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Stillstand bei UN-Klimagipfel in Belém: Mehr Einsatz für 1,5-Grad-Aktionsplan als Muss

16.11.2025

Zivile Proteste vor Ort fordern absolut notwendige Kehrtwende im Wald- und Klimaschutz

Open Boat Day Rainbow Warrior in Belém 1 © Filipe Bispo  Greenpeace.jpg
Open Boat Day auf der Rainbow Warrior in Belem © Filipe Bispo Greenpeace

Nach der ersten Woche des UN-Klimagipfels im brasilianischen Belém zieht die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine gemischte Zwischenbilanz. Während zivilgesellschaftliche Gruppen und indigene Gemeinschaften mit zahlreichen Protestaktionen ein klares Signal für mehr Tempo im Klima- und Waldschutz setzen, bleiben die offiziellen Verhandlungen bislang weit hinter den Erwartungen zurück.
 

Neuer Tropenwald-Fonds begrüßt – aber freiwillige Beiträge kritisiert 

Als wichtigen Schritt bewertet Greenpeace die Einrichtung eines neuen Tropenwald-Fonds. Dieser soll den Schutz der weltweiten Regenwälder stärken. Kritik übt die Organisation jedoch daran, dass Einzahlungen in den Fonds weiterhin freiwillig sind. Ohne verbindliche und faire Verpflichtungen werde es nicht gelingen, die globale Entwaldung wirksam zu stoppen, warnt Greenpeace. Für die zweite Verhandlungswoche fordert die Organisation deshalb deutlich mehr Bewegung am Verhandlungstisch.

Am Ende müsse ein internationaler 1,5-Grad-Aktionsplan stehen, der den Ausstieg aus fossilen Energien ebenso festschreibt wie effektive Maßnahmen gegen die Zerstörung der Wälder. „Mit einem internationalen 1,5-Grad-Aktionsplan, der einen Weg zum Ausstieg aus fossilen Energien vorgibt und unsere Wälder vor der Zerstörung schützt, kann Belém zu einem historischen Wendepunkt werden“, sagt Jasmin Duregger, Klimaexpertin bei Greenpeace Österreich, die vor Ort an den Verhandlungen teilnimmt. „Dafür müssen die Verhandlungen aber dringend mehr Tempo aufnehmen.“
 

Proteste von Indigenen und Zivilgesellschaft prägen den Gipfel 

Parallel zu den stockenden Verhandlungen erlebt Belém eine breite Mobilisierung der Zivilgesellschaft. Indigene Gruppen, NGOs und Aktivist:innen machten in zahlreichen Demonstrationen auf die Dringlichkeit entschlossenen Handelns aufmerksam. Dazu gehörte auch eine spektakuläre Bootsdemonstration („Flotilla“), an der mehr als 200 Schiffe und Boote teilnahmen — darunter das Greenpeace-Flaggschiff Rainbow Warrior. Gemeinsam fordern sie einen umfassenden Klima- und Waldschutz sowie ein klares Bekenntnis der Staatengemeinschaft zum 1,5-Grad-Ziel.

Österreich im Fokus: Kritik an Klimaminister Totschnig

In der zweiten Verhandlungswoche wird auch Österreichs Klimaminister Norbert Totschnig in Belém erwartet. Greenpeace nutzt seine Anreise für deutliche Kritik: Unter seiner Verantwortung werde die internationale Klimafinanzierung gekürzt, zudem habe Österreich bislang keine Zusagen zum neuen Tropenwald-Fonds gemacht. Dies schade der Glaubwürdigkeit des Landes und schwäche die gemeinsame Verhandlungsposition der EU.

Besonders heftig kritisiert Greenpeace Totschnigs Haltung zur EU-Entwaldungsverordnung. Seine Blockadehaltung gefährde sowohl den globalen Waldschutz als auch die Artenvielfalt und konterkariere die Bemühungen im Kampf gegen die Klimakrise. „Klima- und Umweltminister Totschnig wird seinem Titel bisher nicht gerecht: Er kürzt Klimafinanzierungen und torpediert Waldschutz“, sagt Duregger. „Bei seiner Premiere in Belém wird sich zeigen, ob er die größte Bedrohung unserer Zeit ernst nimmt und endlich Politik zum Schutz der Menschen vorantreiben wird.“

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Open Boat Day Rainbow Warrior in Belém 1 © Filipe Bispo  Greenpeace.jpg

Open Boat Day auf der Rainbow Warrior in Belem © Filipe Bispo Greenpeace