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Schon wieder Stromausfälle durch Hochspannungsleitungen

03.09.2004

Deutschland: 200.000 Menschen ohne Strom! Atomstromanbieter RWE muss zahlen

ja © Archiv
ja © Archiv
(3. September 2004) – Ein Stromausfall hat am Donnerstag in der Region rund um Trier nach Angaben der Polizei etwa 200.000 Menschen abends stundenlang von der Versorgung mit Elektrizität abgeschnitten. Etwa drei Stunden ohne Strom waren ab 16.50 Uhr in der Region Eifel–Hunsrück insbesondere die Stadt Trier, der Landkreis Trier–Saarburg, die Stadt Bitburg und die Eifelregion Richtung Norden bis Wittlich. Ein RWE–Sprecher nannte als Ursache einen Fehler in einer 220 kV–Hochspannungsleitung.

Leitungsausfall hätte keinen längeren Stromausfall verursachen dürfen

Der Bund der Energieverbraucher wies darauf hin, dass der Ausfall einer Leitung nach dem „n–1 Kriterium„ keinen längeren Stromausfall verursachen darf (vgl. http://www.energieverbraucher.de/seite1293.html). Der Stromausfall weist auf Schwachstellen in der Netztechnik von RWE hin.
Für Netze nicht nur kassieren sondern auch investieren!
Wenn Verbraucher für jede Kilowattstunde Strom sieben Cent für die Leitungsnetze bezahlen müssen, wäre eine höhere Zuverlässigkeit zu erwarten. „Trotz sehr hoher Netznutzungsentgelte wird zu wenig in die Netze investiert„, warf der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher Aribert Peters der RWE vor. Von den 28 Milliarden Euro, die jährlich für die Netznutzung von Verbrauchern gezahlt werden, investiere die Stromwirtschaft nach eigenen Angaben lediglich zwei Milliarden Euro in die Netze.

Schäden dokumentieren

Die betroffenen Verbraucher sollten ihre Schäden dokumentieren und dem Stromversorger in Rechnung stellen. Nach heutigem Recht haftet der Stromversorger bis zu einer Höchstgrenze von fünf Millionen Euro bei 200.000 Millionen betroffenen Verbrauchern je Schadensfall und 2.500 Euro je Tarifkunde.

Haftungsbeschränkung aufheben!

Der Bund der Energieverbraucher fordert eine Aufhebung dieser Haftungsbeschränkung: „Wie in der übrigen Wirtschaft muss auch der Stromversorger künftig unbeschränkt für verursachte Schäden haften. Die Verbraucher erwarten eine entsprechende Regelung im neuen Energiegesetz.„ forderte Peters.

oekonews meint: Dezentrale erneuerbare Energie statt neuer Hochspannungsleitungen

Wer in dezentrale erneuerbare Netze investiert, schon das Landschaftsbild vor neuen Hochspannungsleitungen, erhöht die Versorgungssicherheit und die Wertschöpung im Land.
Endredaktion: oekonews

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03.09.2004 | Autor*in: pawek
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