt wird. Die Bahn benötigt hier nicht nur mehr Primärenergie als der Bus, sondern verursacht auch um etwa 60 % mehr Treibhausgasemissionen."
Die öko–toxische Schadstoffemission der Bahn ist auf diesen Strecken fast doppelt so hoch wie beim Bus. Ein ähnliches Bild ergibt die Untersuchung für Fahrten an die Adria, z.B. nach Kroatien. Bei diesen internationalen Routen ist der Bus schon jetzt Nr. 1, sagt Molzer: "Wenn die österreichische Bahn über keine eigenen Wasserkraftwerke verfügen oder zusätzlich konventionell erzeugten Strom zukaufen würde, hätte der Reisebus beim Thema Treibhauseffekt auch im Inland die Nase vorn!"
Aufholbedarf hat der Autobus aus heutiger Sicht noch bei den Öko–Faktoren "Humantoxizität" und "Ökotoxizität". Die IFEU–Studie weist aus, dass die Bahn in Österreich außer Reichweite liegt und sich der Bus – je angebotenem Platz – auf dem Niveau der Pkw befindet. Für die Zukunft räumen die Heidelberger Experten dem Autobus aber beste Chancen ein, aufzuholen. Bis 2010 sollen deutliche Verbesserungen spürbar sein, prognostiziert der Fachverbandsgeschäftsführer der Busunternehmer, Mag. Paul Blachnik: "Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine noch stärkere Ökologisierung der Busse sind bereits geschaffen. Neue Grenzwertstufen für Stickoxid– oder Partikelemissionen werden in Europa verpflichtend. Wir erwarten eine Reduktion der Schadstoffe um fast drei Viertel."
(Die Kurzfassung der IFEU–Studie "Umweltverträglichkeit des Autobusses – Analyse der Umweltwirkungen verschiedener Verkehrsmittel in Österreich" finden Sie zum Download auf http://wko.at/bus)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband der Autobusunternehmungen
http://wko.at/bus
*** OTS–ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0063 2005–08–02/10:53
021053 Aug 05
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