Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz(current)2
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Umweltschutz

Startschuss für Wiener Energieeffizienz–Programm

03.07.2006

Über 100 Maßnahmen, um das Ansteigen des Energieverbrauches bis 2015 von zwölf auf höchstens sieben Prozent zu drosseln

"Die Wiener Energiepolitik ist nicht nur auf eine effiziente, ressourcenschonende und umweltfreundliche Energiegewinnung ausgerichtet, sondern auch auf den effizienten und sparsamen Einsatz der Energie auf der Verbraucherseite. Gerade in Zeiten wo einerseits die Energiepreise auf dem Weltmarkt und andererseits der Energiebedarf kontinuierlich steigen, muss man sich die Frage stellen, wo es zusätzliche Möglichkeiten gibt, den Energieverbrauch zu verringern ohne einen Qualitäts– und Komfortverlust in Kauf nehmen zu müssen", erklärte Finanz– und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder, anlässlich der Präsentation des Energieeffizienz–Programms der Stadt Wien am Freitag.
"Ähnlich wie es beim KliP–Klimaschutzprogramm der Fall war, haben wir deshalb in den letzten beiden Jahren in einem parteienübergreifenden Prozess ein Energiesparkonzept mit über 100 Einzelmaßnahmen ausgearbeitet, mit deren Umsetzung wir jetzt beginnen. Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2015 den Anstieg des Energieverbrauches von prognostizierten 12 Prozent auf 7 Prozent zu reduzieren. Das bedeutet eine jährliche Reduktion von 180 Gigawattstunden und entspricht in etwa dem Stromverbrauch von St. Pölten", so Rieder weiter.
Das Städtische Energiespar–Programm (SEP) wird von allen im Wiener Gemeinderat vertretenen Parteien unterstützt. Der entsprechende Beschluss wurde einstimmig gefasst. Beim Mediengespräch waren GR Franz Ekkamp (SPÖ), ÖVP–Klubobmann GR Dr. Matthias Tschirf, GR Mag. Christoph Chorherr (Grüne) sowie GR Anton Mahdalik (FPÖ) vertreten.
Mit der Ausarbeitung des Energiespar–Programms wurde vom Wiener Gemeinderat die MA 27– EU–Strategie und Wirtschaftsentwicklung betraut. Neben den städtischen Energiefachleuten haben am SEP auch Experten der Technischen Universität Wien, der Österreichischen Energieagentur, des Max–Planck–Instituts München, von Arsenal research und des Energie–Planungsinstitutes IRM mitgewirkt. Den Umsetzungsprozess bis 2015 wird ebenfalls die MA 27 steuern und koordinieren. Zwischenberichte sollen alle drei Jahre erfolgen, das erste Mal 2009.

