Rekord zum Start der Osterwoche: Windkraft deckte rund 50% des Strombedarfs von Österreich
Wien – Am Freitag, dem 27. März, wurden mit 87,2 Gigawattstunden (GWh) so viele Windenergie wie noch nie an einem einzelnen Tag erzeugt. Damit deckte die heimische Windkraft rund 50 Prozent des gesamten Stromverbrauchs.
Der bisherige Höchstwert von 81 GWh aus dem Jänner 2025 wurde damit deutlich übertroffen. Bereits ab Donnerstag stellte die Windenergie die wichtigste Stromquelle im Land dar. Auch das darauffolgende Wochenende blieb auf hohem Niveau: Am Samstag wurden 80,3 GWh eingespeist, am Palmsonntag sogar 81,2 GWh – genug, um mehr als zwei Drittel des Strombedarfs zu decken.
Windkraft als stabiler Faktor in unsicheren Zeiten
Die neuen Rekordwerte fallen in eine Phase steigender Energiepreise. Hintergrund sind geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die den Gaspreis erneut in die Höhe treiben. „Dieser neue Spitzenwert zeigt, wie wichtig Windenergie gerade jetzt ist“, betont Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft. Die heimische Windkraft liefere „sauberen, regionalen Strom und wirkt gleichzeitig preisstabilisierend“.
Allein die am Freitag erzeugte Strommenge entspricht dem Jahresverbrauch von rund 25.000 Haushalten. Alternativ gerechnet könnte mit dieser Energiemenge ein Elektroauto etwa 12.000 Mal die Erde umrunden.
Schlüsselrolle im Winterhalbjahr
Besonders deutlich wird die Bedeutung der Windkraft im Winter: Rund zwei Drittel der jährlichen Produktion fallen in das Winterhalbjahr – also genau dann, wenn Photovoltaik und Wasserkraft weniger beitragen und Österreich verstärkt auf Energieimporte angewiesen ist. Die Windenergie trägt damit wesentlich zur Versorgungssicherheit bei.
Aktuell sind in Österreich 1.447 Windräder mit einer Gesamtleistung von 4.221 Megawatt in Betrieb. Sie versorgen rund 2,7 Millionen Haushalte mit Strom. Moderne Anlagen erreichen dabei eine hohe Effizienz: Ein einzelnes Windrad kann mittlerweile etwa 5.200 Haushalte versorgen.
Großes Ausbaupotenzial vorhanden
Das Potenzial für weiteren Ausbau ist beträchtlich. Derzeit sind rund 1.200 Megawatt Windkraftleistung baureif und könnten kurzfristig realisiert werden. Diese Anlagen würden jährlich über 3 Terawattstunden zusätzlichen Strom liefern.
Für Maringer ist die Richtung klar: „Wer Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit und stabile Preise will, setzt auf heimische erneuerbare Energien – und insbesondere auf Windkraft.“ Der Ausbau sei keine Option, sondern eine Notwendigkeit für eine langfristig sichere Energiezukunft Österreichs.