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Schoko-Adventkalender unter der Nachhaltigkeitslupe

24.11.2025

Südwind und GLOBAL 2000: Service für Konsument:innen und Weckruf an die Branche - Erstmaliger Adventkalender-Check zeigt große Unterschiede bei sozialen und ökologischen Standards 

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Adventkalender im Nachhaltigkeitscheck © GLOBAL 2000
Adventkalender versüßen die Wartezeit bis Weihnachten – doch wie fair und umweltverträglich ist die Schokolade dahinter?  Südwind und  GLOBAL 2000 präsentieren heuer erstmals einen Nachhaltigkeitscheck von 12 Schoko-Adventkalendern, die bis 5. November 2025 im österreichischen Handel erhältlich waren. Dieser bietet einen praktischen Service für Konsument:innen, die nachhaltig naschen wollen. Gleichzeitig appellieren Südwind und GLOBAL 2000 an die Politik, Unternehmen zu ökologischer und sozialer Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette zu verpflichten.

„Politik und Unternehmen müssen nachhaltigen Schoko-Genuss zur Regel machen. Dafür braucht es einen gesetzlichen Rahmen mit verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien. Bewusster Konsum alleine reicht nicht aus“, appellieren GLOBAL 200 und Südwind unisono.



Neben den sozialen und ökologischen Gütesiegeln auf den einzelnen Produkten wurde auch die Bewertung der Unternehmen durch die Chocolate Scorecard, hinter der eine Koalition aus Universitäten und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowohl aus Produktions- als auch Konsumländern steht, hinzugezogen. Hier werden die Schokoladen-Hersteller:innen hinsichtlich zusätzlicher Nachhaltigkeitskriterien wie Transparenz und xxx benotet und bewertet.

 

Testsieger-Duo und altbekannte Nachzügler

 

Testsieger sind der faire Adventkalender von EZA sowie der Labooko Adventkalender von Zotter. Beide erfüllen höchste soziale und ökologische Kriterien. Der Countdown-Kalender von Tony’s Chocolonely ist FAIRTRADE-zertifiziert und in der Chocolate Scorecard wird das Unternehmen im sozialen Bereich mit „Grün“ bewertet. Die Eigenmarken von Billa, Hofer und Lidl sowie der Manner-Kalender sind immerhin Teil des FAIRTRADE-Kakaoprogramms. Bei großen Marken wie Ferrero, Milka, Nestlé und Lindt zeigen die geprüften Kalender keine oder nur begrenzte unabhängige Gütesiegel. Auch in mehreren Scorecard-Bewertungen lassen die Schokolade-Riesen Ambition vermissen.
 

Anna Leitner, Sprecherin für Ressourcen und Lieferketten bei GLOBAL 2000: „Im konventionellen Kakaoanbau werden nach wie vor Pestizide eingesetzt, die extrem gefährlich für Mensch und Natur sind. Dabei zeigen Bio-Produkte, dass genussvolle Schokolade auch ohne Umweltgifte und Naturzerstörung möglich ist. Damit Schoko-Adventkalender uns allen noch lange eine Freude machen, ist ein Umdenken notwendig.“
 

„Existenzsichernde Einkommen und die Einhaltung von strengen Pestizidregeln sollten ein verpflichtender Standard sein – und keine Frage des guten Willens. Solange große Marken auf intransparente Lieferketten setzen, bleibt der Kakaoanbau ein Risikobereich in Sachen Kinderarbeit und Entwaldung“, betont Gudrun Glocker, Südwind-Sprecherin für nachhaltige Ernährung.
 

Risiko-Sektor Kakaoanbau

 

Kakao steht vielerorts weiterhin für Kinder- und Zwangsarbeit, Pestizidbelastung, Entwaldung, Preisdruck und mangelnde Transparenz. Allein in Ghana und der Elfenbeinküsten, den Hauptanbauländern von Kakao, arbeiten etwa 1,5 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Verhältnissen auf Kakaofarmen.

Südwind und GLOBAL 2000 fordern die rasche, lückenlose Umsetzung eines wirksamen Lieferkettengesetzes in Österreich, Transparenz bis zur Kooperative, existenzsichernde Einkommen, den Stopp von Entwaldung, die Reduktion hochgefährlicher Pestizide und die Förderung von Agroforstsystemen.
 

Hintergrund: So funktioniert der Check
 

Bewertet wurden 12 Adventkalender – je ein laut Idealo am 5.11.2025 beliebtester Kalender pro Unternehmen. Analysiert wurden Produktsiegel (u. a. FAIRTRADE, Bio) sowie unternehmensweite Praktiken gemäß der Chocolate Scorecard (Koalition von Universitäten und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Produktions- und Konsumländern). Die Bewertung umfasst über 80 Fragen in 7 Bereichen Transparenz & Nachverfolgbarkeit, existenzsichernde Einkommen, Kinder- & Zwangsarbeit, Entwaldung & Klima, Agroforstsysteme, Pestizide, Geschlechtergerechtigkeit. Die Ergebnisse werden als Prozentwerte dargestellt. Österreichische Hersteller (Zotter, EZA und Manner) sind in der Chocolate Scorecard nicht bewertet und im Überblick rot-weiß-rot gekennzeichnet.

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