Puerto Rico riskiert teuren Ausbau fossiler Kraftwerke
Geplante neue Kraftwerke auf Basis importierten Erdgases könnten die ohnehin hohen Strompreise auf der Insel weiter erhöhen und die Klimaziele gefährden.
Der Bericht warnt vor einem übermäßigen Ausbau zentralisierter Stromerzeugungskapazitäten. Die Regierung plant zusätzliche Gas-Kraftwerke mit einer Leistung von rund 3.000 Megawatt, obwohl der tatsächliche Bedarf laut IEEFA nicht ausreichend belegt sei. Die Kosten für ungenutzte Kapazitäten würden letztlich die Stromkunden tragen.
Besonders kritisch sehen die Autoren die anhaltende Abhängigkeit von importiertem Erdgas. Diese mache Puerto Rico anfällig für Preisschwankungen und Lieferprobleme auf den internationalen Energiemärkten. Gleichzeitig drohe das Ziel, bis 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen, verfehlt zu werden – insbesondere durch den geplanten Einsatz von Biodiesel und grünem Wasserstoff.
Das IEEFA empfiehlt dem Staat stattdessen einen stärkeren Ausbau dezentraler erneuerbarer Energien wie Solaranlagen auf Hausdächern. Diese seien kostengünstiger, unabhängiger von geopolitischen Krisen und besser geeignet, die Energieversorgung langfristig stabil und bezahlbar zu machen.
Die IEEFA-Energieexpertin Cathy Kunkel kritisiert, dass wichtige Entscheidungen derzeit ohne transparente Planung und ohne öffentliche Berechnungen zu den Auswirkungen auf die Strompreise getroffen würden. Dies setze die Bevölkerung einem unnötigen Risiko von weiterhin vehement steigenden Energiekosten aus.