Effizienzenergiespar–Programm soll auf 7 statt 12 Prozent einbremsen

Als erster Schritt erfolgte eine Analyse der derzeitige Energiesituation in Wien. Allein von 1993 bis 2003 stieg der Energieverbrauch in Wien um insgesamt 24 Prozent und zwar von 30.306 Gigawattstunden auf 37.511 Gigawattstunden.
Im zweiten Schritt wurde mit Hilfe eines Prognosemodells der Technischen Universität Wien die künftige Entwicklung des Energieverbrauches bis zum Jahr 2015 in verschiedenen Szenarien nach technischen und ökonomischen Parametern prognostiziert. Das Ergebnis: Bei einer linearen Fortschreibung der technologischen Entwicklung und der Sanierungsrate der letzten Jahre, sowie der Annahme, dass keine zusätzlichen energiepolitischen Maßnahmen realisiert werden, würde der Wiener Endenergieverbrauch bis 2015 um 12 Prozent auf 42.000 Gigawattstunden klettern.
Die Stadt Wien will nun dieser Entwicklung mit dem Energiespar–Programm wirkungsvoll entgegen steuern, so soll der Anstieg des Energieverbrauches von den prognostizierten 12 Prozent auf 7 Prozent eingebremst werden. Der Energieverbrauch im Jahr 2015 wird damit nur mehr 40.136 Gigawattstunden betragen. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von 180 Gigawattstunden.
Vor allem in den Bereichen Haushalte, öffentliche und private Dienstleistungen sowie Industrie und produzierendes Gewerbe stecken die höchsten Einsparpotenziale. Mehr als 100 geplante Einzelmaßnahmen lassen sich generell in zwei thematische Bereiche zusammenfassen: Einerseits geht es um technische Maßnahmen, die es ermöglichen bei geringerem Energieeinsatz dasselbe Komfort–Qualitäts– und Leistungsniveau zu erreichen. Beim zweiten Bereich geht es um Maßnahmen, die darauf abzielen durch gezielte Informationen und die Schaffung spezieller Anreize das Verhalten der Nutzer zu beeinflussen und das Bewusstsein für einen sparsamen Umgang mit Energie zu fördern.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:
o Verstärkung der energetischen Gebäudesanierung/Wärmedämmmaßnahmen
o Erhöhung der Standards im Wohnungsneubau (mehr Passivhäuser)
o Festlegung von Mindeststandards bei Bürogebäuden
o verstärkte Modernisierung von Heizanlagen inklusive gesetzlich vorgegebener Überprüfungstermine
o Das Programm setzt aber auch auf Innovation und Technologie zum Beispiel bei der Problemstellung Klimaanlagen in Bürogebäuden, deren Energieverbrauch sich seit 1993 fast vervierfacht hat. Anhand von Pilotprojekten soll der Einsatz von Alternativen wie der Fernkühlung (das Gegenstück zur Fernwärme) oder der solaren Kühlung demonstriert werden
o Eng kooperiert wird mit dem ÖkoBusinessplan Wien, um die Potenziale im Industrie– und Gewerbebereich voll auszuschöpfen.
Die Stadt Wien geht selbst mit gutem Beispiel voran: Als öffentlicher Dienstleister ist die Stadt Wien einer der großen Endenergieverbraucher in Wien. Durch verschiedene schon jetzt wirksame Maßnahmen würden hier die Verbräuche bis 2015 auch ohne SEP um 2 Prozent sinken. Mit dem SEP gelingt es, diesen Verbrauchsrückgang auf 11 Prozent zu steigern, was einer jährlichen Mehreinsparungen von 15 GWh entspricht. Eine der wichtigsten Maßnahmen in diesem Bereich: Mit einem magistratsweiten Energiemanagement, das derzeit aufgebaut wird, sollen weitere energetische Verbesserungsmaßnahmen zielgerichtet und nach Prioritäten gereiht, realisiert werden.
Die wichtigsten Ziele zu denen sich die Stadt im eigenen Bereich im SEP verpflichtet hat sind:
Im eigenen Wirkungsbereich spart die Stadt Wien jährlich 15 GWh/a an Endenergie ein. Bis 2008 sollen die energierelevanten Daten aller städtischen Objekte zentral erfasst sein. Bis 2015 wird der Stromverbrauch der Bürogeräte und der EDV –Ausrüstung der Stadtverwaltung auf heutigem Niveau stabilisiert. In der öffentlichen Beleuchtung wird bis 2015 eine Reduktion um 5% des gesamten Stromverbrauches gegenüber 2004 angestrebt. Niedrigstenergiehausstandard (Passivhaus) bei neu gebauten geförderten Wohnungen soll bis zum Jahr 2015 verstärkt werden. Bis zum Jahr 2015 wird eine signifikante Anhebung der Anzahl der Betriebe, die im Rahmen des ÖkoBusinessplan Wien im Bereich der Energieeffizienz und Energieeinsparung Maßnahmen geplant oder umgesetzt haben, angepeilt. Künftig wird in allen Ausschreibungen der Stadt Wien, insbesondere im Bereich der Gebäude, bei der Beschaffung verstärktes Augenmerk auf Energieeffizienzkriterien gelegt.

