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"Rück-Baubeginn" im AKW Stade in Deutschland

14.11.2003

Nach fast 32 Jahren Betriebszeit ist seit Freitagmorgen der Atomreaktor Stade endgültig stillgelegt

Der Reaktor sei gegen 08.30 Uhr erloschen, teilte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums mit. Mehr als drei Jahre nach der Einigung von Bundesregierung und Energiewirtschaft auf den Atomausstieg wurde damit das erste AKW vorzeitig stillgelegt. Der Abriss des 660-Megawatt-Reaktors ist bis zum Jahr 2015 geplant und soll nach Angaben der E.ON Kernkraft in Hannover etwa 500 Millionen Euro kosten.
Gegen Mittag will E.ON auf einer Pressekonferenz Einzelheiten über den Abriss bekannt geben. Die rot-grüne Bundesregierung und die AKW-Betreiber hatten sich im so genannten Energiekonsens im Juni 2000 auf eine schrittweise Stilllegung aller 19 kommerziell betriebenen deutschen Atomkraftwerke geeinigt. Das AKW Stade wird fast ein Jahr früher abgeschaltet werden, als es die Ausstiegsvereinbarung vorsieht. Nach dem AKW Obrigheim, das schon seit 1968 Strom erzeugt, ist das AKW Stade das zweitälteste kommerzielle Atomkraftwerk in Deutschland.
Die Genehmigung für den in fünf Schritten geplanten Abriss, den so genannten "Rückbau", des AKW Stade will das Umweltministerium in Hannover im Jahr 2004 erteilen. Der Rückbau des nuklearen Teils der Anlage könne im Jahre 2005 nach dem Abtransport aller abgebrannten Brennelemente beginnen. Für den Abriss soll eigens ein atomares Zwischenlagers auf dem Kraftwerksgelände in Stade erreichtet werden, das radioaktiv belastete Komponenten des Reaktors bis zu 40 Jahre lang aufnehmen soll.
E.ON begründet die schon im Sommer 2001 beantragte Stilllegung des Stader Reaktors betriebswirtschaftlich. Sinkende Erlöse auf Grund der Liberalisierung des Strommarktes, eine drastische Erhöhung des Wasserentnahmegeldes in Niedersachsen und das Verbot der Auslandswiederaufarbeitung ab 2005 hätten das Kraftwerk unwirtschaftlich gemacht.
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14.11.2003 | Autor*in: willfurth
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