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Preisdiktat durch nur 10 % sündteuren Erdgasstrom unsinnig

25.11.2025

OeMAG-Chef kritisiert "Merit Order"-Strompreismechanismus

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© WolfBlur pixabay.com
ALLGEMEIN
Ein Preis, der nach der "Merit Order" (= zu Grenzkosten) gebildet wird, geht davon aus, dass immer die billigste Art der Produktion (von Strom oder einer Ware) zuerst eingesetzt wird, und danach die zweit- und danach die drittbilligste, und am Ende die teuerste Art zum Zug kommt.
Der Vorteil ist klar, weil nicht zuerst teure Verfahren den Preis treiben, wo noch billigere eingesetzt werden können.

STROMBÖRSEN
In der Zeit vor erneuerbarem Billigstrom (Wind und Solar) war aufgrund der fossil-atomaren Stromproduktion die Reihenfolge der Kraftwerke und damit der Börsenpreis einzementiert:
AKW (nur billig, weil staatlich hochsubventioniert), dann Braunkohle, dann Steinkohle, dann Erdöl und schließlich Erdgas. 
Erdgas deswegen zuletzt, weil es primär in Spitzenlast-Kraftwerken nur rund 20 % des Jahres zum Ausgleich von Stromschwankungen im Netz verwendet wurde und wird.
Österreich war und ist wegen ca. 50 % Stromproduktion aus Großwasserkraft schon immer ein Sonderfall gewesen; mehr dazu weiter unten.  

Inzwischen  hat sich das Bild grundlegend, nicht bloß ein wenig verändert:
>Unschlagbar billiger Wind- und Photovoltaikstrom macht die Stromproduktion günstiger.
>Das Angebot von Wind und Sonne schwankt, weshalb Erdgas-Spitzenkraftwerke viel öfter laufen und aufgrund von Merit Order den Preis an den Börsen hochtreiben.
>Die unflexiblen, alten Kohle- und Atomkraftwerke liefern unsinniger Weise teuren Strom und erneuerbare Kraftwerke werden bei Überangebot abgeschaltet, anstatt umgekehrt.
>Abgeschaltete erneuerbare Kraftwerksbetreiber werden dafür finanziell entschädigt.
>Stromspeichern in Batterien ist ein lukratives Geschäft geworden, welche Spitzenlasten billiger ausgleichen können, als bisherige Erdgaskraftwerke.
>Da die Politik den Systemumbau von Erdgas auf Batterien inkl. Kohle- und AKW-Ausstieg verzögert, dominiert noch immer Merit Order den Börsenpreis - eine künstliche Preistreiberei.
>Indem man an fossiler Produktion festhält, treiben auch die Kosten für CO₂-Emissionszertifikate den Börsenpreis.

Sonderfall ÖSTERREICH
Österreichs Strom wird seit Jahrzehnten zu 50 % erneuerbar in Großwasserkraft-Flusskraftwerken erzeugt.
Diese Kraftwerke wurden allesamt aus Steuergeldern bezahlt und sind längst abgeschrieben. Deren Stromproduktionskosten ergeben sich längst ausschließlich aus dem Aufwand für Betrieb und Wartung sowie ab und zu aus Erneuerung/Optimierung von Anlagenteilen.
50 % des österreichischen Strom wird zu Kosten von nur 1 ct/kWh erzeugt, aber von der Verbund AG zum Börsenpreis verkauft. Der lag 2024 durchschnittlich bei 8,16 ct/kWh (Quelle: Stromaufsichtsbehörde E-Control).

oekonews.at-Leser wurden bereits des öfteren über den Merit-Order-Unsinn informiert. Wenn also auch der langjährige Chef der OeMAG, der staatlichen Ökostrom-Verrechnungsstelle , Mag. Horst Brandlmaier, ins selbe Horn bläst, bekommt er von uns ein kräftiges BRAVO! geschickt.    

Merit Order ist so unsinnig, wie Holzräder auf einen Sportwagen zu montieren. Die Stromwende ist nämlich so weit fortgeschritten, dass die Rahmenbedingungen endlich auf die Realität umgeschaltet werden müssen - europaweit und mit Vollstrom!
Es geht nicht mehr um die Integration der Erneuerbaren, sondern darum, fossil-atomar aus Kostengründen loszuwerden - je schneller, desto billiger für alle Stromkunden, vom Industriebetrieb bis zum Einfamilienhaus.

Links

  • Bericht energynewsmagazin.at
  • Dr. Fritz Binder-Krieglstein

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25.11.2025 | Autor*in: Fritz Binder-Krieglstein
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