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Parents For Future: „Bremsen ist keine Wirtschaftsstrategie“

21.08.2026

Dürreschäden von rund einer Milliarde Euro zeigen laut Parents For Future, dass die Klimakrise längst zu einem wirtschaftlichen Risiko geworden ist. Die Parents fordern von WKÖ, IV und Wirtschaftsbund eine langfristige Strategie statt Blockade von Klimaschutz 

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© ralphs fotos pixabay.om
Während die Bundesregierung über Dürrehilfen für die Landwirtschaft und das neue Klimagesetz verhandelt, verschärft sich die Debatte über die wirtschaftlichen Folgen der Klimapolitik. Wirtschaftskammer (WKÖ) und Industriellenvereinigung (IV) warnen vor zu ambitionierten nationalen Klimazielen. Parents For Future Österreich hält dagegen: Wer nur die Kosten des Klimaschutzes betrachtet, blende die bereits heute enormen Kosten der Klimakrise aus.

„Die Dürremilliarde ist keine Rechnung aus einer fernen Zukunft. Sie liegt heute auf dem Tisch“, kritisiert die Organisation. Allein die Schäden in der österreichischen Landwirtschaft werden derzeit auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Betroffen sind darüber hinaus Forstwirtschaft, Tourismus, Energieversorgung, Verkehr, Infrastruktur und die Produktivität der Beschäftigten.
 

Klimaschäden werden zum Wirtschaftsfaktor 

Nach Angaben von Parents For Future könnten die volkswirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel deutlich steigen. Das WIFO bezifferte die klimawandelbedingten Schäden in Österreich bereits für 2020 auf mindestens rund zwei Milliarden Euro jährlich. Bis 2030 könnten sie auf 2,5 bis 5,2 Milliarden Euro pro Jahr anwachsen, bis 2050 sogar auf 4,3 bis 10,8 Milliarden Euro.
 

Für die Klimaschutzorganisation ist deshalb eine umfassendere wirtschaftliche Betrachtung notwendig. Den Investitionen in die Transformation müssten auch vermiedene Klimaschäden, geringere fossile Energieimporte, vermiedene Kosten durch das Verfehlen europäischer Klimaziele sowie neue Wertschöpfungs- und Exportchancen gegenübergestellt werden.
 

„Die entscheidende Frage ist nicht, ob Klimaschutz etwas kostet – sondern welche Strategie für Österreich langfristig die geringeren Kosten und die größeren wirtschaftlichen Chancen bringt“, so dei Vertreter und Vertreterinnen von Parents For Future.
 

Deutschland als Beispiel  

Als Gegenargument zur Befürchtung, ambitionierter Klimaschutz gefährde automatisch den Industriestandort, verweist die Organisation auf Deutschland. Dort sind gesetzlich mindestens 65 Prozent Emissionsreduktion bis 2030, mindestens 88 Prozent bis 2040 und Klimaneutralität bis 2045 vorgesehen.
 

Auch auf EU-Ebene ist der Kurs bereits festgelegt: 55 Prozent weniger Emissionen bis 2030, 90 Prozent weniger Netto-Treibhausgasemissionen bis 2040 und Klimaneutralität bis 2050.
 

„Die Transformation findet statt  -  unabhängig davon, ob Österreich sie beschleunigt oder bremst“, argumentiert Parents For Future. Die eigentliche wirtschaftspolitische Frage sei daher, ob Österreich die Transformation aktiv mitgestaltet oder später unter größerem Zeitdruck reagieren müsse.
 

Große Chancen für Österreich 

Österreich verfügt laut Parents For Future über zahlreiche Branchen, die von der Transformation profitieren könnten – darunter Umwelt- und Energietechnik, Wasserkraft, Gebäudetechnik, Bahn- und Verkehrstechnik, Kreislaufwirtschaft und industrielle Technologien. Auch der Umbau energieintensiver Industrien könne neue Innovations- und Exportchancen eröffnen.
 

Langfristig verbindliche Klimaziele könnten dabei gerade für die Industrie Vorteile bringen. Investitionen in Energieversorgung, Produktionsanlagen und Infrastruktur haben häufig Laufzeiten von mehreren Jahrzehnten. Klare politische Rahmenbedingungen könnten daher Planungssicherheit schaffen.
 

„Die Welt wird in den kommenden Jahrzehnten enorme Summen in klimaneutrale Energieversorgung, Industrie, Gebäude und Mobilität investieren“, so die Organisation. Für Österreich stelle sich damit die Frage, ob die dafür benötigten Technologien künftig importiert oder im eigenen Land entwickelt und exportiert werden.
 

Energiewende als Standort- und Sicherheitsfrage 

Parents For Future verbindet Klimaschutz zudem mit Versorgungssicherheit und geopolitischer Unabhängigkeit. Eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien könne die Abhängigkeit Österreichs von Öl- und Gasimporten reduzieren und damit auch die Risiken internationaler Krisen und instabiler Lieferketten verringern.
 

Die Botschaft an WKÖ, IV und Wirtschaftsbund fällt entsprechend deutlich aus: Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung müssten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wer die Transformation bremse, riskiere nicht nur höhere Klimaschäden, sondern möglicherweise auch wirtschaftliche Chancen.

„Bremsen ist keine Wirtschaftsstrategie“, lautet daher die zentrale Forderung von Parents For Future. Entscheidend sei eine Strategie, die Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und industrielle Wertschöpfung gemeinsam denkt.

 

Links

  • Offener Brief an Wirtschaftskammer Österreich, Industriellenvereinigung und Wirtschaftsbund

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