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Saubere Mobilität in Shanghai

21.10.2004

Ein ganz besonderes 2–Liter Auto, mit Wasserstoff betrieben, feiert derzeit in Shanghai Premiere.

Das in der Schweiz ansässige Forschungszentrum der Michelin–Gruppe und das Paul Scherrer Institut (PSI) haben den Prototypen eines leichten Personenwagens entwickelt. Das Auto verbraucht bedeutend weniger Rohstoffe und sehr wenig Energie. Es fährt abgasfrei. Den ersten öffentlichen Auftritt hatte das Brennstoffzellen–Fahrzeug am Challenge Bibendum, dem weltgrössten Wettbewerb für zukunftsweisende Antriebskonzepte, der 2004 erstmals in China stattfindet.
Der HY–LIGHT ist ein Viersitzer, den Sprung von Tempo null auf 100 schafft er unter zwölf Sekunden. Den dröhnenden Auspuff am Heck sucht man dagegen vergeblich. Der HY–LIGHT fährt mit einem Brennstoffzellen–System. Die Brennstoffzellen produzieren aus Wasserstoff und Sauerstoff elektrischen Strom. Als Abgasprodukt entsteht einzig und allein Wasserdampf – keine Spuren von Stickoxiden, Treibhausgasen und Feinstaub.
Der Strom wird beim HY–LIGHT durch einen elektrischen Antriebsstrang geleitet, dessen letzte Elemente zwei kompakte Elektromotoren sind, die in den Vorderrädern sitzen. Wenn der Wagen bremst, wird die dabei umgewandelte Bewegungsenergie in so genannten Supercaps gespeichert. Solche Kondensatoren können die Elektrizität wieder abgeben und so die Motorleistung auf kurze Zeit von 30 Kilowatt (41 PS) auf 75 Kilowatt (102 PS) steigern.

Weniger Ressourcen dank Leichtgewicht

Neben dem umweltfreundlichen Brennstoffzellen–Antrieb kann der HY–LIGHT weitere ökologische Vorteile präsentieren. Das Leichtgewicht wiegt netto nur 850 Kilogramm. Nicht nur seine Herstellung verbraucht deshalb erheblich weniger Rohstoffe, auch sein Treibstoffverbrauch ist niedrig, entspricht er doch gerade noch – auf Benzin umgerechnet, etwa zwei Litern Benzin pro 100 Kilometer. Die Brennstoffzelle ist mit einem Wirkungsgrad von rund 60 Prozent dreimal effizienter als herkömmliche Verbrennungsmotoren im Durchschnitt. Mit einer Tankfüllung lassen sich daher 400 Kilometer fahren; auch dies ist ein Spitzenwert für ein Brennstoffzellen–Auto.

Input aus der Grundlagenforschung

Der HY–LIGHT ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen dem Forschungszentrum der Michelin–Gruppe, ansässig in Givisiez bei Fribourg, und dem PSI im aargauischen Villigen. Das PSI hat das Brennstoffzellen–System entwickelt und seine langjährige Erfahrung in der Grundlagenforschung der Elektrochemie eingebracht. Mit der neuen Zelle und den verbesserten Supercaps gelang ein Technologiesprung hinsichtlich Effizienz der Energieumwandlung. Michelin hat den gesamten Antriebsstrang sowie die Elektromotoren und das Chassis–Management konstruiert, das auf einer elektrischen aktiven Aufhängung basiert. Damit wird das Fahrzeug in Kurven und beim Bremsen stabilisiert, was eine bequeme und sichere Fahrweise ermöglicht. Wasserstoff und Sauerstoff sind in speziellen Behältern in der Fahrzeugstruktur gelagert und gegen Erschütterungen geschützt.
In knapp 20 Monaten hat das engagierte Team aus Wissenschaft und Industrie den Prototypen gebaut und getestet. Seine Leistungsfähigkeit kann der HY–LIGHT nun erstmals öffentlich in Shanghai am Challenge Bibendum demonstrieren, dem weltgrössten Wettbewerb für umweltverträgliche Kraftfahrzeuge. In der Schweiz wird das Brennstoffzellen–Auto Ende November 2004 am PSI vorgestellt.
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21.10.2004 | Autor*in: holler
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