Österreichs größte Carport-Solaranlage geht in Schwertberg ans Netz
Schwertberg (OÖ) - Am Standort von Hödlmayr International in Schwertberg ist die größte Carport-Photovoltaikanlage Österreichs offiziell in Betrieb gegangen. Das Projekt zählt zu den größten Nachhaltigkeitsinvestitionen des Logistikunternehmens und soll sowohl die Eigenversorgung stärken als auch erneuerbare Energie ins öffentliche Netz einspeisen.
Die Anlage wurde am 15. Juni feierlich eröffnet. Neben Unternehmensvertretern nahmen auch Politik und Projektpartner teil, darunter Oberösterreichs Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner sowie Vertreter von Netzbetreibern, Finanzpartnern und der ausführenden Projektgesellschaft Electrify.
Herzstück des Projekts ist eine großflächige Carportanlage mit rund 1.900 überdachten Stellplätzen. Auf den Dächern ist eine Photovoltaikleistung von insgesamt etwa 6,6 Megawatt-Peak installiert.
Der erzeugte Strom wird zweigeteilt genutzt: Ein Teil wird direkt am Standort verbraucht und reduziert den externen Strombezug. Der größere Anteil wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist und steht damit für die regionale Versorgung mit erneuerbarer Energie zur Verfügung.
In Kombination mit bereits bestehenden Wasserkraftanlagen am Standort erreicht Hödlmayr künftig eine Eigenversorgungsquote von rund 55 Prozent. Damit wird mehr als die Hälfte des Energiebedarfs des Standorts aus eigenen erneuerbaren Quellen gedeckt.
Laut Unternehmen ist das Projekt Teil einer langfristigen Strategie, die auf mehr Unabhängigkeit von Energieimporten und stabilere Energiekosten abzielt.
Für die Einbindung der Anlage ins Stromnetz war unter anderem der Bau einer rund 4,5 Kilometer langen Stromleitung zum Umspannwerk Mauthausen notwendig. Erst dadurch konnte die Einspeisung der erzeugten Energie technisch umgesetzt werden.
Der Bau der gesamten Anlage begann im November 2024 und wurde während des laufenden Betriebs des Logistikstandorts umgesetzt.
Nach Unternehmensangaben erzeugt die Anlage einen jährlichen CO₂-Effekt von rund 3.170 Tonnen. Rechnerisch kann sie damit etwa 2.250 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen.
Die Kombination aus Eigenverbrauch und Einspeisung soll nicht nur die Klimabilanz verbessern, sondern auch die Versorgungssicherheit des Standorts langfristig stabilisieren.
Oberösterreichs Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner betonte bei der Eröffnung die Bedeutung solcher Projekte für die Energiewende im Industrieumfeld. Unternehmen wie Hödlmayr zeigten, dass wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam funktionieren können und gleichzeitig die regionale Versorgungssicherheit stärken.
Mit dem Projekt positioniert sich Hödlmayr als einer der größeren Vorreiter in der Logistikbranche beim Ausbau erneuerbarer Energien. Die Kombination aus großflächiger Photovoltaik, bestehender Wasserkraft und direkter Netzeinspeisung zeigt ein zunehmend verbreitetes Modell industrieller Energieversorgung.
Langfristig soll der Ausbau erneuerbarer Energien helfen, CO₂-Emissionen zu senken und die Abhängigkeit von fossilen Energiepreisen zu reduzieren.