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Nikolo fürs Programm und Krampus für die Politik!

07.12.2005

WWF stimmt Waldprogramm mit Vorbehalt zu

Das erste Österreichische Waldprogramm ist vor kurzem beschlossen worden. Nach mehr als zweijährigen Verhandlungen zwischen WWF, Waldeigentümern, Holzindustrie, Arbeiterkammer und anderen Interessensgruppen erkennt der WWF gute Teilergebnisse des Waldprogrammes an. "Die generelle Zielsetzung geht beimösterreichischen und internationalen Waldschutz durchaus in die richtige Richtung", begründet DI Gerald Steindlegger das "Ja" des WWF zum Programm. Bei der politischen Umsetzung ortet der WWF allerdings massive Schwächen.

Klimaschutz: Waldprogramm gut, Politik schwach

Auch der Wald leidet unter der Klimaerwärmung. Das Waldprogramm sieht eine Förderung von erneuerbaren Energieträgern vor. Die politische Realität sieht allerding leider ganz anders aus. Die Ökostromnovelle, der BM Josef Pröll zugestimmt hat, sieht eine massive Kürzung der Förderung der erneuerbaren Energien vor. "Österreich ist bereits Schlusslicht beim Klimaschutz, jetzt darf BM Pröll keinen Kniefall vor den fossilen Brennstoffen machen", fordert Steindlegger.
Schutzgebiete:
Fehlende Finanzierung und ungeeeignetes Management Schutzgebiete sind eine unabdingbare Voraussetzung für die biologische Vielfalt. Nur drei Prozent der österreichischen Waldfläche stehen unter Naturschutz, mit dem Ziel, die biologische Vielfalt zu erhalten. Auf lediglich 0,7% der Waldfläche darf sich die Natur frei entfalten. Damit gehört Österreich zu den Schlusslichtern in Europa und verfehlt klar die Vorgaben der Biodiversitätskonvention und der Alpenkonvention. "Das Waldprogramm sieht eine Ausweitung und qualitative Verbesserung von Schutzgebieten vor, der dafür zuständige Minister Pröll kümmert sich aber nicht um die notwendigen Finanzen", ortet Steindlegger auch hier dringenden Handlungsbedarf.
Österreich importiert illegal geschlägertes Holz
Rund 80 % der Urwälder, die die Erde ursprünglich bedeckt haben, sind bereits zerstört. Illegaler Holzeinschlag und damit verbundener Holzhandel ist eine der Hauptursachen für die Urwaldzerstörung. Bis zu 15% aller auf Holz basierenden Importe nach Österreich stammen aus illegaler Schlägerung. Das Waldprogramm hat sich die Eindämmung dieser Missstände zum Ziel gesetzt. "Wenn das Holz– und PapierlandÖsterreich Verantwortung zeigen will, muss es auch mit gesetzlichen Maßnahmen den Import von illegalen Produkten verhindern", zieht Steindlegger auch hier die Politik in die Verantwortung.
Der WWF Österreich erkennt die Dialogbereitschaft der Interessensgruppen und die ambitionierten Zielsetzungen des Waldprogramms an. Jetzt allerdings müssen die Ziele mit messbaren Sollwerten versehen werden und die Maßnahmen rasch umgesetzt werden. "Ein Papier ist immer nur ein Anfang, sollte aber die noch fehlende politische Umsetzung im kommenden Jahr ausbleiben, wird das Waldprogramm ad absurdum geführt und so wirkungslos", erklärt Steindlegger abschließend die Zustimmung unter Vorbehalt.

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07.12.2005 | Autor*in: holler
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