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PwC-Marktcheck 2025: Österreich steckt in der Energiewende fest - und die Uhr tickt gnadenlos

04.12.2025

Österreich droht seine Klimaziele zu verfehlen: Nicht aus Mangel an Technologie, nicht aus fehlender Zustimmung der Bevölkerung, sondern weil das Land wertvolle Zeit verspielt. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt der „Marktcheck Energiewende 2025“ von PwC Österreich.

ErneuerbareEnergien.jpg
© seagul pixabay.com
Die Frage ist nicht mehr ob wir die Energiewende schaffen - sondern ob wir sie rechtzeitig schaffen“, warnt Michael Sponring, Energy-&-Utilities-Leiter bei PwC. Während sich die Welt beim 30. Klimagipfel wieder in endlosen Grundsatzdebatten verloren hat, kämpfen in Österreich entscheidende Projekte mit politischen Verzögerungen, lokalen Widerständen und fehlender Planungssicherheit. 


 24 Milliarden fehlen : Das Netz droht zum Flaschenhals zu werden 

Die dramatischste Zahl im Bericht: 24,2 Milliarden Euro. So groß ist die Investitionslücke, die bis 2030 geschlossen werden müsste, um Österreichs Verteilernetze fit für erneuerbare Energien zu machen. Ohne diesen Ausbau bleibt die Energiewende stecken.

Heute entscheiden häufig jene Projekte, die zuerst eingereicht werden und nicht jene, die das Land strategisch am dringendsten braucht. Das „First come, first served“-Prinzip sorgt dafür, dass Strom aus Wind-, Solar- oder Industriestandorten abgewiesen wird, weil schlicht, so meinen zumindest die Netzbetreiber, kein Platz mehr im Netz ist.

Die Folge: Höhere Kosten für Haushalte, Verzögerungen bei klimarelevanten Projekten und ein wachsender Vertrauensverlust in Österreichs Energiepolitik. 

 

Industrie und Politik: Beide wissen, was eigentlich zu tun wäre, aber niemand zieht durch
 

Zwischen 102 und 178 Milliarden Euro zusätzlich werden laut Institut für Höhere Studien bis 2040 notwendig sein, um Österreich klimaneutral zu machen. Doch vielen Unternehmen fehlt die rechtliche und finanzielle Planungssicherheit.
 

Die Industrie verursacht 45 % aller CO₂-Emissionenm, doch sie investiert nur dann in grüne Technologien, wenn die Rahmenbedingungen verlässlich und attraktiv sind. Genau daran hapert es! 

„Unter den aktuellen Bedingungen ist eine erfolgreiche Energiewende kaum realisierbar“, sagt Sponring. Die Forderung ist klar: Politik und Wirtschaft müssen endlich gemeinsam handeln – in einem nationalen Schulterschluss. 

 

Fünf Hebel, die Österreich jetzt betätigen muss,  der die Energiewende droht zu scheitern 

PwC hat mit 20 führenden Expert:innen gesprochen und daraus einen dringenden 5-Punkte-Katalog formuliert:

  1. Zentrale Steuerung statt Zuständigkeitschaos
    Eine nationale Koordinationsstelle soll die Energieplanung bündeln und Verantwortung klar zuweisen.

  2. Schnellere, verlässliche Verfahren
    Fixe Fristen, Fast Lanes, stabile Regeln – ohne das bleibt jeder Bauantrag ein Glücksspiel.

  3. Smarte Netze statt Engpass-Republik
    Kombination aus physischem Netzausbau und digitalen Lösungen wie Smart-Meter-Daten und einem Energy Data Space.

  4. Private Investitionen freisetzen
    Steuerliche Anreize, längere Abschreibungen und klare Geschäftsmodelle – nur so kommt genug Kapital ins System.

  5. Die Gesellschaft aktiv einbinden
    Bürgerbeteiligungen, einfache Mitmachmodelle und eine Fachkräfteoffensive sollen Akzeptanz und Tempo erhöhen.
     

Der gemeinsame Appell der Expert:innen ist unmissverständlich:
Jetzt handeln – nicht in fünf Jahren. 

 

Das Fazit ist klar:  Österreich hat alles, was es braucht – außer Zeit

Die Bevölkerung ist bereit. Die Technologie ist verfügbar. Das Know-how ist da. Was fehlt, ist politischer Mut und ein entschlossener Plan. Der Marktcheck zeigt: Wenn Österreich die Energiewende schaffen will, muss die Politik jetzt endlich die Bremsen lösen.

Sonst wird Österreich seine Klimaziele nicht nur verfehlen, sondern wird sie verpassen, obwohl es sie eigentlich hätte erreichen können.  Fatal - denn das kostet! 

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04.12.2025 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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