S18: Vorprojekt genehmigt - Kritik an Kosten, Zeitplan und Verkehrswirkung
Das Vorprojekt für die geplante S18 Bodensee Schnellstraße ist genehmigt. Damit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem der größten Straßenbauprojekte Vorarlbergs abgeschlossen. Die geplante Trasse soll den Verkehr im Raum Lustenau und im unteren Rheintal entlasten. Gleichzeitig bleiben die Kosten, die lange Projektdauer und die Auswirkungen auf das Ried zentrale Streitpunkte.
Die von Bund und ASFINAG bevorzugte Trassenvariante wird derzeit mit rund 2,1 Milliarden Euro veranschlagt. Eine Entlastung für die betroffenen Gemeinden ist allerdings erst langfristig zu erwarten. Nach aktuellem Zeitplan soll das Projekt frühestens 2028 zur Genehmigung eingereicht werden. Als leere Propaganda bezeichnet die autobahnerfahrene Umweltorganisation VIRUS die Bekanntgabe der Genehmigung des so genannten Vorprojekts zur S18 Bodensee Schnellstraße durch den Verkehrsminister. VIRUS geht davon aus, dass sich das anschließende Genehmigungs- und Beschwerdeverfahren noch über viele weitere Jahre ziehen könnte.
Kritik kommt unter anderem auch von den Grünen. Verkehrssprecherin Elisabeth Götze bezweifelt, dass eine neue Straße die Verkehrsprobleme der Region nachhaltig lösen kann. Sie verweist auf internationale Erfahrungen und Studien, wonach zusätzliche Straßen häufig auch zusätzlichen Verkehr erzeugen können. Stattdessen fordert sie einen stärkeren Ausbau von Bahn und öffentlichem Verkehr.
Auch die geplanten Kosten sorgen für Diskussionen. Die Grünen sehen in den rund 2,1 Milliarden Euro eine Summe, die alternativ in den Ausbau von Bahnverbindungen, Busangeboten und andere Mobilitätslösungen investiert werden könnte.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Verlauf der geplanten Straße im Bereich des Rieds. Das Feuchtgebiet mit meterdicken Torfschichten und wertvollen Biotopen ist als Natura-2000- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Kritiker befürchten Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die Biodiversität. Die ASFINAG verweist dazu auf den hohen Tunnelanteil der geplanten Trasse.
Umstritten ist auch die Akzeptanz der bevorzugten CP-Trasse in der Bevölkerung. Bei einer Volksbefragung in Lustenau im Jahr 2023 sprachen sich 77 Prozent der Teilnehmenden gegen diese Variante aus. Auch die Gemeinde Höchst hat sich wiederholt kritisch zu einer Anschlussstelle in der geplanten Dimension geäußert.
Befürworter des Projekts sehen in der S18 hingegen eine wichtige Voraussetzung für eine langfristige Verkehrsentlastung im unteren Rheintal. Eines scheint fix: Auch wenn das Vorprojekt genehmigt ist, sind bis zu einer tatsächlichen Umsetzung noch umfangreiche Genehmigungsverfahren und weitere politische Entscheidungen erforderlich. Der Vorarlberger Grünen Klubobmann und Verkehrssprecher Daniel Zadra sieht einen Irrweg in Richtung Milliardengrab.