Streit um Kohlekraftwerk in Florida: Umweltgruppen klagen gegen erzwungenen Weiterbetrieb
Das Energieministerium hatte Anfang Juni angeordnet, dass die Anlage für mindestens 90 Tage weiterbetrieben werden muss. Die Umweltgruppen argumentieren, dass diese Entscheidung rechtswidrig sei und unnötige Kosten für unzählige Haushalte und Unternehmen verursache.
Nach Angaben der Betreiberin Orlando Utilities Commission (OUC) gehört Kohle inzwischen zu den teuersten Energieträgern. Der Weiterbetrieb des Kraftwerks verursacht demnach Kosten von rund 6,2 Millionen US-Dollar pro Monat. Diese könnten an die Stromkundinnen und Stromkunden weitergegeben werden und die monatlichen Rechnungen deutlich erhöhen.
Dabei hatte OUC bereits geplant, das Kohlekraftwerk durch eine Kombination aus Erdgas und Solarenergie zu ersetzen. Die Umweltorganisationen verweisen darauf, dass Florida über ausreichende Stromkapazitäten verfüge und der Weiterbetrieb der alten Anlage für die Versorgungssicherheit nicht notwendig sei.
Zusätzlich kritisieren sie die gesundheitlichen Folgen der Kohleverstromung. Laut einer Analyse könnten die Emissionen des Kraftwerks jährlich mit rund 45 vorzeitigen Todesfällen durch Luftverschmutzung verbunden sein.
Die Klage ist Teil einer breiteren Auseinandersetzung um die Energiepolitik der US-Regierung, die zuletzt mehrfach den Weiterbetrieb älterer Kohlekraftwerke angeordnet hat. Befürworter sehen darin eine Maßnahme für Versorgungssicherheit, Kritiker warnen vor den horrend steigenden Stromkosten, Umweltbelastungen und einer Verzögerung des Umstiegs auf günstigere erneuerbare Energien.
Verwandte Artikel
- KoNexus: Kläranlagen werden zu Bausteinen der Energiewende
- Deutschland: Täglich 26 Millionen Euro für die Ölkonzerne
- EU setzt auf Elektrifizierung: Neuer Aktionsplan soll fossile Heizungen verdrängen
- ErMUTigung - Erfolgsgeschichten für eine besser Welt
- Photovoltaik-Förderung sorgt für Frust: Hansesun fordert Ende des aktuellen Systems
- ZEIGE ALLE BERICHTE ZU DIESEM THEMA