Seit 30 Jahren bekannt: Aktivist:innen weisen auf Sicherheitslücke beim AKW Gösgen hin
Eine gravierende Sicherheitslücke muss behoben werden. Bei einem Störfall könnte sie die Kühlung lahmlegen und so eine Kernschmelze auslösen. Eine solche hat zu den Katastrophen in Fukushima und Tschernobyl geführt.
Das Erschreckende: Diese Schwachstelle existiert seit der Inbetriebnahme des Werks 1979 und ist seit Jahrzehnten bekannt. Welche weiteren Sicherheitsmängel wurden der Öffentlichkeit bislang vorenthalten?
Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, haben Greenpeace-Aktivist:innen den Kühlturm des AKW Gösgen als Projektionsfläche genutzt und eine klare Botschaft vermittelt: Atomkraft ist ein unnötiges Risiko.
Während reale Risiken ignoriert werden, treibt die Atomlobby eine politische Rückkehr der Atomkraft voran. Energieminister Albert Rösti, selbst eng mit der Atom- und fossilen Lobby vernetzt, will den Bau neuer AKW wieder ermöglichen – entgegen dem Volksentscheid von 2017. Mit geschicktem Polit-Theater und erkauften Unterschriften für die Pro-Atom-Initiative wurde der Boden für diesen energiepolitischen Kurswechsel bereitet. Ziel ist es, Subventionen, die eigentlich für erneuerbare Energien vorgesehen sind, in die Atomkraft umzuleiten.
Genug Strom
Trotz des fast einjährigen Ausfalls von Gösgen gab es in der Schweiz keine Stromknappheit. Der tatkräftige Ausbau der Solarenergie der letzten Jahre hat den Wegfall problemlos kompensiert. Teuer ist die Sache aber allemal: Der Produktionsausfall kostet rund eine halbe Milliarde Franken. Dafür geradestehen muss die Eigentümerschaft – Axpo, Alpiq, CKW sowie die beiden städtischen Elektrizitätswerke EWZ und EWB, die sich alle grossmehrheitlich im öffentlichen Besitz befinden. Wird die Bevölkerung die Rechnung in Form höherer Strompreise bezahlen müssen?
Die Energiezukunft der Schweiz auf Atomkraft aufzubauen, ist ein unnötiges Risiko. Der einzige Schlüssel für eine sichere, unabhängige und klimaverträgliche Energieversorgung sind erneuerbare Energien.