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Pestizide landen im Bienenei

16.07.2026

Eine neue Studie zeigt, dass Bienenköniginnen Pestizide an ihre Nachkommen weitergeben: mit möglichen Folgen für Bestäuber und die weltweite Lebensmittelproduktion.

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© PollyDot auf pixabay / Honigbienen
Honigbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern der Welt. Rund 35 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion hängen von tierischen Bestäubern ab, und allein Honigbienen sichern der Landwirtschaft jährlich Erträge in Milliardenhöhe. Doch das anhaltende Bienensterben gibt Forschern weiterhin Rätsel auf. Eine neue Studie liefert nun Hinweise, wie Pestizide die Gesundheit ganzer Bienenvölker beeinträchtigen könnten.

Ein internationales Forschungsteam der University of California (UC) Davis, des US-Landwirtschaftsministeriums und des Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) hat erstmals nachgewiesen, dass Bienenköniginnen Pestizide aufnehmen und an ihre Eier weitergeben. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht.
 

Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich Pestizide innerhalb eines Bienenvolkes ausbreiten. Mithilfe eines mit Kohlenstoff-14 markierten Modellpestizids konnten selbst kleinste Mengen der Chemikalie verfolgt werden. Die eingesetzten Konzentrationen entsprachen dabei jenen, die auch unter natürlichen Bedingungen vorkommen, und  nicht tödlich sind.
 

Für die Experimente errichteten die Forscher sogenannte Nanokolonien. Das sind kleine Versuchsvölker mit jeweils einer Königin und  60 Arbeiterbienen. Über zehn Tage beobachteten sie den Weg der Pestizide von belastetem Pollen, Wasser und Futter über die Arbeiterinnen bis zur Königin und schließlich zu deren Eiern.
 

Dabei zeigte sich zunächst eine erstaunliche Schutzfunktion der Arbeiterbienen: Sie konnten zuerst den Großteil der Pestizide aus dem gesammelten Futter herausfiltern und in den Waben ablagern. Am ersten Versuchstag wurden rund 95 Prozent der Schadstoffe zurückgehalten. Mit zunehmender Belastung ließ diese Fähigkeit jedoch mehr und mehr nach und bis zum zehnten Tag sank die Filterleistung auf 86 Prozent.
 

Dadurch gelangten immer mehr Pestizide zur Königin. Diese wiederum schien sich auf besondere Weise zu schützen: Die Forscher fanden Hinweise darauf, dass sie die aufgenommenen Schadstoffe gezielt an ihre Eier weitergibt. Das ist ein biologischer Mechanismus, der als maternal offloading bezeichnet wird.
 

„Die Königin ist das einzige Mitglied des Bienenstocks, das die nächste Generation hervorbringt. Deshalb ist es entscheidend zu verstehen, wie Pestizide sie und ihre Nachkommen beeinflussen“, erklärt Studienleiterin Sascha Nicklisch von der UC Davis.
 

Die Königin selbst reichert deutlich weniger Pestizide an als die Arbeiterinnen. Nach Ansicht der Forscher könnte dies eine Strategie zur Selbsterhaltung sein. Allerdings könnte dieser Schutz auf Kosten der nächsten Bienengeneration gehen: Die Eier mit  den höheren Pestizidkonzentrationen könnten sich schlechter entwickeln oder eine geringere Überlebensfähigkeit besitzen.
 

Da eine Bienenkönigin täglich bis zu 2.000 Eier legt, könnten sich solche Effekte langfristig auf die Stabilität ganzer Bienenvölker auswirken. Welche Folgen die Weitergabe der Schadstoffe tatsächlich für die Entwicklung der Larven und die Gesundheit der Kolonien hat, ist jedoch noch ungeklärt.
 

Die Forscher wollen nun untersuchen, wie lange Königinnen Pestizide an ihre Nachkommen weitergeben, welche Unterschiede zwischen einzelnen Wirkstoffen bestehen und welche langfristigen Auswirkungen dies auf Bestäuber und die landwirtschaftliche Produktivität haben könnte.
 

Die Studie  zeigt einmal mehr, wie eng der Schutz der Honigbienen mit der weltweiten Ernährungssicherheit verknüpft ist und welche Auswirklungen Pestizide haben. Wir sollten dabei  nicht vergessen, dass jede dritte Mahlzeit auf unserem Teller  direkt oder indirekt auf die Arbeit der Bestäuber angewiesen ist  

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16.07.2026
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