Schlatenkees Gletscher schmilzt rasant: Neue Bilder zeigen Folgen der Klimakrise
Aufnahmen aus August 2026 wurden mit Bildern aus dem Jahr 2019 verglichen. Das Ergebnis ist eindrucksvoll: Große Teile des Eises sind verschwunden, an ihrer Stelle hat sich ein weitläufiger Schmelzwassersee gebildet. Bei den letzten Messungen im Jahr 2023 war der Gletscher bereits innerhalb eines Jahres um fast 100 Meter zurückgegangen.
Für Greenpeace sind die Aufnahmen ein deutliches Zeichen für die Geschwindigkeit der Klimakrise. „Die Gletscher sind ein Spiegel der Klimakrise“, sagt Klimaexpertin Jasmin Duregger. Die Organisation fordert von der Bundesregierung ein ambitioniertes Klimagesetz mit verbindlichen Pfaden zur Klimaneutralität 2040. Auch Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Bauprojekten in Gletschergebieten müssten ausgeweitet werden.
Der Verlust der Gletscher hat zudem Auswirkungen auf das alpine Klima selbst. Intakte Eisflächen reflektieren Sonnenstrahlung und tragen zur Kühlung der Umgebung bei. Mit ihrem Verschwinden kann sich die regionale Erwärmung zusätzlich verstärken.
Wie stark die Alpengletscher zurückgehen, hängt wesentlich davon ab, wie stark die globale Erwärmung begrenzt werden kann. Modellberechnungen der ETH Zürich zeigen: Bei einer Begrenzung auf 1,5 Grad Celsius könnten bis 2100 noch rund zwölf Prozent der Alpengletscher erhalten bleiben. Bei zwei Grad wären es nur noch etwa acht Prozent. Bei einer Erwärmung um vier Grad würde hingegen nahezu die gesamte Eisbedeckung verschwinden.
Die Bilder vom Schlatenkees machen damit sichtbar, was Klimamodelle für die Zukunft prognostizieren: Mit jedem weiteren Zehntelgrad Erwärmung schrumpft der Spielraum für die alpinen Gletscher.
Die Fotodokumentation von Mitja Kobal wurde bei den „International Landscape Photographer of the Year Awards“ mit dem zweiten Platz in der Kategorie „Foto des Jahres“ ausgezeichnet.