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Neue Umfrage: Österreich im Klimawandel - Verantwortung trifft Ernüchterung

05.11.2025

Individuelles Handeln allein ist zuwenig, Politik und Wirtschaft müssen nachziehen.

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© Gellinger auf pixabay / Klimawandel

Wien -  Die Österreicherinnen und Österreicher sehen die Klimakrise als eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit, zugleich zeigt sich aber ein deutliches Bedürfnis nach fairen, leistbaren Lösungen und kollektivem Handeln. Das ist das Ergebnis der ersten Ausgabe der Studienreihe „Zeitgeist Österreich“ des digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent.
 

„Die Österreicherinnen und Österreicher erkennen den Ernst der Lage und fühlen sich gegenüber kommenden Generationen besonders verpflichtet. Klimaschutz wird als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden. Statt individueller Schuldzuweisungen wünscht man sich kollektives Handeln und Maßnahmen, die gerecht, umsetzbar und für alle leistbar sind“, erklärt Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent. 

 

Klimakrise als Verantwortung der Gesellschaft 

68 Prozent der Befragten halten die Klimakrise für die größte Herausforderung unserer Zeit. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei der Generation Z (76%) und politisch links orientierten Personen (86%), während am rechten Spektrum nur 48 Prozent zustimmen. Für 83 Prozent ist Klimaschutz eine Verantwortung gegenüber künftigen Generationen, wobei insbesondere die ältere Generation der Babyboomer dieses Bewusstsein stark zeigt.
 

Wenn es um die Verantwortlichkeit geht, macht die Umfrage ein klares Bild: Politik (88%) und Wirtschaft (87%) werden als zentrale Akteure gesehen. Auch Kommunen (84%), internationale Organisationen (83%) und die Bürgerinnen und Bürger selbst (73%) tragen Verantwortung.

 


„Klimaschutz erfordert persönliche Veränderungen, doch 6 von 10 glauben, dass individuelles Handeln allein zu wenig bewirkt, solange Politik und Wirtschaft nicht nachziehen“,
so Berger. 

Leistbarkeit ist dabei zentral: 9 von 10 Österreicher:innen erwarten, dass Klimaschutzmaßnahmen für alle erschwinglich sein müssen. 



Emotionen zwischen Sorge und Wut 



Klimaberichte lösen starke Gefühle aus: 49 Prozent der Befragten sorgen sich um die Zukunft der nächsten Generationen, 40 Prozent ärgern sich über fehlendes Handeln von Politik und Wirtschaft. Zugleich reagieren 21 Prozent skeptisch und halten die Berichterstattung für übertrieben, 17 Prozent fühlen sich genervt  -  ein Zeichen wachsender Ermüdung angesichts der Dauerpräsenz des Themas.



„Die Ergebnisse zeigen, dass die Klimakrise die Menschen tief bewegt. Viele fühlen sich überfordert, wünschen sich aber dennoch beherztes, gemeinsames Handeln“,
kommentiert Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.



Ein ambivalenter Blick in die Zukunft



Die Österreicher:innen malen ein gemischtes Bild für das Jahr 2050: 

  • 17 % sehen die Welt als „stabiles und gut gepflegtes Haus“. 

  • 36 % beschreiben sie als „Haus in Renovierung“  -  mit Einsatz noch zu retten.

  • 30 % schätzen die Welt als „in Schieflage und kaum bewohnbar“.

  • 13 % halten sie für „einsturzgefährdet“.

  • 4,3 % befürchten, dass die Erde 2050 unbewohnbar sein wird.



Diese Zahlen spiegeln Hoffnung und Ernüchterung zugleich wider: Die Mehrheit wünscht sich entschlossenes Handeln von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um den Kurs noch zu korrigieren.



„Sorge um kommende Generationen trifft auf Wut über fehlendes Handeln. Gleichzeitig schwingt die Hoffnung mit, dass wir das Ruder noch herumreißen können, wenn alle Beteiligten jetzt entschlossen handeln“,  so Schwabl.
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05.11.2025
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© Gellinger auf pixabay / Klimawandel