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Neue Versuchsanlage verbindet Erzeugung von Solarstrom und Landwirtschaft

26.05.2026

Die Anlage wurde vom Zentrum für Erneuerbare Energien (ZEE) der Universität Freiburg entwickelt

AgriPVFreiburg.jpg
Agri-Photovoltaik-Versuchsanlage auf dem Gelände der Technischen Fakultät der Universität Freiburg. © Michael Spiegelhalter / Universität Freiburg

Am 20. Mai 2026 wurde auf dem Gelände der Technischen Fakultät der Universität Freiburg eine Agri-Photovoltaik-Versuchsanlage eingeweiht. Sie soll neben wissenschaftlichen Erkenntnissen Neugier für ein energiewirtschaftliches Zukunftsthema wecken. Dahinter steckt eine Gruppe von Forschenden der Universität Freiburg und des Fraunhofer ISE.
 

Agri-Photovoltaik, kurz Agri-PV, verbindet die landwirtschaftliche Produktion und die Erzeugung von Solarstrom. Vor dem Hintergrund knapper Flächen und der Herausforderungen der Energiewende gilt Agri-PV als vielversprechende Technologie für die Energieversorgung der Zukunft. An der Universität Freiburg hat sich im Oktober 2025 eine interdisziplinäre Forschergruppe zum Thema Agri-PV gebildet, die vom Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) bis Dezember 2026 mit 35.000 € gefördert wird. Die FRIAS Projektgruppe Agri-PV besteht aus Vertreter*innen der Biologie, Informatik, Ingenieurwissenschaft, Forstwissenschaft und Ökonomie und kooperiert mit Forscher*innen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE (Fraunhofer ISE).


„Besonders wertvoll an dieser Projektgruppe ist, dass Universität Freiburg und Fraunhofer ISE ihre Kompetenzen gezielt verbinden. Fraunhofer ISE liefert die anwendungsnahe Forschung, PV-Modultechnologien und langjährige Erfahrung im Bereich Agri-PV, die Universität die Grundlagenforschung aus verschiedenen Disziplinen. Gemeinsam können wir neue technologische Lösungen entwickeln, die Prozesse im Pflanzenwachstum genauer erklären und die Einbindung von Agri-PV in politische und soziale Rahmenbedingungen besser verstehen“, sagte der Sprecher der FRIAS Projektgruppe Prof. Dr. Tim Krieger bei der Einweihung einer Agri-PV-Versuchsanlage auf dem Gelände der Technischen Fakultät der Universität Freiburg.

Die Versuchsanlage wurde vom Zentrum für Erneuerbare Energien (ZEE) der Universität Freiburg, dessen Leiter Prof. Dr. Moritz Diehl ebenfalls Mitglied der FRIAS Projektgruppe Agri-PV ist, entwickelt und nun im Rahmen der Förderphase vollendet. In der Anlage sollen zwischen den Photovoltaik-Modulen zunächst auf Hochbeeten Erdbeeren wachsen, während zugleich darüber Strom erzeugt wird. Sensoren erfassen dabei unter anderem Lichtverfügbarkeit, Lufttemperatur, Bodenfeuchte sowie Luftfeuchtigkeit und vergleichen diese Werte mit einer unverschatteten Referenzfläche. „Die Versuchsanlage dient nicht nur als Forschungsinstrument, sondern auch als Blickfang, der das Thema für Studierende und Besucher*innen greifbar machen soll“, sagt Diehl. „Die vollständige Dekarbonisierung unserer Wirtschaft verlangt weiterhin einen großen Zubau an PV-Anlagen, aber wir wissen noch nicht genau, wie das am schonendsten für die Landschaft gelingt. Mein Traum ist, dass wir hier in Freiburg in den kommenden Jahren viele verschiedene neue Agri-PV-Systeme als Demonstratoren aufbauen, die Ästhetik, Ökologie, netzdienliche Stromerzeugung und landwirtschaftliche Nutzung auf verschiedene Weise vereinen, um der Gesellschaft dabei zu helfen, akzeptierte Wege zur nachhaltigen Energieerzeugung zu finden.“


FRIAS Projektgruppe stärkt interdisziplinäre Zusammenarbeit


Mit dem Förderprogramm „FRIAS Projektgruppen“ stärkt das FRIAS die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Universität Freiburg. In dem Format werden Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengebracht, um zukunftsweisende Forschungsideen in einem sehr frühen Stadium zu entwickeln. Das Programm bietet Raum für experimentelle Ansätze und neue Perspektiven jenseits etablierter Forschungsstrukturen.

Infobox Agri-PV


Das Thema Agri-PV geht auf den Physiker Adolf Goetzberger zurück, der Anfang der 1980er Jahre am Fraunhofer ISE forschte und in seinem Aufsatz „Kartoffeln unter dem Kollektor“ erstmals die Idee ausarbeitete, Solarkollektoren so über Ackerflächen anzuordnen, dass darunter weiter Landwirtschaft betrieben werden kann. Die Erforschung von Agri-PV hat vor allem in den 2010er Jahren stark zugenommen. Als wichtiger Schritt gilt die Veröffentlichung der deutschen Vornorm DIN SPEC 91434 im Jahr 2021, die erstmals genauer definiert, was als Agri-PV-Anlage gelten kann. Entscheidend ist unter anderem, dass auf der Fläche nach Bau der Agri-PV-Anlage mindestens 66 % des landwirtschaftlichen Ertrags erzielt werden, der ohne zusätzliche Energiegewinnung möglich wäre.
 
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26.05.2026 | Autor*in: Rimma Gerenstein
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Agri-Photovoltaik-Versuchsanlage auf dem Gelände der Technischen Fakultät der Universität Freiburg. © Michael Spiegelhalter / Universität Freiburg