Schindler Österreich realisiert ersten Aufzug im Holzschacht für die ÖBB
„Mit dem Projekt in Bregenz unterstreicht Schindler Österreich seine Innovationskraft für nachhaltige Mobilitätslösungen durch hybride Bauweise und setzt einen weiteren Schritt in Richtung zukunftsorientiertes Bauen“, betont Geschäftsführerin Janine Schwabe-Häder.
Der neue Aufzug am Vorplatz der Bahnüberführung verbindet Funktionalität mit architektonischem Anspruch. Der Schacht wurde in Massivholzbauweise errichtet und durch Glasflächen an Vorder- und Rückseite offen gestaltet. Dadurch fügt sich die Anlage transparent und modern in das Umfeld ein – ein bewusstes Statement, insbesondere in Vorarlberg, das als Vorreiter im Holzbau gilt.
Technisch erfüllt der Aufzug alle Anforderungen des öffentlichen Verkehrs: Zwei Haltestellen, eine Förderhöhe von 6,45 Metern und eine Tragfähigkeit von 1.600 Kilogramm gewährleisten einen leistungsfähigen Betrieb. Eine Glaskabine, eine Geschwindigkeit von 1 m/s sowie eine automatische Notbefreiung bei Stromausfall sorgen für Komfort und Sicherheit.
Schindler Österreich verfügt bereits über umfangreiche Erfahrung im Holzbau: Mehr als 60 Aufzüge wurden österreichweit in entsprechenden Konstruktionen realisiert. Das hybride Konzept kombiniert ein Fundament aus Beton und Stahl – für Stabilität und Statik – mit Holz als nachhaltigem und ästhetischem Baustoff.
Eine eigens zertifizierte Methode ermöglicht dabei die sichere Integration der Aufzugstechnik in Holzstrukturen. Voraussetzung ist eine präzise Planung und Vorbereitung des Schachts. Die Montage vor Ort erfolgt effizient und strukturiert, bei gleichzeitig deutlich reduzierter Staubentwicklung.
„Anforderungen an Statik und Brandschutz lassen sich bei einem hybriden Holzschacht zuverlässig erfüllen. Gleichzeitig sorgen unsere durchdachten Schnittstellen zwischen Aufzug und Schacht für eine effiziente Umsetzung, einen reibungslosen Montageablauf und die verlässliche Einhaltung der Bauzeiten“, erklärt Schwabe-Häder.
Das Projekt steht auch im Kontext der steigenden Bedeutung klimafreundlicher Bauweisen. Der Gebäudesektor ist weltweit für rund 38 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich, etwa die Hälfte davon entfällt auf die Herstellung und Verarbeitung von Baustoffen wie Zement und Stahl.
Holz bietet hier entscheidende Vorteile: Es ist ein nachwachsender Rohstoff, speichert CO₂ langfristig und ermöglicht durch Vorfertigung schnellere Bauprozesse. Ein Kubikmeter verbautes Holz bindet etwa eine Tonne CO₂. Gleichzeitig reduziert das geringere Gewicht die Anforderungen an die Tragstruktur und eröffnet neue Möglichkeiten, etwa bei Aufstockungen.
Dass Aufzugsschächte nicht zwingend aus Beton oder Mauerwerk bestehen müssen, zeigt das Projekt in Bregenz eindrucksvoll. Holz etabliert sich zunehmend als Alternative – auch im Infrastrukturbereich. Die Vorteile reichen von schnelleren und saubereren Montageprozessen bis hin zu vereinfachter Planung, da aufwendige Einbauelemente teilweise entfallen.
Herausforderungen bestehen weiterhin im Bereich Brandschutz: Da bestehende Normen wie die EN 81-58 Holzlösungen nicht vollständig abdecken, sind projektspezifische Abstimmungen mit Brandschutzexpertinnen und -experten erforderlich.
Mit dem ersten ÖBB-Aufzug im Holzschacht setzt Schindler Österreich ein deutliches Zeichen für die Zukunft des Bauens. Das Projekt verbindet Nachhaltigkeit, technische Innovation und architektonische Qualität – und zeigt, welches Potenzial im Zusammenspiel von Holzbau und moderner Infrastruktur steckt.