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Österreich verliert Anschluss bei Elektroautos: Kritik an geplanter Steuermaßnahme

06.05.2026

In Finnland ist der Anteil doppelt soch hoch, in Norwegen bei 98% - auch Schweden klar vor Österreich

PolestarLadenElektroauto.jpg
Laden eines Polestar Elektroautos © Polestar

Wien – Österreich liegt bei der Verbreitung von Elektroautos im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld – und droht weiter zurückzufallen. Darauf weist die Mobilitätsorganisation VCÖ unter Berufung auf aktuelle Zulassungszahlen aus ganz Europa hin. Demnach lag der Anteil von E-Pkw an den Neuzulassungen im ersten Quartal 2026 bei 22,5 Prozent.
 

Damit liegt Österreich zwar  noch  leicht über dem EU-Durchschnitt, aber deutlich hinter den Spitzenreitern: In Finnland ist der Anteil doppelt so hoch, in Dänemark dreieinhalb Mal und in Norwegen mit knapp 98 Prozent sogar mehr als viermal so hoch. Auch Länder wie Belgien und Schweden liegen klar vor Österreich.
 

Ein zentraler Hebel für mehr Elektromobilität sind laut VCÖ Firmenwagen. Rund zwei Drittel der Neuwagen werden in Österreich auf Unternehmen oder andere juristische Personen zugelassen. Entsprechend groß ist der Einfluss steuerlicher Rahmenbedingungen. Kritik kommt daher an einem aktuellen Regierungsplan: "Sollte der Sachbezug für Elektro-Firmenautos erhöht werden, ohne gleichzeitig Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stärker zu belasten, wäre das „ein Schuss ins eigene Knie“, warnt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
 

Andere Länder zeigen,   wie wirksame Maßnahmen aussehen können. In Belgien etwa wird die steuerliche Absetzbarkeit von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor schrittweise reduziert, während Elektroautos begünstigt bleiben. Das Ergebnis: Der Anteil von E-Pkw bei Neuzulassungen stieg dort innerhalb weniger Jahre deutlich an. Auch Dänemark setzt auf klare steuerliche Vorteile für Elektroautos bei gleichzeitig hohen Abgaben auf Fahrzeuge mit fossilen Antrieben.
 

Neben steuerlichen Anreizen sieht der VCÖ auch im Verhalten der Verkehrsteilnehmer:innen Potenzial: Weniger Autofahrten, mehr Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie ein effizienterer Fahrstil könnten den Treibstoffverbrauch zusätzlich senken. Langfristig spiele aber vor allem der Umstieg auf Elektrofahrzeuge eine entscheidende Rolle – nicht zuletzt, weil Firmenwagen später als Gebrauchtfahrzeuge auch privaten Haushalten zugutekommen.
 

„Wichtiger als eine Spritpreisbremse ist eine Senkung des Verbrauchs“, betont Schwendinger. Gerade in Zeiten unsicherer Energieversorgung sei es entscheidend, den Anteil fossil betriebener Fahrzeuge rasch zu reduzieren. 

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06.05.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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