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„State of the climate“ 2025: Erde auf der Kippe - Wissenschaft zeigt Wege aus der Krise

30.10.2025

Die Erde fiebert: 22 von 34 lebenswichtigen „Vitalparametern“ des Planeten – von der Oberflächentemperatur bis zum Meereisverlust – haben 2024 neue Rekordwerte erreicht.

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© Foto von Ralph W. lambrecht von Pexels/ Unwetter

Viele davon bewegen sich weiterhin in die falsche Richtung. Das zeigt der aktuelle „State of the Climate Report 2025“, den ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Oregon State University in der Fachzeitschrift BioScience veröffentlicht hat. Beteiligt war auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Der Bericht zieht eine alarmierende Bilanz, skizziert aber zugleich konkrete Wege, wie sich eine lebenswerte Zukunft noch sichern lässt.
 

„In den letzten Jahren haben zentrale Vitalparameter wie Oberflächentemperatur, Wärmegehalt der Ozeane, Meereisverlust und durch Brände verursachter Waldverlust außergewöhnlich deutlich neue Rekorde erreicht“, erklärt PIK-Direktor Johan Rockström, einer der Mitautoren. „Die sich beschleunigende Klimakrise birgt eine Reihe eng miteinander verbundener Risiken für die grundlegenden Funktionssysteme unseres Planeten – von kritischen Kippelementen wie der Atlantischen Umwälzströmung (AMOC) über die Stabilität der globalen Wasserressourcen bis zur Integrität der Biosphäre.“

Trotz der besorgniserregenden Entwicklung betonen die Forschenden, dass es noch Handlungsspielräume gibt. „Strategien zur Eindämmung des Klimawandels sind verfügbar, kostengünstig und werden dringend gebraucht“, sagt William Ripple, Leitautor des Reports. „Wir können die Erwärmung immer noch begrenzen, wenn wir entschlossen und schnell handeln. Doch das Zeitfenster schließt sich.“

 

Das heißeste Jahr seit 125.000 Jahren 

Laut dem Bericht war das Jahr 2024 nicht nur das heißeste seit Beginn der modernen Wetteraufzeichnungen – es war wahrscheinlich das heißeste seit mindestens 125.000 Jahren. Diese Rekordtemperaturen verschärfen Risiken für Frieden, öffentliche Gesundheit und die Stabilität von Ökosystemen weltweit.
 

Um gegenzusteuern, formuliert das Forschungsteam „hochwirksame“ Maßnahmenpakete, die auf drei zentrale Bereiche zielen: Energie, Ökosysteme und Ernährung.
 

Energie: Der Übergang zu erneuerbaren Energien ist der entscheidende Hebel. Sonne und Wind könnten bis 2050 bis zu 70 Prozent des weltweiten Strombedarfs decken. Ein schneller Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wäre laut Bericht einer der größten Beiträge zum Klimaschutz.
 

Ökosysteme: Der Schutz und die Wiederherstellung von Wäldern, Feuchtgebieten, Mangroven und Mooren könnten jährlich bis zu 10 Gigatonnen CO₂ vermeiden oder binden – rund ein Viertel der derzeitigen globalen Emissionen. Gleichzeitig stärkt das natürliche Klimaschutz die biologische Vielfalt und die Wasserversorgung.
 

Ernährung: Rund 8 bis 10 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen aus Lebensmittelverlusten und -abfällen. Eine Reduktion dieser Verluste und eine stärker pflanzenbasierte Ernährung würden nicht nur Emissionen senken, sondern auch Gesundheit und Ernährungssicherheit fördern.

 

Jedes Zehntelgrad zählt 

Die Botschaft des Berichts ist eindeutig: Jedes vermiedene Zehntelgrad Erwärmung macht einen Unterschied – für Menschen, Ökosysteme und zukünftige Generationen. Schon kleine Fortschritte können die Risiken von Extremwetter, Wasserknappheit, Biodiversitätsverlust und das Überschreiten von Kipppunkten deutlich verringern.

„Ein Aufschieben von Maßnahmen führt zu höheren Kosten und schwerwiegenderen Folgen“, warnt das Forschungsteam. „Schnelle, koordinierte Schritte zahlen sich unmittelbar weltweit aus – für die Bevölkerung und für das Leben auf unserem Planeten.“ 
 


Quelle:
Ripple, W., Wolf, C., Mann, M., Rockström, J., Gregg, J., Xu, C., Wunderling, N., Perkins-Kirkpatrick, S., Schaeffer, R., Broadgate, W., Newsome, T., Shuckburgh, E., Gleick, P. (2025): The 2025 State of the Climate Report: A Planet on the Brink. BioScience. DOI: 10.1093/biosci/biaf149

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© Foto von Ralph W. lambrecht von Pexels/ Unwetter