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Schweiz: Atomkraftwerk Gösgen wieder am Netz

04.04.2026

Nach zehnmonatigem Stillstand ist das Atomkraftwerk Gösgen am Montag nun wieder ans Netz gegangen

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© Greenpeace Schweiz/ Miriam Künzli
Der vehement lange  Betriebsunterbrechung wegen Sicherheits-Nachrüstungen  zeigt, dass  auch  Atomenergie kein Garant für eine sichere Stromversorgung im Winter ist. Greenpeace Schweiz fordert Klarheit zu den Aussagen der AKW-Leitung, wonach die Stilllegung der Anlage nicht notwendig gewesen sei. 

Der rund zehnmonatige Stillstand des Atomkraftwerks Gösgen hätte in der Schweiz Befürchtungen hinsichtlich grosser Versorgungsengpässe wecken können, insbesondere während der Wintermonate. Dies war jedoch nicht der Fall. Im vergangenen Winter 2025/2026 blieb die Menge des in die Schweiz importierten Stroms unter dem Niveau von 2021/2022, damals waren alle Atomreaktoren die meiste Zeit in Betrieb.   Grund dafür ist der Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Zunahme an Photovoltaikanlagen in den letzten vier Jahren hat es ermöglicht, den Produktionsausfall von Gösgen teilweise auszugleichen, selbst in den Wintermonaten gab es keine Probleme. 
 

Auch wenn die Schweiz ein Versorgungsproblem vermeiden konnte, bleiben im Fall von Gösgen zahlreiche Fragen hinsichtlich des nuklearen Risikos offen. Die Sicherheitslücke, die zum längeren Reaktorstillstand führte,  bestand bereits seit der Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 1979. Nachdem die potenzielle Gefahr im März 2025 mit neuen Berechnungsmethoden erkannt wurde, hätte die AKW-Betreiberin, die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, die Anlage sofort abschalten müssen.
 

Doch obwohl die Schwere des Problems vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) bestätigt wurde, erklärte der AKW-Leiter  in der Presse, dass diese längere Abschaltung nicht notwendig gewesen wäre. Diese Meinungsverschiedenheit ist im Hinblick auf das nukleare Risiko hoch problematisch. Die Dokumente zur Analyse der Sicherheitslücke und zum Schriftwechsel zwischen Gösgen und dem ENSI müssen unbedingt veröffentlicht werden.
 

«Es gibt offensichtlich Lücken im Rechtsrahmen, wenn Betreiberin und Aufsichtsbehörde sich über die Sicherheit eines Atomkraftwerks uneinig sind», erklärt Nathan Solothurnmann, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz. «Der Ausfall von Gösgen wird die Städte und Kantone, denen das AKW gehört, nicht nur Hunderte Millionen Franken kosten, sondern lässt an der Bestimmung zweifeln, wonach die alten Atomreaktoren nur so lange betrieben werden dürfen, ‹wie sie sicher sind›. In Anbetracht der vom Bundesrat geplanten Rückkehr der Atomenergie sind das bedenkliche Erkenntnisse.»

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