Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie(current)2
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Ersatz fossiler Energie

Schweden: Neue Atomkraft nur mit direkter Staatsbeteiligung umsetzbar

09.02.2026

Steigende Strompreise und ehrgeizige Klimaziele lassen in mehreren EU-Staaten die Debatte über eine Rückkehr zur Kernenergie neu aufleben.

SMRNO.png
© KI generiert & oekonews
Auch Schweden, das auf eine lange Atomtradition zurückblickt, prüft derzeit den Bau neuer Reaktoren. Doch eines zeichnet sich immer klarer ab: Ohne direkte finanzielle Beteiligung des Staates wird der Neubau von Atomkraftwerken aus Kostengründen nicht möglich sein.

Die schwedische Regierung sucht seit dem vergangenen Jahr nach Wegen, um Investoren langfristige Planungssicherheit zu bieten. Hintergrund sind die enormen Investitionskosten und extrem langen Laufzeiten neuer Atomkraftprojekte. Über mehrere Jahrzehnte hinweg können sich politische Mehrheiten, energiepolitische Prioritäten und regulatorische Rahmenbedingungen grundlegend verändern – ein Risiko, das private Investoren nur begrenzt  oder gar nicht mehr tragen wollen.
 

Selbst staatlicher Konzern fordert staatliches Risiko 

Bemerkenswert ist, dass selbst Vattenfall, Schwedens größter Energieversorger und zu 100 Prozent im Staatsbesitz, neue Atomprojekte nicht alleine stemmen will. In mehreren Medienberichten Steigende Strompreise und ehrgeizige Klimaziele lassen in mehreren EU-Staaten die Debatte über eine Rückkehr zur Kernenergie neu aufleben. In mehreren schwedischen Medien ist nachzulesen, dass Vattenfall CEO  Anna Borg meint, dass der schwedische Staat direkt in neue Kernenergieprojekte einsteigen müsse, wenn diese tatsächlich umgesetzt werden sollen. Die finanziellen Verpflichtungen seien schlicht zu umfangreich, um sie ausschließlich über das Unternehmen abzuwickeln.

Damit bestätigt sich, was Kritiker:innen seit Jahren betonen: Neue Atomkraftwerke sind wirtschaftlich kaum ohne massive staatliche Absicherung oder direkte Beteiligung realisierbar – selbst dann nicht, wenn der Betreiber bereits ein Staatsunternehmen ist.
 

Kleine Reaktoren,  horrende Kosten 

Konkret plant Vattenfall über das mehrheitlich kontrollierte Unternehmen Videberg Kraft den Bau mehrerer sogenannter Small Modular Reactors (SMR). Die Anlagen sollen in der Nähe des bestehenden Atomkraftwerks Ringhals errichtet werden und zusammen eine Leistung von rund 1.500 Megawatt erreichen. Bereits Ende 2024 beantragte das Unternehmen dafür öffentliche Unterstützung.

SMR gelten in der Atomlobby als flexibler und kostengünstiger als klassische Großreaktoren. In der Praxis existieren jedoch bislang kaum kommerziell betriebene Anlagen, und viele Projekte kämpfen mit extremen Verzögerungen und steigenden Kosten. Andere haben Planungen bereits eingestellt.
 

Priorität derzeit: Windkraft und Netzausbau 

Während über neue Reaktoren wegen der hohen Kosten noch verhandelt wird, setzt Vattenfall in den kommenden Jahren weiterhin klar auf erneuerbare Energien. Laut Borg soll der Großteil der Investitionen in den nächsten fünf Jahren in Windkraftprojekte und den weiteren Ausbau der Stromnetze fließen. Die wirklich großen Investitionssummen für neue Atomkraftwerke würden erst nach diesem Zeitraum anfallen.

Kostenschätzungen für die geplanten Reaktoren nannte Borg nicht – ein weiteres Indiz für die wirtschaftliche Unsicherheit solcher Vorhaben.
 

Atomkraft als staatliches Risikoprojekt 

Der schwedische Fall zeigt exemplarisch, vor welcher Realität viele europäische Länder stehen: Atomkraft ist ohne massive staatliche Eingriffe einfach  nicht wettbewerbsfähig. Während erneuerbare Energien immer günstiger werden und vergleichsweise kurze Planungs- und Bauzeiten haben, binden neue Atomkraftwerke über Jahrzehnte öffentliche Mittel und politische Aufmerksamkeit. Dies gilt übrigens auch für Frankreich.
 

Ob Schweden diesen Weg tatsächlich geht, ist noch offen. Klar ist jedoch schon jetzt: Wenn neue Reaktoren gebaut werden, dann auf Kosten und Risiko der öffentlichen Hand – und nicht des Marktes. Sie sind nicht wirtschaftlich! 

  • Drucken
  • Empfehlen
09.02.2026
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Schilling/Grüne zu EU-Klimaziel 2040: „Hart erkämpfter Meilenstein – jetzt braucht es aber Kurswechsel “

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Atom statt Wind: Tschechien blockiert die Energiewende

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Samstag, 14. März 2026, 68.493 Artikel Online

Weitere Themen

  • Nukleare Renaissance oder finanzielles Fass ohne Boden?
  • Schweiz: Ständerat will Bauverbot für neue  Atomkraftwerke kippen
  • WWF fordert Kurswechsel: Fünf-Punkte-Plan gegen fossile Preisfalle
  • Atomenergie ist unsicher, teuer und verursacht Krebs
  • Globale Kapazität erneuerbarer Energien könnte sich bis 2031 mehr als verdoppeln
  • Greenpeace Deutschland: Änderungen am Heizungsgesetz belasten Klima, Geringverdienende und Allgemeinheit
  • REPORT: Die EU ist schwer fossil-atomar importabhängig
  • Energiewenden? So ein Käse!
  • Forderung an Bundesregierung: Raus aus teurem Öl – rein in sichere Energiepreise!
  • Fukushima: 15 Jahre nach der Katastrophe  
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
13.071 Artikel | Seite 1 von 1.308

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Hainburg ’84 – Eine Bewegung setzt sich durch Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
SMRNO.png

© KI generiert & oekonews