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Neue Wärmepumpen in Haushalten sparen Deutschland  in drei Jahren  1,3 Milliarden Euro an LNG-Importen 

01.04.2026

Deutschland kann seine Energiesicherheit erhöhen, indem es seine Abhängigkeit von Gas für Strom und Heizung verringert

gasleitung.jpg.jpg
© David Mark - pixabay.com
  • In deutschen Haushalten haben Wärmepumpen Gasboiler  vehement verdrängt, was zu erheblichen Einsparungen bei den Importen von Flüssigerdgas (LNG) geführt und die Energiesicherheit erhöht hat.
  • Deutschland wird immer abhängiger von US-amerikanischem Gas: 2025 kamen rund 92 % der LNG-Importe aus den USA.
  • Wenn Deutschland Technologien wie erneuerbare Energien, Batteriespeicher und grenzüberschreitende Netzanschlüsse zügig ausbaut, wäre das Land nach Schätzungen des IEEFA bis zum Jahr 2045 in der Lage, lediglich 5 % seines Strombedarfs aus Erdgas und Wasserstoff decken zu müssen.
  • Hohe Kosten und eine unerprobte Technologie bedeuten, dass die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung keine kurzfristige Lösung für die in Deutschland geplanten Gaskraftwerke darstellt.
 

Laut einer neuen Studie des Instituts für Energiewirtschaft und Finanzanalyse (Institute for Energy Economics and Financial Analysis - IEEFA) konnte Deutschland durch die Installation neuer Wärmepumpen in Privathaushalten die Importkosten für Flüssigerdgas (LNG) in den letzten drei Jahren um 1,3 Milliarden Euro senken.
 

Zwischen 2022 und 2025 wurden in Deutschland fast 1,1 Millionen Wärmepumpen in Privathaushalten installiert, viele im Austausch mit Gasboilern.
 

Wären diese Wärmepumpen nicht installiert worden, hätte Deutschland seine LNG-Importe in den drei Jahren zwischen 2023 und 2025 um etwa 16 % erhöhen und zusätzliche 1,3 Milliarden Euro für den Import von LNG zahlen müssen.
 

Diese Einsparungen setzen sich in den Folgejahren fort, da die Substitution des Gasbedarfs durch Infrastrukturen für saubere Energien über die Lebensdauer der Anlagen zu weiteren Einsparungen führt.
 

„Die Installation von Wärmepumpen hat Deutschlands Energiesicherheit gestärkt und seine Anfälligkeit für hohe und schwankende LNG-Preise verringert“, sagt  Ana Maria Jaller-Makarewicz, leitende Energieanalystin für Europa beim IEEFA und Mitautorin des Berichts.
 

„Die Krise im Nahen Osten ist der größte Weckruf für die Elektrifizierung, den Deutschland seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 erlebt hat. Es besteht ein erhebliches Potenzial für Deutschland, den Einbau von Wärmepumpen zu beschleunigen und seine Abhängigkeit von Gasimporten weiter zu verringern.“
 

Im Bericht wird die zunehmende Abhängigkeit Deutschlands von US-amerikanischem LNG, dem teuersten LNG für aus der EU stammende Käufer, aufgezeigt. Im Jahr 2025 bezog Deutschland rund 92 % seiner LNG-Importe aus den USA.
 

„Im Jahr 2022 war die Energiesicherheit Deutschlands gefährdet, da mehr als die Hälfte der Gasimporte aus Russland stammte. Vier Jahre später steht Deutschland möglicherweise vor einer hochriskanten neuen geopolitischen Abhängigkeit von US-LNG“, so Jaller-Makarewicz.
 

Deutsche Energieversorger wie EnBW, RWE und Uniper schließen weiterhin langfristige LNG-Verträge und entsprechende Vorvereinbarungen ab. Der LNG-Bedarf Deutschlands könnte in den kommenden Jahren jedoch deutlich geringer sein als die vertraglich vereinbarten LNG-Mengen.
 

Wenn alle aktuellen LNG-Importverträge Deutschlands zustande kommen, würde das Land im Jahr 2030 26,2 Milliarden Kubikmeter LNG importieren - fast das Dreifache der LNG-Importmengen von 2025 - und 10 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2045, in dem es die Treibhausgasneutralität erreichen will.
 

Deutschland plant, Gaskraftwerke zu dekarbonisieren, indem es auf wasserstoffbetriebene Kraftwerke setzt. Der Bericht geht jedoch davon aus, dass Wasserstoffkraftwerke aufgrund ihrer hohen Kosten und ihres geringen Wirkungsgrades wahrscheinlich eine viel geringere Rolle spielen werden als von der deutschen Bundesregierung prognostiziert.
 

Wenn Deutschland Technologien wie erneuerbare Energien, Batteriespeicher und grenzüberschreitende Netzanschlüsse deutlich ausbaut, könnte das Land nach Schätzungen der IEEFA bis 2045 in der Lage sein, nur 5 % seines Stroms aus Erdgas und Wasserstoff decken zu müssen.
 

Risiken der Kohlenstoffabscheidung 
 

Hohe Kosten, lange Entwicklungszeiten und ein Mangel an Referenzprojekten bedeuten, dass die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (Carbon Capture and Storage - CCS) nach Ansicht des IEEFA absolut  keine kurzfristige Lösung für die in Deutschland geplanten Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 10 Gigawatt darstellt.

Deutschlands neues Gesetz zur Speicherung und zum Transport von Kohlendioxid hat den Weg dafür geebnet, dass Gaskraftwerke mit CCS in Zukunft unter Umständen staatlich gefördert werden.
 

Das IEEFA schätzt, dass der Versuch, diese neuen Gaskraftwerke mit CCS zu dekarbonisieren, Deutschland Hunderte von Milliarden Euro an Subventionen kosten würde.
 

„Deutschland steht vor erheblichen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, wenn es CCS zur Dekarbonisierung von Gaskraftwerken einsetzt. Es gibt keine Erfahrungen mit CCS in Gaskraftwerken in Europa, die Kosten sind unerschwinglich hoch, der Zeitplan geht über das Jahr 2030 hinaus, und die Infrastruktur ist nicht vorhanden“, so Andrew Reid, Analyst für Energiefinanzierung beim IEEFA und Mitverfasser des Berichts.
 

„Die Gefahr besteht darin, dass sich die Entwicklung von tragfähigeren Alternativen durch das Setzen auf CCS verzögern and Deutschland hohen Stromkosten und Projektausfällen aussetzen könnte.“

Links

  • Report: Germany’s gas dependence: An energy security risk
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