Polestar senkt Emissionen deutlich – trotz Wachstum
Laut seinem Nachhaltigkeitsbericht 2025 hat das Unternehmen seine Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug seit 2020 um 31 Prozent reduziert – und das bei gleichzeitig starkem Wachstum.
In den vergangenen fünf Jahren steigerte Polestar seine jährlichen Verkaufszahlen auf über 60.000 Fahrzeuge, expandierte in 28 Märkte und brachte drei neue Modelle auf den Markt. Parallel dazu wurden Produktionskapazitäten in Werken in drei Ländern aufgebaut. Trotz dieser Expansion gelang es dem Unternehmen, seine Emissionsintensität deutlich zu senken.
„Wenn man Emissionen beim Wachstum nicht reduziert, entscheidet man sich bewusst dagegen“, sagt CEO Michael Lohscheller. Für ihn steht fest: Elektromobilität bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch wirtschaftliche. Niedrigere Betriebskosten, höhere Versorgungssicherheit und die zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern machten Elektrofahrzeuge zur „klügeren und zuverlässigeren Wahl“.
Erneuerbare Energien und neue Materialien als Schlüssel
Die Emissionsreduktion ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien in Produktion und Batterieherstellung sowie die Nutzung klimafreundlicher Materialien. Besonders das Modell Polestar 4, derzeit das emissionsärmste Fahrzeug des Unternehmens, trug im vergangenen Jahr wesentlich zur Verbesserung bei.
Auch in der Nutzungsphase werden die Fahrzeuge klimafreundlicher – vor allem durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommix, insbesondere in Europa. Der Kontinent bleibt mit über 75 Prozent der Verkäufe der wichtigste Markt für Polestar.
Während Teile der Automobilindustrie angesichts politischer Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen ihre Klimaziele relativieren, hält Polestar an seinem Kurs fest. Das Unternehmen sieht sich weiterhin auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040.
Forschung für das klimaneutrale Auto
Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist das sogenannte Polestar-0-Projekt. Ziel ist es, bis 2035 ein vollständig klimaneutrales Fahrzeug zu entwickeln – ohne Kompensationsmaßnahmen. Ursprünglich war das Jahr 2030 angepeilt, doch der Zeitplan wurde angesichts der technologischen Herausforderungen angepasst.
Im Forschungszentrum Mission 0 House in Göteborg arbeiten Industrie und Wissenschaft gemeinsam an Lösungen zur vollständigen Vermeidung von Emissionen. Die Initiative wird mit rund 100 Millionen schwedischen Kronen gefördert und vereint mehrere Hochschulen sowie Unternehmen aus verschiedenen Branchen.
Laut Nachhaltigkeitschefin Fredrika Klarén liegt das Potenzial des Projekts vor allem in der Entwicklung neuer Materialien und Technologien. Während andere Hersteller weiterhin auf Hybrid- oder Verbrennungstechnologien setzen, konzentriere sich Polestar konsequent auf emissionsfreie Lösungen.
Zu den wichtigsten Fortschritten zählen ein groß angelegter Pilotversuch für emissionsarmen Stahl, neue Batteriematerialien, biobasierte Textilien sowie Technologien zur Umwandlung von CO₂ in nutzbare Materialien.
Elektrifizierung als gesamtgesellschaftliche Chance
Über die Unternehmensstrategie hinaus sieht Polestar in der Elektrifizierung auch einen entscheidenden Hebel für den Klimaschutz im Verkehrssektor insgesamt. Da erneuerbare Energien weltweit weiter ausgebaut werden, sinken die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Elektrofahrzeugen.
Mit sauberer werdendem Strom wächst somit auch die Bedeutung der Elektromobilität als nachhaltige Alternative. Für Polestar ist klar: Die Transformation des Verkehrs ist nicht nur notwendig – sie ist bereits im Gange.