Preissturz bei Speichern: Batterien werden zum neuen Rückgrat der Energiewende
NEW YORK – Die Energiewelt erlebt derzeit eine paradoxe Entwicklung. Jahrelang kannten die Kosten für Erneuerbare Energien nur eine Richtung: nach unten. Doch der aktuelle „Levelized Cost of Electricity 2026“- Bericht von BloombergNEF zeigt, dass dieser Trend vorerst gestoppt ist. Lieferkettenengpässe und Protektionismus haben Wind- und Solarkraft im vergangenen Jahr verteuert. Doch inmitten dieser Steigerungen gibt es einen klaren Gewinner: die Batterietechnologie.
Der Speicher-Check: Rekordtief bei 78 Dollar
Die Zahlen sind beeindruckend. Die Kosten für vierstündige Batteriespeicherprojekte fielen im Jahr 2025 um satte 27 % auf einen globalen Benchmark von nur noch 78 USD/MWh. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2009.
„Produktionsüberkapazitäten im E-Auto-Markt und effizientere Systemdesigns verändern die Wirtschaftlichkeit großer Speicherprojekte grundlegend“,
erklärt Amar Vasdev, Hauptautor des Berichts.
Wind und Solar im Gegenwind
Im Gegensatz dazu mussten andere Technologien ein wenig Federn lassen:
Photovoltaik: Die Kosten für Solarparks stiegen um 6 % auf 39 USD/MWh.
Onshore-Wind: Weltweite Kosten kletterten leicht auf 40 USD/MWh.
Offshore-Wind: Mit 100 USD/MWh bleibt diese Technologie immer noch teuer, getrieben durch enge Lieferketten (in Großbritannien liegen die Kosten gar 69 % über dem Niveau von vor fünf Jahren).
Gas-Schock durch Rechenzentren
Besonders dramatisch ist die Lage bei der fossilen Erzeugung. Der Hunger von KI-Rechenzentren nach konstanter Energie hat die Nachfrage nach Gasturbinen massiv befeuert. Die Folge: Die Kosten für neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD) sprangen um 16 % an, auf ein Rekordhoch von 102 USD/MWh.
In den USA hat die Windkraft die Gaskraftwerke damit bereits wieder als günstigste Energiequelle überholt. BNEF prognostiziert, dass Solaranlagen in Verbindung mit Batterien in Regionen wie Kalifornien oder Texas bald einen Großteil des Bedarfs von Rechenzentren kostengünstiger decken können als jedes Gaskraftwerk.
Ausblick: Die Zukunft ist flexibel
Trotz der aktuellen kleinen Delle bei Wind und Solar bleibt BloombergNEF langfristig optimistisch. Durch Innovation und Wettbewerb wird bis 2035 mit einer weiteren Kostensenkung gerechnet:
Solar: -30 %
Batteriespeicher: -25 %
Onshore-Wind: -23 %
Der Bericht zeigt deutlich: Der Übergang von fossilen Spitzenlastkraftwerken hin zu einem System, das auf Speichern basiert, beschleunigt sich. In einem Markt, der händeringend nach flexibler und günstiger Last sucht, sind Batterien nicht mehr nur eine Ergänzung, sondern einfach der entscheidende Wettbewerbsvorteil.