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Stromspeichersymposium:  Baden am Weg in die Energiezukunft

12.06.2026

Erstes Speichersymposium Niederösterreichs

20260528 Speichersymposium foto ckollerics (12).jpg
Stromspeichersymposium in Baden © C Kollerics

Baden bei Wien - Beim ersten Stromspeichersymposium Niederösterreichs wurde vor kurzem in Baden die Bedeutung moderner Speichertechnologien für die Energiewende eindrucksvoll sichtbar. 250 Experten aus der Energiebranche, von Städten und Gemeinden,  Unternehmen, Verbänden und aus der Forschung diskutierten neue Entwicklungen im Bereich der Speichertechnologie, Netzstabilität und der Integration erneuerbarer Energiequellen.
 

Themen waren wohin die Entwicklung geht, welche Trends abzulesen sind und wie der Bedarf  gedeckt werden kann. 

Die Dynamik im Bereich der Speichertechnologien übertrifft  akuell sogar jene der Photovoltaik der letzten Jahre. Es entsteht eine Vielzahl an Speicherkonzepten und technologischen Ansätzen, wodurch sich das Feld besonders schnell und vielfältig entwickelt. Ausgerichtet wurde das erste Speicher-Symposium von der Stadt Baden, der Klima- und Energiemodellregion Baden sowie der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich.
 

Eröffnet wurde  das Symposium von Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli: „Baden ist seit über 15 Jahren ein Ort für Innovationen und Vernetzung. Es freut mich sehr, dass wir mit dem Land Niederösterreich das erste Stromspeicher-Symposium umsetzen. Für mich ist eine unabhängige Energiezukunft nur mit Speicherlösungen vorstellbar.“
 

Im Zentrum der Veranstaltung standen die Rolle von Speichern als Rückgrat der Energiewende, Herausforderungen der Stromnetze sowie der Ausbau von Erneuerbaren (PV, Windenergie) in Verbindung mit Speichertechnologien. Ein aktuell heiß diskutiertes Thema ist die Umsetzung des ElWG (Elektrizitätswirtschafts-Gesetz) und die Errichtung sogenannter systemdienlicher Stromspeicher – eine Entwicklung, die auch auf kommunaler Ebene vorangetrieben werden soll. Die Technologie der Schwarmspeicher wird dabei als vielversprechende Lösung vorgestellt und diskutiert. Auch in der Stadtgemeinde Baden sind Planungen für Schwarmspeicher im Laufen. Gemeinsam mit dem Unternehmen electrify smart energy und den Wiener Netzen wird ein Pilotprojekt vorbereitet. Damit ist die Klimamodellregion Baden wieder einmal Vorreiter bei innovativen Lösungen für die Energiewende.
Ein Schwarmspeicher nimmt überschüssigen Solarstrom direkt dort auf, wo er entsteht, etwa bei Haushalten und Betrieben, und entlastet dadurch das Stromnetz, weil weniger Energie über große Entfernungen transportiert werden muss. Statt etwa zwischen Regionen und Pumpspeichern hin- und hergeleitet zu werden, bleibt der Strom lokal gespeichert und wird dann eingespeist, wenn er tatsächlich gebraucht wird und mehr Wert hat. Dadurch lassen sich mehr PV-Anlagen ins bestehende Netz integrieren und die regionale Energieunabhängigkeit wird gestärkt.
 

Katja Fröhlich, Austrian Institute for Technology - AIT,  gab einen Einblick in die Batterietechnologie der Zukunft. Litium-Ionen-Batterien sind noch Marktführer, gleichzeitig gibt es eine dynamische Entwicklung von effizienteren und umweltfreundlicheren Technologien.  Bei der Podiumsdiskussion „Stromspeicher als Rückgrat der Energiewende“ diskutierten Alfons Haber, Vorstand der E-Control, Vera Immitzer, Geschäftsführerin vom Verband PV Austria und Mario Leitner von den Wiener Netzen mit Moderatorin Monika Auer/ÖGUT über die Herausforderungen und Chancen der Speichertechnologie. Alle Experten betonen die zentrale Bedeutung von Speichern für das zukünftige Energiesystem. Gleichzeitig weisen sie auf die hohe Dynamik und das rasante Wachstum in diesem Bereich hin, das sich in den kommenden Jahren weiter deutlich beschleunigen wird.

„Ein Haushalt ohne Speicher nutzt nur etwa 30 Prozent seines selbst erzeugten PV-Stroms direkt, während mit Speicher der Eigenverbrauch auf rund 60 bis 80 Prozent steigt und sich damit ungefähr verdoppelt. Die Energie- und Umweltagentur bietet dazu ein kostenloses Beratungsservice für alle an, die zur Anschaffung eines Speichers oder der effektiven Nutzung Fragen haben“, so Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich (eNu)

Zusätzlich zu den Experteninputs gaben 16 Unternehmen und Organisationen aus der Speicher-Branche an Messeständen über die aktuellsten Trends Auskunft.

Auch die Stadtgemeinde Baden setzt  bereits innovative und vorbildliche Speicherprojekte um.
Gerfried Koch, Leiter der Abteilung Energie, Klima und Umwelt, freut sich darüber besonders: „In Zusammenarbeit mit den Stadtimmobilien und der Abteilung Bauen & Infrastruktur konnten wichtige Pilotprojekte umgesetzt werden. 2023 wurde der Kindergarten Bahngasse mit PV und einem Stromspeicher ausgestattet. 2024 erfolgte eine Sanierung des Abwasserpumpwerks in der Kanalgasse mit energieeffizienten Pumpen, einer PV-Anlage und einem Großspeicher mit 308 kWh Speicherkapazität. Es handelt sich um österreichweit das erste energieautarke Pumpwerk. Und 2026 ging die Trinkwasserversorgungsanlage Schiestelstraße als stromautarke Versorgungsanlage mit PV und Stromspeicher in Betrieb.“

Im zweiten Teil der Veranstaltung  zeichnete LH-Stv. Stephan Pernkopf Gemeinden aus Niederösterreich aus, die bereits in den letzten Jahren auf kommunaler Ebene Stromspeicher umgesetzt haben. Bei der erstmalig durchgeführten NÖ Speicher-Liga wurden herausragende Projekte aus Niederösterreich prämiert. Ziel ist, erfolgreiche Implementierungen zu würdigen, Wissen zu verbreiten und weitere Gemeinden zur Nachahmung zu inspirieren.
 

Warum sind Stromspeicher auch für Gemeinden wichtig?

  • Speichertechnologien stärken die Versorgungssicherheit, ermöglichen einen höheren Anteil erneuerbarer Energien (PV/Wind) im System und verbessern Netzstabilität.
  • Private Haushalte, Unternehmen und kommunale Gebäude erhöhen durch Stromspeicher den Eigenverbrauch und senken ihre Netzkosten. Gleichzeitig steigt dadurch die Unabhängigkeit von schwankenden Strompreisen. Stromspeicher erhöhen die Versorgungssicherheit bei Stromausfällen.
  • Gemeinden und öffentliche Einrichtungen: Stromspeicher schaffen eine zuverlässige Stromversorgung für Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und kommunale Gebäude. Projekte in öffentlichen Einrichtungen haben eine Vorbildwirkung und erhöhen die Akzeptanz für neue Technologien.

 

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12.06.2026
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