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Schneller, einfacher, stressfreier reisen: Digitales Forschungsprojekt zeigt neue Wege für Bahnhöfe

28.04.2026

Mit digitalen Zwillingen und KI zu weniger Gedränge und entspannterem Reisen im öffentlichen Verkehr.

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Projektleiterin und HCU-Professorin Ayse Glass und Staatssekretär Thomas Jarzombek testen das Living Lab in der Gleishalle Oberhafen © HCU Kommunikation, Zahra Rostami
Wie kann Bahnfahren künftig angenehmer, besser organisiert und weniger stressig werden? 

Dieser Frage widmete sich das Forschungsprojekt FPOplus (Fahrplanoptimierung „plus“) der HafenCity Universität Hamburg. Am 20. April wurde das Projekt mit einer interaktiven Abschlussveranstaltung in der Gleishalle Oberhafen präsentiert – inklusive eines öffentlich erlebbaren „Hamburg Living Lab“. 

Bahnhöfe im digitalen Zwilling
 

Im Zentrum des Projekts stand die Idee, reale Bahnhofsprozesse mit digitalen Simulationen zu verbinden. Im sogenannten Living Lab wurde eine reale Infrastruktur mit einem digitalen Zwilling verknüpft. So konnten moderne Prognosemodelle entwickelt werden, die Fahrgastströme vorausschauend analysieren und steuern.
 

Ziel ist es, Nah- und Regionalverkehr besser auszulasten, Überfüllungen zu vermeiden und das Reisen insgesamt effizienter und stressfreier zu gestalten. 


Neue Datenbasis für bessere Steuerung
 

Das Projekt reagiert auch auf Entwicklungen der vergangenen Jahre, insbesondere auf die hohen Fahrgastzahlen nach dem 9-Euro- und dem 49-Euro-Ticket in Deutschland. Diese führten an vielen Bahnhöfen und in Zügen zu Überlastungen, Verspätungen und teils unvorhersehbarem Reiseverhalten.

Projektleiter Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow erklärte dazu:  
„Spontanes Reiseverhalten und schwer prognostizierbare Bewegungsmuster haben das System stark belastet. Durch die Kombination von Sensorik, 5G-Technologie, digitalen Zwillingen, Data Lakes und KI konnten wir eine deutlich bessere Informationsbasis schaffen. Dadurch werden präzisere Vorhersagen und konkrete Handlungsempfehlungen möglich.“

Diese Erkenntnisse können nicht nur für die Fahrplanoptimierung genutzt werden, sondern auch für die aktive Steuerung von Menschenströmen – etwa über Ampelsysteme oder Navigations-Apps in Bahnhöfen. 


Beitrag der Technischen Universität Hamburg

Maßgeblich beteiligt am Projekt war auch die  Technische Universität Hamburg (TUHH). Prof. Dr. Andreas Timm-Giel betonte die Bedeutung moderner Funktechnologien und datenbasierter Modelle:

„Wir können heute sehr genau erfassen, wie viele Menschen sich in bestimmten Bereichen aufhalten. Damit lassen sich Fahrgastströme gezielt lenken und über mobile Anwendungen besser steuern.“

Gemeinsam mit dem Institut für Hochfrequenztechnik sowie weiteren Partnern trug die TUHH dazu bei, ein System zu entwickeln, das nicht nur die Auslastung misst, sondern Reisende auch aktiv durch Bahnhöfe navigieren kann.  


Mehr Komfort und Sicherheit für Fahrgäste
 

Die Ergebnisse des Projekts zeigen deutliches Potenzial: Gedränge kann reduziert, Orientierung verbessert und insbesondere die Situation für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erleichtert werden. Auch Verspätungen lassen sich durch bessere Planung und Steuerung verringern.

Das entwickelte Testfeld gilt als Modell für zukünftige Anwendungen – nicht nur im Bahnverkehr, sondern auch an anderen stark frequentierten Orten wie Flughäfen oder Messen. 


Ein Blick in die Zukunft der Mobilität

Das Projekt FPOplus wurde im Rahmen der Förderlinie ImmoNT des deutschen  Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung gefördert. Beteiligt waren neben der HafenCity Universität auch die TU Hamburg, die Universität zu Lübeck, die RPTU Kaiserslautern-Landau sowie Industriepartner wie die Deutsche Bahn AG.  

Bei der Abschlussveranstaltung machte sich  Staatssekretär Thomas Jarzombek  selbst ein Bild vom Living Lab und betonte die Bedeutung solcher Projekte für die digitale Zukunft der Mobilität.

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