Strom auf Vorrat: Burgenland startet mit erstem Großspeicher in die Energiezukunft
„Heute ist ein historischer Tag für die Energieversorgung des Burgenlands“, betonten Landesrat Leonhard Schneemann und Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie, bei der Präsentation am Montag. „Nach Wind und Sonne ist nun auch der Ausbau der Stromspeicher voll im Gange.“
In den vergangenen fünf Jahren konnte das Burgenland seine Energieunabhängigkeit bereits auf rund 70 Prozent steigern. Davon profitieren die Burgenländer:innen schon jetzt direkt: Über Österreichs größte Energiegemeinschaft, den Fanclub Burgenland Energieunabhängig, erhalten Mitglieder Strom zu einem dauerhaft fixen Preis von 10 Cent pro Kilowattstunde - und das für 20 Jahre ohne Indexierung.
„Während auf Bundesebene noch über einen Strompreisdeckel diskutiert wird, haben wir diesen im Burgenland längst umgesetzt“, so Schneemann. Mit dem gezielten Ausbau von Stromspeichern soll die eigene Eigenversorgung weiter steigen - bis nahe an die vollständige Energieunabhängigkeit.
Ein Novum dabei: Der Fanclub wird künftig auch direkt auf Stromspeicher zugreifen können. Damit steht selbst erzeugter Sonnen- und Windstrom auch in Zeiten ohne Sonne und Wind zur Verfügung. „So machen wir das Burgenland energiesicher – nicht nur für heute, sondern für kommende Generationen“, betont Schneemann.
CEO Stephan Sharma ordnet das Projekt historisch ein: „1997 haben wir mit dem ersten Windrad Geschichte geschrieben, 2022 mit dem ersten großen Photovoltaikpark – und heute mit dem ersten Großspeicher.“ Die Energieversorgung des Burgenlands ruht künftig auf drei tragenden Säulen:
Windkraft, die vor allem abends sowie im Herbst und Winter hohe Erträge liefert
Photovoltaik, die tagsüber und im Frühling sowie Sommer besonders stark ist
Stromspeicher, die die zeitlichen Lücken schließen
Gerade in den Morgen- und Abendstunden – etwa um 6 Uhr früh und 18 Uhr abends – entstehen typische Versorgungslücken. Hier sollen künftig große Batteriespeicher einspringen, indem sie überschüssigen Wind- und Sonnenstrom speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen.
Der nun angelieferte erste Großspeicher in Siegendorf ist der Auftakt einer umfassenden Speicheroffensive. Insgesamt plant die Burgenland Energie acht große Batteriespeicherprojekte im gesamten Landesgebiet – mit einem geplanten Gesamt-Speichervolumen von rund 500 Megawattstunden.
„Damit machen wir das Burgenland energieunabhängig vom Ausland und erhöhen gleichzeitig die Sicherheit gegen Blackouts“, so Sharma.
Der erste burgenländische Großspeicher verfügt über:
2 Megawatt Speicherleistung
5 Megawattstunden Speichervolumen
rund 50 einzelne Batteriemodule
eine Kapazität, die etwa 100 Elektroautos entspricht
Zum Einsatz kommt bewährte Lithium-Ionen-Technologie, wie sie auch in E-Fahrzeugen und Heimspeichern verwendet wird. Die geplante Nutzungsdauer beträgt rund 15 Jahre, die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.
Abschließend betonen Schneemann und Sharma die strategische Bedeutung des Projekts: „Eine sichere Energieversorgung ist nur mit eigener Erzeugung, eigenen Netzen und eigenen Speichern möglich. Mit dem Ausbau der Großspeicher setzen wir den nächsten Innovationsschritt und stärken die Energiesouveränität des Burgenlands nachhaltig.“
Mit dem ersten Großspeicher ist klar: Bei der burgenländischen Energiewende wird nicht nur produziert – es wird auch gespeichert.