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Solarenergie erstmals größte Stromquelle der EU

08.08.2025

Ein historischer Meilenstein: Im Juni 2025 wurde mehr Solarstrom produziert als Strom von jeder andere Quelle in der Europäischen Union.

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Photovoltaik © Red Zeppelin Pexels.com
Laut einer Analyse von EMBER hat  Solarenergie im Juni  erstmals in der Geschichte der Europäischen Union den Spitzenplatz im Strommix eingenommen. Mit einem Anteil von 22,1 Prozent (45,4 Terawattstunden) übertraf sie   Kernenergie (21,8 %) und Windkraft (15,8 %). Damit wird deutlich: Europa steht an der Schwelle zu einem neuen Energiezeitalter.



Sonnige Rekorde in ganz Europa 


Mindestens dreizehn EU-Mitgliedsstaaten meldeten im Juni neue Rekordwerte bei der Solarstromproduktion. Die Kombination aus sonnigem Wetter und dem kontinuierlichen Ausbau der Solaranlagen trug entscheidend dazu bei. Besonders während der späten Juni-Hitzewellen zeigte sich der Nutzen: Die Rekordproduktion half, die durch Klimaanlagen erhöhte Stromnachfrage zu decken. 


Windenergie holt auf



Auch die Windkraft legte zu: Nach einem schwachen Jahresauftakt sorgten gute Windverhältnisse und neue Offshore-Windparks im Mai und Juni für Rekorderzeugung. Im Mai lag der Anteil der Windkraft bei 16,6 %, im Juni bei 15,8 % – beides sind Höchstwerte für diese Monate.


Kohle auf historischem Tiefstand


Der Aufschwung der Erneuerbaren drängt fossile Energieträger zunehmend in den Hintergrund. Im Juni fiel der Anteil der Kohleenergie auf nur noch 6,1 %, ein neuer historischer Tiefstand in der EU. Deutschland und Polen – die Hauptverursacher des europäischen Kohlestroms – verzeichneten besonders starke Rückgänge. In Spanien lag der Kohleanteil sogar bei nur noch 0,6 % – das Land steht kurz vor dem endgültigen Ausstieg.


Vier Länder meldeten ihre niedrigsten Kohleanteile seit Beginn der Aufzeichnungen:

Tschechien: 17,9 %

Bulgarien: 16,7 %

Dänemark: 3,3 %

Spanien: 0,6 %


Gas legt trotz grüner Rekorde zu


Trotz der Erfolge bei Wind und Solar war die Stromproduktion aus fossilen Brennstoffen im ersten Halbjahr 2025 insgesamt um 13 % höher als im Vorjahreszeitraum. Der Grund: Im Frühjahr 2025 herrschten ungewöhnlich schlechte Bedingungen für Wasser- und Windkraft. Die Gaskraftwerke mussten einspringen – ihre Erzeugung stieg um 19 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2024. 
Auch die anhaltende Dürre trug ihren Teil bei.  Wasserkraft  trug von Januar bis Juni nur noch 12,5 % zum EU-Strommix bei –  das ist ein Rückgang um 15 % im Vergleich zum Vorjahr.


Strombedarf steigt weiter


Der Energiehunger Europas wächst: 1.313 Terawattstunden Strom wurden in der EU im ersten Halbjahr 2025 verbraucht – ein Anstieg von 2,2 %. In fünf der ersten sechs Monate lag der Stromverbrauch höher als im Vorjahr.


Ein Kontinent im Wandel 


Europa entwickelt sich rasch zu einem "Solarkraftwerk". Mit der verstärkten Nutzung von Sonne und Wind befreit sich das Energiesystem zunehmend von den Schwankungen fossiler Brennstoffpreise. 
Die nächste große Herausforderung, die  rasch anzugehen ist,  ist der massive Ausbau von Batteriespeichern und flexiblen Lösungen, damit erneuerbare Energien auch in den Morgen- und Abendstunden optimal genutzt werden können – genau dann, wenn heute noch oft teure fossile Energie einspringt.


„Wir erleben den Beginn einer neuen Ära. Europas Investitionen in saubere Energie zahlen sich aus – ökonomisch, ökologisch und geopolitisch.“

— Chris Rosslowe, leitender Energieanalyst bei Ember

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