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Produktionsstopp in Katar treibt Gaspreise in die Höhe

03.03.2026

Maßgeblicher europäischer Gaspreisindex seit Freitag um 48 % angestiegen!

pexels-owen-outdoors-FOSSILENERGIE.jpg
© Owen.outdoors pexels.om
Die neueste Energiekrise aufgrund der Nah-Ost-Konflikte  hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Nach militärischen Angriffen hat QatarEnergy die LNG-Produktion in der weltweit größten Exportanlage eingestellt. Die Entscheidung sorgt für massive Turbulenzen auf den internationalen Energiemärkten –  auch in Europa, wie ICIS aufzeigt.

Der maßgebliche europäische Gaspreisindex, der ICIS TTF-Frontmonth-Benchmark, verzeichnete seit Freitag einen Anstieg um 48 Prozent. Am Montagmorgen lag die ICIS TTF Early-Day-Bewertung für April 2026 bei 13,94 US-Dollar pro MMBtu – ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortages. Nach der offiziellen Bestätigung des Produktionsstopps schnellten die Preise im volatilen Handel um weitere 20 Prozent nach oben. 


Straße von Hormus als Nadelöhr
 

Seit Samstag hat kein LNG-Tanker mehr die strategisch bedeutende Straße von Hormus passiert. Damit ist faktisch rund ein Fünftel der globalen LNG-Versorgung unterbrochen. Zwar wurde keine formelle Blockade verhängt, doch angesichts massiv gestiegener Sicherheits- und Versicherungsrisiken bleiben zahlreiche Tanker vor Anker. Die Unsicherheit über die Dauer der Störung verstärkt die Nervosität an den Märkten zusätzlich.

Auch der Ölmarkt reagierte prompt: Der Preis für Brent-Rohöl stieg um mehr als zehn Prozent. Marktbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass die Preisbewegung bislang nicht das volle Ausmaß eines möglichen strukturellen Angebotsschocks widerspiegelt – vor allem, weil der globale Ölmarkt vor der Eskalation vergleichsweise gut versorgt war. 


Europa indirekt betroffen
 

Europa importiert nur einen begrenzten Anteil seines LNG direkt aus Katar. Deutlich stärker abhängig sind jedoch asiatische Abnehmer. Diese strukturelle Verschiebung dürfte den Wettbewerb um flexible LNG-Lieferungen erheblich verschärfen – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Weltmarktpreise.

Hinzu kommt: Die europäischen Gasspeicher waren Anfang Februar lediglich zu rund 30 Prozent gefüllt. Damit steigt die Verwundbarkeit des Kontinents im Vorfeld der wichtigen Sommer-Nachfüllsaison. Sollten die Störungen auch im zweiten Quartal anhalten, drohen weitere Preissteigerungen bei Gas – und möglicherweise auch bei Öl, falls Schifffahrtsprobleme und Versicherungsbeschränkungen die Lieferketten weiter beeinträchtigen.

Die Instabilität der fossilen Energiemärkte  wird  damit wieder deutlich sichtbar. Die einzige Konsequenz, die nicht nur Europa, sondern aucn andere Märkte treffen sollte, lautet daher wieder einmal 100% erneuerbare Energie - lokal und regional erzeugt - im Strom genauso wie im Wärmebereich und im Verkehrssektor. Das macht einfach unabhängig!  

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03.03.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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