Weniger Energieverbrauch in vielen Bereichen möglich

Ein Drittel des energetischen Endverbrauches wird von privaten Haushalten verursacht. Hier liegt auch das höchste Einsparungspotenzial. Durch die Maßnahmen des SEP kann der Gesamtverbrauch bis 2015 gegenüber dem Bezugsjahr 2003 um 6 Prozent sinken. Die Einsparungen sollen zu einem großen Teil durch Verbesserungen der Gebäudegüte bei Neubauten und durch Sanierungen sowie durch den Einsatz effizienter Heizanlagen erzielt werden. Insgesamt können die Einsparungen in diesem Sektor 88 GWh betragen. Hohe Energiepreise sind für Sanierungen ein wesentliches Motiv.
Im Sektor private Dienstleistungsunternehmen können mengenmäßig die zweithöchsten Einsparungen erzielt werden. Durch die Maßnahmen des SEP könnte der prognostizierte Anstieg in diesem Sektor von 21 Prozent auf 11 Prozent gesenkt werden. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von 55 GWh. Ebenso wie im Sektor Haushalte, zielen wesentliche Maßnahmen auf eine Verbesserungen der Gebäudegüte und der Heizanlagen ab.
Bedingt durch den Strukturwandel der Wiener Wirtschaft ist der Endenergieverbrauch in diesem Bereich bereits in den letzten Jahren nur geringfügig gestiegen. Ohne Intervention durch das SEP wäre hier bis 2015 ein Rückgang um 6 Prozent zu erwarten. Dieser Wert könnte durch die Maßnahmen des SEP auf 12 Prozent verdoppelt werden, was Mehreinsparungen von 20 GWh pro Jahr bringt.
Im Verkehrsbereich sind die mit Abstand höchsten Verbrauchsanstiege zu erwarten. Effizienzmaßnahmen für diesen Sektor werden vor allem im Masterplan Verkehr, der bereits im Herbst 2003 vom Wiener Gemeinderat beschlossen wurde, behandelt. Im Rahmen des SEP wurde nur eine Ergänzung zur Forcierung der Verbreitung energieeffizienter Fahrzeuge vorgesehen.
Die Landwirtschaft ist nur für einen sehr kleinen Anteil am Endenergieverbrauch von Wien verantwortlich. Energiesparungspotentiale gibt es hier im Bereich der Gewächshäuser, die teilweise über einen schlechten energetischen Standard verfügen.
Vom Gesamtenergieverbrauch von 37.511 Gigawattstunden, werden 34 Prozent von den Wiener Privathaushalten benötigt. 31 Prozent der Energie wird vom Verkehr verbraucht. 24 Prozent kommen auf denöffentlichen und privaten Dienstleistungssektor. Auf den produzierenden Bereich und die Landwirtschaft entfallen die restlichen 12 Prozent des jährlichen Gesamtenergiebedarfes.
Nach Energieträgern betrachtet wird mehr als ein Drittel der Energie mit Öl erzeugt (38 %), gefolgt von Gas mit 23 Prozent und elektrischer Energie mit 22 Prozent. Fernwärme trägt mit 15 Prozent zur Endenergieversorgung bei. Während Kohle in der letzten Dekade fast zur Gänze eliminiert wurde, verzeichnen alle anderen Energieträger in dieser Periode einen kontinuierlichen Zuwachs. Prozentuell ergab sich bei den erneuerbaren Energieträgern der stärkste Anstieg. Allerdings haben – leider– die erneuerbaren Energieträger mengenmäßig noch wenig Anteile an der Gesamtenergieerzeugung.
  • Drucken
  • Empfehlen
03.07.2006 | Autor*in: holler
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Wie kann weltweite Fairness finanziert werden?

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Umweltorganisationen ziehen Bilanz zur österreichischen EU–Präsidentschaft

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Montag, 16. Februar 2026, 68.283 Artikel Online

Weitere Themen

  • Greenpeace: Steigende Anzahl von Klimaflüchtlingen erfordert rasches Handeln der Staatengemeinschaft bei Klimaschutz
  • Umweltfreundliche Reinigung jetzt auch in Nachbarländern
  • Erstmals Europäische Biokunststoffkonferenz
  • Globale Landkarte über Energie und Klima
  • Im Sommer sparen energieeffiziente Bürogeräte doppelt
  • Neuer Umwelttechnologie–Masterplan für Österreich
  • FPÖ: Besorgniserregender Wasserreport des WWF
  • UNEP muss Ausmaß der Umweltschäden im Libanon und Israel erheben
  • Umweltbewegte LehrerInnen lernen in den Ferien!
  • Umweltmanagement stärkt Wettbewerbsfähigkeit
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1427
  • 1428(current)
  • 1429
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
15.096 Artikel | Seite 1.428 von 1.510

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Hainburg ’84 – Eine Bewegung setzt sich durch Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at