Repowering des EVN-Windparks Großsierning startet
Künftig wird der Windpark somit aus nur noch sechs Anlagen bestehen – und dennoch rund das 2,5-Fache an Strom erzeugen wie bisher. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie technischer Fortschritt den Ausbau erneuerbarer Energien effizienter und flächenschonender macht.
Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf sieht das Projekt als wichtigen Baustein der niederösterreichischen Energiepolitik:
„In Zukunft wird es statt zehn Anlagen nur noch sechs geben, und trotzdem produzieren sie mehr als doppelt so viel Ökostrom. Im Arbeitsübereinkommen haben sich ÖVP und FPÖ den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien – insbesondere der Windkraft – vorgenommen. Die jüngst erhöhten Ausbauziele zeigen klar: Wir wollen unabhängiger von Stromimporten werden, die Versorgungssicherheit erhöhen und gleichzeitig die Wirtschaft stärken.“
Auch die Vertreter der drei beteiligten Gemeinden begrüßen den nächsten Entwicklungsschritt:
„Wir haben uns bereits vor über 20 Jahren bewusst für die Windkraft entschieden. Dass wir nun einen noch größeren Beitrag zu einer erneuerbaren Energiezukunft leisten können, freut uns besonders.“
Die Gemeinden gelten seit Langem als Vorreiter in Sachen Energiewende. Besonders Haunoldstein geht mit der Bürger-Energiegemeinschaft (BEG) einen innovativen Weg: Als erste Energiegemeinschaft Europas vereint sie Windkraft-, Wasserkraft- und Photovoltaikanlagen. Dank dieser diversifizierten Erzeugung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über 90 Prozent ihres Strombedarfs direkt aus der BEG decken.
EVN-Vorstandsdirektor Stefan Stallinger unterstreicht die Bedeutung des Projekts im Gesamtkontext der Unternehmensstrategie:
„Bis 2030 will die EVN ihre Windkraftleistung von derzeit rund 530 Megawatt auf 770 Megawatt ausbauen. Repowering-Projekte wie jenes in Großsierning sind dafür ein zentraler Bestandteil.“
Der Windpark erstreckt sich weiterhin über die Gemeinden Haunoldstein, Markersdorf-Haindorf und Hürm – wenn auch mit veränderter Struktur:
Haunoldstein: Zum bestehenden Windrad kommen zwei neue Anlagen hinzu.
Markersdorf-Haindorf: Fünf alte Windräder werden abgebaut und durch drei neue ersetzt.
Hürm: Die bisherigen vier Windräder werden abgetragen, künftig stehen keine Anlagen mehr auf dem Gemeindegebiet.
Die Bedeutung Hürms für das Projekt bleibt dennoch hoch: Auf rund 2.000 Quadratmetern entstehen naturnahe Gehölzstreifen, die als wertvolle Rückzugsräume für Vögel und Kleinwild dienen.
Mit dem Repowering steigt die Gesamtleistung des Windparks von 16,2 auf 26,5 Megawatt. Damit können künftig rund 22.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden – im Vergleich zu bisher etwa 8.000 Haushalten. Die Fertigstellung des erneuerten Windparks ist für Mai 2027 geplant.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie die Energiewende durch moderne Technik, regionale Zusammenarbeit und langfristige Planung erfolgreich umgesetzt werden kann.