Niederösterreich genehmigt zwei neue Windpark-Projekte: Strom für 46.000 Haushalte
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont die Bedeutung der Projekte für die Energieunabhängigkeit des Landes: „Wir setzen auf Energie aus unserer Heimat. Damit machen wir uns unabhängiger von Energieimporten, stärken den Wirtschaftsstandort und leisten einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.“
Im Windpark Rannersdorf III, der von der Windkraft Simonsfeld umgesetzt wird, werden vier ältere Windkraftanlagen durch vier moderne und deutlich leistungsstärkere Anlagen ersetzt. Die neue Gesamtleistung beträgt 23 Megawatt. Jährlich sollen rund 48 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden – genug, um etwa 12.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie zu versorgen.
Für Markus Winter, Vorstand der Windkraft Simonsfeld, zeigt das Projekt die Vorteile des sogenannten Repowerings: „Mit der Modernisierung können wir bei gleicher Anzahl an Anlagen die Stromproduktion an diesem Standort verdreifachen. Das stärkt die Versorgungssicherheit und trägt zu einer leistbaren Energieversorgung bei.“
Der Windpark Paasdorf-Lanzendorf II wird gemeinsam von ImWind und EVN Naturkraft errichtet. Geplant sind sechs neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 43 Megawatt. Die erwartete Stromproduktion reicht aus, um rund 34.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie zu versorgen.
ImWind-CEO Georg Waldner hebt die regionale Wertschöpfung hervor: „Neben der Erzeugung von sauberem Strom schafft das Projekt wirtschaftliche Impulse für die Region. Lokale Unternehmen profitieren vom Bau und vom langfristigen Betrieb, gleichzeitig werden Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen.“
Auch EVN Naturkraft sieht das Projekt als wichtigen Schritt für die Energiewende. Geschäftsführer Helwig Überacker verweist auf die Ausbauziele des Unternehmens: „Bis 2030 wollen wir die installierte Windkraftleistung der EVN von derzeit 570 auf 770 Megawatt erhöhen. Projekte wie Paasdorf-Lanzendorf sind dafür ein wesentlicher Baustein.“
Mit den beiden Projekten setzt Niederösterreich seinen Kurs beim Ausbau erneuerbarer Energien fort. Laut LR Pernkopf wurden seit 2023 bereits rund 190 neue Windkraftanlagen genehmigt. Das Bundesland gilt österreichweit als führend bei der Erzeugung von Ökostrom und verzeichnet nach Angaben des Landes seit 2005 einen Rückgang der Treibhausgasemissionen um 35 Prozent.
Die nun genehmigten Windparks sollen nicht nur einen Beitrag zur Energiewende leisten, sondern auch wirtschaftliche Effekte bringen. Insgesamt werden Investitionen von rund 105 Millionen Euro erwartet. Nach ihrer Fertigstellung werden die zehn Anlagen gemeinsam Strom für etwa 46.000 Haushalte erzeugen und damit die regionale Versorgung mit erneuerbarer Energie weiter stärken.