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Recht auf Reparatur: Berlin-Neukölln macht vor, wie es funktionieren kann

02.07.2026

Elektrogeräte müssen künftig reparaturfähig sein

NMNK Kampagne Motive1.jpg
© NEW STANDARD.S

Berlin. Mit der Entscheidung für das neue  „Recht auf Reparatur“ stärkt der deutsche Bundestag die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Hersteller bestimmter Elektrogeräte müssen künftig Reparaturen auch Jahre nach dem Kauf zu angemessenen Preisen ermöglichen. Während diese Vorgaben erst nach und nach umgesetzt werden, ist Berlin-Neukölln bereits einen Schritt weiter: Der Bezirk verfügt über ein dichtes Netzwerk an Reparaturangeboten und setzt dabei auf digitale Unterstützung.
 

Mehr als 130 Reparaturbetriebe und Repair Cafés bieten in Neukölln Hilfe für defekte Elektrogeräte, Fahrräder, Textilien und andere Alltagsgegenstände an. Ziel ist es, Reparaturen einfacher zugänglich zu machen und so die Lebensdauer von Produkten zu verlängern.
 

Eine zentrale Rolle spielt dabei ein KI-gestützter RepairBot, der über WhatsApp erreichbar ist. Nach dem Scannen eines QR-Codes können Nutzerinnen und Nutzer Fragen wie „Mein Toaster ist kaputt – was kann ich tun?“ oder „Wo ist das nächste Repair Café?“ stellen. Der Chatbot greift auf aktuelle Daten zu Reparaturbetrieben und Repair Cafés im Bezirk zu und vermittelt passende Anlaufstellen.

 

Begleitet wird das Angebot von der Kampagne „Reparieren ist smarter“, die von der Berliner Nachhaltigkeitsberatung NEW STANDARD.S entwickelt wurde. Auf rund 140 Werbeflächen im gesamten Bezirk sowie in den sozialen Medien wirbt sie mit humorvollen Motiven für das Reparieren statt Wegwerfen. Gezeigt werden zunächst kreative Behelfslösungen für kaputte Gegenstände, bevor die eigentliche Botschaft folgt: Reparieren ist oft die nachhaltigere und langfristig sinnvollere Alternative.
 

„Viele Menschen wissen schlicht noch nicht, wo sie Reparaturangebote finden oder welche Dinge sich überhaupt reparieren lassen“, sagt Maximilian Mauracher, Geschäftsführer von NEW STANDARD.S. Gerade angesichts steigender Lebenshaltungskosten könne Reparieren Geld sparen und gleichzeitig Ressourcen schonen. Das Modell aus Neukölln zeige, wie sich politische Ziele wie das Recht auf Reparatur bereits heute im Alltag umsetzen lassen  und könne auch anderen Städten als Vorbild dienen.
 

Mit dem Zusammenspiel aus einem engmaschigen Reparaturnetzwerk, digitaler Vermittlung und einer aufmerksamkeitsstarken Informationskampagne will Berlin-Neukölln zeigen, dass Reparieren nicht nur umweltfreundlich, sondern auch unkompliziert sein kann. Damit wird der Berliner Bezirk zu einem praktischen Beispiel dafür, wie eine funktionierende Reparaturkultur aussehen könnte.

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