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Polen wird Land des Jahres auf der BioFach 2006

18.07.2005

Enormes Wachstumspotential im ökologischen Landbau in Polen

Naturfreunde träumen von unberührten Wäldern, ausgedehnten masurischen Seenlandschaften, feinsandigen Ostseestränden mit einzigartigen Wanderdünen. Genießer schwelgen in Bigos, Piroggen, Makowiec… Mit Sauerkrautsuppe, gefüllten Teigtaschen oder Mohnstriezel verwöhnt man in Polen seine Gäste – und sich selbst!
Künftig soll es diese und andere Köstlichkeiten vermehrt in Bio–Qualität geben.
Polen ist Land des Jahres der BioFach 2006, der Weltleitmesse für Bioprodukte, die im Februar 2006 wieder ihre Tore öffnet. Die neuen EU–Nachbarn machten schon 2004 und 2005 mit attraktiven polnischen Gemeinschaftsständen von sich reden. Das Land des Jahres 2006 wird mit insgesamt 40 Ausstellern nach Nürnberg kommen.
Nach einer anfänglich eher zögerlichen Entwicklung des biologischen Landbaus schreitet heute die „ökologische Revolution" mit Siebenmeilenstiefeln voran. Mit der Zahlung von Flächenbeihilfen verdreifachte sich von 1999 auf 2000 die Anzahl der Bio–Bauern schlagartig. Seither kann sich der jährliche Zuwachs sehen lassen. Aber es soll noch mehr passieren: Von 83.000 ha (Ende 2004) soll die Bio–Fläche bis Ende 2006 auf 200.000 ha anwachsen. Die Zahl der biologisch wirtschaftenden Betriebe in Polen hat sich von 2.286 im Jahr 2003 um stolze 65 % auf 3.760 bis Ende 2004 erhöht. Bereits seit 2001 regelt ein Gesetz den ökologischen Anbau. Polen bietet als Flächenland ein enormes Wachstumspotential in der ökologischen Landwirtschaft ebenso wie gewaltige Chancen in der Marktentwicklung. Da dürfen sich nicht nur die 38 Mio. Einwohner Polens auf ein vielfältiges Angebot an Bio–Lebensmitteln freuen. Marktbeobachter prognostizieren außerdem ein starkes Anwachsen des polnischen Bio–Exportvolumens.

