Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie(current)2
    • Umweltschutz
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Ersatz fossiler Energie
KEY26 850x109 ted static

Russisches Gas durch die Hintertür: Deutschlands wachsende Abhängigkeit über Belgien

06.11.2025

Obwohl Deutschland offiziell kein russisches Flüssiggas (LNG) mehr importiert, steigt der Anteil von Gas russischer Herkunft im deutschen Energiemix offenbar wieder - über einen Umweg.

PipelineGas.jpg.jpg
© Johannes Rupf auf Pixabay / Pipeline

Berlin - Nach Recherchen von Montel News gelangt zunehmend russisches LNG über  Belgien ins deutsche Gasnetz.
 

Umgehung über Belgien 

Der Grund dafür liegt paradoxerweise in einer EU-Sanktion: Seit März 2025 gilt ein Verbot, russisches LNG in europäischen Häfen umzuschlagen und weiterzuverkaufen. Was als Schritt gegen Moskau gedacht war, hat zur Folge, dass mehr russisches Gas in Belgien verbleibt, dort regasifiziert und anschließend über Pipelines weiterverteilt wird -  auch nach Deutschland.

Während Deutschland selbst russisches LNG an seinen Terminals untersagt, erlaubt es die Einfuhr über Drittländer weiterhin. Laut Daten des Analyseunternehmens Kpler kamen zwischen Januar und Oktober rund 3 Millionen Tonnen russischen LNG über das belgische Terminal Zeebrügge an. Das ist kaum weniger als im Vorjahr.

Gleichzeitig schnellten die Pipeline-Lieferungen von Belgien nach Deutschland in die Höhe: Laut dem Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe flossen zwischen Ende März und Ende Oktober durchschnittlich 650 GWh pro Tag,  fast 50 %  mehr  im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
 

„Schönfärberei“ und Verantwortungslosigkeit 

Woher das Gas tatsächlich stammt, bleibt unklar. „Die Nachverfolgung einzelner Moleküle bis zu ihrem Ursprung ist eine Illusion“, sagt Tobias Federico, Chefanalyst bei Montel Analytics.

Kritiker werfen Deutschland und der EU vor, die Realität schönzureden. „Deutschland betreibt im Prinzip Schönfärberei“, sagt Angelos Koutsis von der belgischen Umweltorganisation Bond Beter Leefmilieu. „Am Ende kann jedes Land behaupten, die Verantwortung liege bei den anderen – während die Nachfrage nach russischem LNG weiter steigt.“
 

Offizielle Beschwichtigung 

Aus Berlin heißt es dagegen beschwichtigend, Deutschland sei „unabhängig von russischem Gas“. Ob jedoch Moleküle russischer Herkunft im europäischen Pipeline-Gemisch enthalten seien, „lasse sich nicht seriös sagen oder messen“, so ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums.
 

Der staatliche Gasimporteur Sefe  - ehemals Gazprom Germania - verweist auf den klaren Zeitplan der EU: Ab 2027 soll russisches LNG vollständig vom europäischen Markt verschwinden. Bis dahin, so ein Sprecher, beobachte man die regulatorischen Entwicklungen „mit großer Aufmerksamkeit“.

Sefe hat nach wie vor einen Liefervertrag über russisches LNG vom Jamal-Terminal bis 2040, auch wenn das Unternehmen betont, sein Portfolio inzwischen stark diversifiziert zu haben. Das aktuelle Umladeverbot habe „keinen direkten Einfluss“, da die Lieferungen aus Jamal ohnehin in Dünkirchen oder Zeebrügge ankämen.
 

Zwischen Sanktionen und Selbstbetrug 

Die Zahlen zeigen: Während Europa  offiziell  versucht, sich von russischer Energie zu lösen, verschieben sich lediglich die Routen.  Was offiziell als Erfolg der Sanktionen verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein komplexes Geflecht aus Energieabhängigkeit, Marktlogik und politischem Wunschdenken. Oder, wie Analyst Federico es formuliert: „Die Vorstellung, wir könnten russisches Gas einfach aus unseren Netzen verbannen, ist ein schöner Traum – aber einer, der sich in den Molekülen der Realität auflöst.“

Links

  • Artikel MONTEL News
  • Drucken
  • Empfehlen
06.11.2025 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

Deutscher Bundestag entscheidet über CO₂-Endlager in der Nordsee

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

70 Organisationen fordern von Umweltminister Totschnig die Bekämpfung des Taxonomie-Urteils

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Montag, 15. Dezember 2025, 67.947 Artikel Online

Weitere Themen

  • Atommülllager in der Schweiz: Neue Studie warnt vor ungelösten Risiken
  • Deutschland: Im 3. Quartal 2025  64,1 % des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen
  • E-Statcom stabilisiert Netz - Schwungräder überflüssig
  • STUDIE: Tschechiens Stromnetz gefährlich veraltet
  • Grüne Zustimmung ebnet Weg für das neue "Billigstromgesetz"
  • Weg zu einer klimaneutralen EU reduziert fossile Brennstoffe bis 2050 um 90 Prozent  
  • Wenn Kompromiss, dann E-Motor und Rangeextender
  • Energy Sharing als regionaler Motor der Energiezukunft
  • Expertenkommission mahnt: Für die Energiewende braucht es mehr Entschlossenheit - und ein modernes Marktdesign
  • Ägypten setzt auf Gigawatt-Energie: Wie das Land zur neuen Drehscheibe für erneuerbare Energien wird
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 1(current)
  • 2
  • 3
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
12.932 Artikel | Seite 1 von 1.294

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Hainburg ’84 – Eine Bewegung setzt sich durch Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2025 oekonews.at
PipelineGas.jpg.jpg

© Johannes Rupf auf Pixabay / Pipeline