Seit zwei Jahren fließt deutlich mehr Geld in hochrangige Straßen als in die Schiene!
VCÖ (Wien, 9. November 2004) – Seit dem Jahr 2002 fließt deutlich mehr Geld in das hochrangige Straßennetz als in die Schiene, wie eine aktuelle VCÖ–Untersuchung zeigt. In den Jahren 2002 und 2003 wurden in das gesamte Schienennetz 2.336 Millionen Euro investiert, während allein für Autobahnen, Schnellstraßen und Bundesstraßen B 2.635 Millionen Euro ausgegeben wurden. Damit wird die Zunahme des Lkw–Verkehrs unterstützt. Der VCÖ fordert mehr Investitionen in Anschlussgleise für Betriebe. Straßen– und Schienenprojekte sollen einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen werden.
„Die Infrastrukturpolitik steht im Widerspruch zu Österreichs Transitpolitik und zu den öffentlichen Bekenntnissen der Verkehrspolitik. Nicht der Schiene wird der Vorrang gegeben, sondern dem Ausbau der Straße„, betont DI Wolfgang Rauh vom VCÖ–Forschungsinstitut.
Der VCÖ hat die Infrastrukturausgaben der letzten zwei Jahre analysiert. Die Ergebnisse der VCÖ–Untersuchung:
„Die Infrastrukturpolitik steht im Widerspruch zu Österreichs Transitpolitik und zu den öffentlichen Bekenntnissen der Verkehrspolitik. Nicht der Schiene wird der Vorrang gegeben, sondern dem Ausbau der Straße„, betont DI Wolfgang Rauh vom VCÖ–Forschungsinstitut.
Der VCÖ hat die Infrastrukturausgaben der letzten zwei Jahre analysiert. Die Ergebnisse der VCÖ–Untersuchung:
Im Jahr 2003 wurden für das gesamte Schienennetz 1.145,8 Millionen Euro ausgegeben und allein für das hochrangige Straßennetz (Autobahnen, Schnellstraßen, Bundesstraßen) 1.419 Millionen Euro, also um 24 Prozent mehr
Bereits im Jahr 2002 wurden um 26 Millionen Euro mehr in hochrangige Straßen investiert als in die Schiene. „Nicht eingerechnet sind die Ausgaben der Länder und der Gemeinden„, betont VCÖ–Experte Rauh. Die Gemeinden gaben im Jahr 2002 insgesamt 92,73 Millionen Euro für den Straßenbau aus.
Der VCÖ warnt, dass damit die Zunahme des Lkw– und Pkw–Verkehrs unterstützt wird.
Der VCÖ warnt, dass damit die Zunahme des Lkw– und Pkw–Verkehrs unterstützt wird.
Bereits heute leben 60 % der Bevölkerung in Österreich in einer Gegend, wo der Verkehrslärm über den von der WHO empfohlenen Richtwerten liegt
"Die Autobahnen und Schnellstraßen auszubauen und gleichzeitig bei der Verbesserung der Schiene auf der Bremse zu stehen, bedeutet dem Lkw–Verkehr den roten Teppich auszubreiten„, kritisiert VCÖ–Experte Rauh. Der VCÖ fordert mehr Investitionen in betriebliche Gleisanschlüsse und in die Verbesserung des Regionalbahnnetzes. Zudem sollen Infrastrukturausgaben einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen werden.
VCÖ: Infrastrukturausgaben – Mehr Geld in Straße als in Schiene
(Quelle: ASFINAG, ÖBB, HL–AG, SCHIG, VCÖ 2004)
Verwandte Artikel
- VCÖ warnt: Großparkplätze verschärfen Hitzebelastung – Entsiegelung und Baumpflanzungen gefordert
- Dreifachbelastung für Tirol im Vergleich zum Gotthard in der Schweiz: Brennerroute bleibt Europas Lkw-Hotspot
- Feinstaub- und Stickstoffdioxid Belastung in Österreich war im Vorjahr aus Gesundheitssicht bedenklich
- Österreich hinkt bei Elektro-Bussen und E-Lkw hinter EU-Schnitt her
- Gesetzlicher Rahmen für Umrüstung von Verbrenner- auf Elektromotoren wäre sinnvoll
- ZEIGE ALLE BERICHTE ZU DIESEM THEMA