Polnische Regierung fördert ökologische Landwirtschaft

Die durchschnittliche Größe der Bio–Betriebe liegt mit 26 ha deutlich über der Betriebsgröße konventioneller Höfe. Jeweils 47 % der zertifizierten Bio–Fläche werden für Ackerkulturen und als Grünland genutzt. 5 % sind Obst– und Beerenobst–Anbauflächen, auf 1 % wird Gemüse angebaut (2004). Durch den Beitritt zur Europäischen Union hat sich die Förderung für Bio–Bauern verdoppelt, so dass wie überall in Europa ein erheblicher finanzieller Anreiz für die Umstellung gegeben ist. Zuschüsse gibt es auch für die Zertifizierung.
Die Struktur in der ökologischen Landwirtschaft ist sehr gemischt. Gut die Hälfte der 3.760 Bio–Betriebe ist zwischen 5 und 20 ha groß. Als Kleinstbetriebe können 19 % der Höfe mit weniger als 5 ha bezeichnet werden, 18 % bewirtschaften 20 bis 50 ha. Größere Höfe mit 50 bis 100 ha sind nur mit 7 % vertreten. Lediglich jeder zwanzigste Betrieb verfügt über 100 ha und mehr : das heißt es gibt 175 Großunternehmen.
Während in Deutschland nur 2 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten, sind es in Polen noch 18 %. Um zumindest für einen Teil der landwirtschaftlichen Betriebe eine Zukunftsoption zu sichern, fördert die polnische Regierung den Bio–Landbau als sinnvolle Alternative. Die landwirtschaftliche Fläche Polens ist mit 16,2 Mio. ha etwa ebenso groß wie die deutsche (17 Mio. ha). Polen hat 16 Regierungsbezirke, die Woiwodschaften. Vorreiter der Bio–Entwicklung ist die Region Masowien um die Hauptstadt Warschau. Dort wurde ein Pilotprojekt entwickelt, das über eine Reihe von Informationsveranstaltungen seit 2002 über 400 Bauern erreichte.
Während die ursprüngliche Entwicklung vor allem von einem landwirtschaftlichen Beratungsdienst in der Nähe von Thorn ausging, hat sich inzwischen der wesentliche Entwicklungsschwerpunkt auf das Umland der größeren Städte wie Warschau, Danzig, Krakau, Lodz und die Region Schlesien verlagert. Hier sind die direkten Vermarktungsmöglichkeiten deutlich besser als in den übrigen Landesteilen.
Bio–Produkte werden derzeit vor allemdirekt vermarktet sowie in kleinen Fachgeschäften. Der Anteil von frischem Obst, Gemüse, Milchprodukten und Fleischwaren wächst ständig. Aber auch die herkömmlichen Supermärkte und Kaufhäuser, nehmen immer mehr ökologisch erzeugte Lebensmittel in ihr Sortiment auf. In Polen gibt es rund 300 Verkaufsstellen für Bio–Produkte.
In den kommenden Jahren wird die Zahl der zertifizierten Bio–Betriebe stark zunehmen, da viele Betriebe in der Umstellungsphase sind. Derzeit werden vor allem Beeren, Trockenfrüchte, Kräuter und Getreide, aber auch verarbeitete Produkte wie Reiswaffeln, Marmeladen oder Fruchtsäfte produziert und in westeuropäische Länder ausgeführt.
Wichtiger Faktor für den Inlandsmarkt ist die Information über die Vorteile der ökologischen Ernährungsweise.

Polnische Bio–Kontrollstellen garantieren europäischen Standard

Sechs polnische Kontrollstellen stehen für die Einhaltung der EU–Bio–Richtlinien nach der Verordnung 2092/91. Darüber hinaus sind auch internationale Zertifizierer wie die holländische SKAL in Polen tätig.
Alle polnischen Bio–Betriebe werden wie in ganz Europa üblich einmal im Jahr einer genauen Inspektion unterzogen. Als biologisch dürfen nur Produkte gekennzeichnet werden, die aus solch einem kontrollierten Unternehmen stammen. Viele der Bio–Betriebe sind zusätzlich in einem der drei ökologischen Anbauverbände Mitglied. Bekanntester und ältester Verband ist Ekoland. Ein eigenes, staatliches Bio–Logo gibt es in Polen nicht. Man nutzt das EU–Bio–Siegel: gelbe Ähre auf blauem Grund im Sternenkreis. Als Zusatz weist der Schriftzug „Rolnictwo ekologiczne" auf den Bio–Anbau hin, als Sicherheit dient die Angabe der Kontrollstelle.
Polen gehört mit Tschechien und Ungarn zu den neuen EU–Mitgliedsländern, in denen sich der Bio–Landbau in den nächsten Jahren rasant entwickeln wird. Eine Tendenz, die sich bereits auf der letzten Bio–Fach in Nürnberg zeigte: Mehr Aussteller. Die Produkte auf dem polnischen Gemeinschaftsstand 2005 wurden so stark nachgefragt, dass auf der BioFach 2006 mehr als doppelt so viele polnische Anbieter dabei sein werden.
Quellen:
Dorota Metera, IUCN Programme Office for Central Europe, Organic Farming in Poland, 2005, www.organic–europe.net
Sylwia Zakowska–Biemans, Warsaw Agricultural University, Faculty of Human Nutrition and Consumer Sciences, Vortrag zur BioFach 2005
Bericht zum ökologischen Landbau in Polen, GIJHARS (Aufsichtsamt für Ökolandbau), Rapport 2004, Mai 2005
Biofach/Nürnberg
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18.07.2005 | Autor*in: holler
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