Raus aus Kohle, Öl und Gas
Ein historischer Meilenstein für Klima- und Naturschutz: Beim Weltkongress der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) in Abu Dhabi wurde die Resolution 042 angenommen - ein Antrag, den WWF International gemeinsam mit zehn Mitunterzeichnern eingebracht hatte. Damit hat das weltweit größte und vielfältigste Naturschutznetzwerk erstmals offiziell die Lücke in der internationalen Regulierung der fossilen Energieproduktion anerkannt.
Die verabschiedete Resolution enthält die bislang stärkste Formulierung zum Thema fossile Brennstoffe in der Geschichte der IUCN. Sie verweist ausdrücklich auf die Möglichkeit eines „Fossil Fuel Non-Proliferation Treaty“, eines internationalen Vertrags zur Beendigung der Förderung und Nutzung von Kohle, Öl und Gas bei gleichzeitiger Sicherstellung einer gerechten Transformation hin zu nachhaltigen Energiesystemen.
Mit dieser Entscheidung wird die IUCN zum ersten umweltorientierten multilateralen Zusammenschluss, der sich der wachsenden Bewegung für ein solches Abkommen anschließt - Seite an Seite mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europäischen Union und inzwischen 17 Staaten weltweit.
Besonders bemerkenswert ist der klare Zusammenhang, den die Resolution zwischen Biodiversitätsschutz und dem Ausstieg aus fossilen Energien herstellt. Sie ruft die Amazonas-Staaten und IUCN-Mitglieder dazu auf, eine „fossil fuel non-proliferation zone“ zu schaffen – eine Zone, in der Exploration und Förderung fossiler Rohstoffe verboten sind und in der indigene Völker und lokale Gemeinschaften aktiv beteiligt werden. Dieses Signal gilt als richtungsweisend für kommende internationale Gipfeltreffen - insbesondere für die Klimakonferenz COP30 in Brasilien.
Für die Befürworter*innen ist diese Entscheidung ein entscheidender Durchbruch, aber auch ein Auftakt: In den kommenden Monaten will die IUCN gemeinsam mit ihren Fachkommissionen konkrete Schritte zur Umsetzung der Resolution entwickeln. Parallel dazu sollen globale Kampagnen und diplomatische Initiativen vorbereitet werden, um möglichst viele Länder für die Teilnahme an der ersten internationalen Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen 2026 zu gewinnen.
Der Beschluss markiert einen Wendepunkt in der internationalen Umweltpolitik und sendet ein klares Signal: Der Schutz von Klima und Natur lässt sich nur erreichen, wenn die Ära der fossilen Brennstoffe endgültig endet.